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Zeit für Ruhe im Kopf

Zeit für Ruhe im Kopf

Stress – wer kennt ihn nicht. Familie, Job, Partner, Freunde, Sportverein: All das ist uns lieb und wichtig und verleiht uns neue Energie. Um aber alle Bälle in der Luft zu halten, müssen wir geistig und körperlich ab und zu auftanken. Indem wir einfach mal nichts tun oder uns bewusst unserem eigenen Sein zuwenden. Nehmen Sie sich genug Zeit, um den Kopf freizumachen? Das wäre doch ein erstklassiger „guter Vorsatz“ für das Jahr 2020.

Was ist Stress und wie ungesund ist er?

Stress ist ein Zustand von psychischer Anspannung und Belastung. Mit einem gewissen Maß von Stress können wir umgehen. Es gibt jedoch Grenzen. Ist die Belastung zu stark und hält sie zu lange an, besteht die Gefahr, dass wir körperlich und emotional zusammenbrechen. Dann ist uns plötzlich alles zu viel. Wenn das passiert, haben wir unsere Grenzen überschritten; der Stress wird ungesund. Doch auch eine zu geringe Belastung kann zu Spannungen und damit zu Stress führen. Einige unserer Kunden leiden darunter, dass ihr Leben nicht genügend Herausforderungen bietet.

Was sind die Ursachen von Stress?

Externe Faktoren
Stress kann durch belastende äußere Umstände verursacht werden, zum Beispiel durch die eingangs erwähnte Leistungsgesellschaft oder durch einschneidende Ereignisse. Drastische Beispiele wären der Tod eines geliebten Menschen, ein krankes Kind oder eine Scheidung. Belastende äußere Umstände können berufsbedingt sein oder private Gründe haben. Oft greifen beide Lebensbereiche ineinander. Wer sich um einen kranken Angehörigen kümmert oder in Scheidung lebt, hat weniger Energie für den Job. Die private Belastung kann überhand nehmen und Stress erzeugen. Das wiederum kann zu Problemen am Arbeitsplatz führen, da man sich den Aufgaben nicht mehr gewachsen fühlt.

Persönliche Faktoren
Auch Persönlichkeitsmerkmale können eine Rolle spielen, wie z.B.:

  • Leistungsorientierung
  • Perfektionismus
  • nicht „nichts“ tun können
  • mehrere Dinge gleichzeitig machen wollen
  • immer für andere da sein wollen und müssen
  • hohe Ansprüche an sich selbst stellen
  • großes Verantwortungsbewusstsein
  • starkes Engagement für Familie und/oder Beruf
  • Wunsch nach Anerkennung
  • Gefühle nicht gut ausdrücken können
  • schlecht „Nein“ sagen können
  • wenig Selbstvertrauen
  • Schwierigkeiten, um Hilfe und Unterstützung zu bitten; Pessimismus

Diese Eigenschaften machen anfällig für Stress. Die Betroffenen haben oft viel Ausdauer, neigen aber dazu, sich unterzuordnen und die eigenen Grenzen zu missachten. Und irgendwann halten sich Belastung und Belastbarkeit nicht länger die Waage.

Mehr Zeit zum Ausruhen

Glücklicherweise können wir einiges gegen Stress tun. Nehmen Sie sich vor allem Zeit für sich selbst. Blocken Sie dafür Zeitfenster, sonst wird selten etwas daraus. Sie können diese Momente abends einplanen, wenn die Kinder im Bett liegen. Noch einfacher ist es allerdings, tagsüber kleine Auszeiten einzuschieben, z.B. 5 Minuten am Arbeitsplatz, beim Abendessen oder im Stau.

  1. Atmung: Schließen Sie die Augen und beobachten Sie einige Minuten lang Ihre Atmung. Natürlich: „Nichts denken“ geht nicht. Konzentrieren Sie sich darum auf Ihren Atem. Ab und zu kommen andere Gedanken dazwischen, z.B. an einen Termin am nächsten Tag. Das ist nicht schlimm. Nehmen Sie den Gedanken wahr, lassen Sie ihn los und kehren Sie zu Ihrer Atmung zurück.
  2. Genießen Sie Ihr Essen: Oft schlingen wir alles eilig hinunter. Nehmen Sie sich Zeit. Essen Sie am Tisch und kauen Sie jeden Bissen 30 Sekunden lang. Sie werden staunen, wie bewusst Sie Ihre Mahlzeit auf einmal wahrnehmen. Legen Sie das Smartphone weg und schalten Sie den Fernseher aus. Es zählen jetzt nur Sie, die Mahlzeit und die Familie.
  3. Telefon aus: Apropos Smartphone – schalten Sie das einfach mal einen ganzen Abend ab. Sie werden merken, dass Sie nichts verpassen, sondern mehr zur Ruhe kommen. Und checken Sie morgens nach dem Aufwachen nicht gleich Ihre Social-Media-Kanäle.
  4. Bewegung: Gehen Sie spazieren oder fahren Sie mit dem Rad, auch wenn Sie keine Lust haben oder wenn es nieselt. Sie werden erfrischt zurückkehren. Versuchen Sie vor allem, etwas Ruhe zu finden. Am besten in der Natur.
  5. „Wollen“: An jeden von uns werden Erwartungen gestellt. Wir müssen pünktlich sein, unsere Aufgaben erledigen, den Alltag managen. Fragen Sie sich manchmal, was Sie selbst wollen? Was würden Sie tun, wenn Sie frei wählen dürften? Und was hält Sie zurück? Manchmal hilft schon ein Perspektivwechsel. Nicht: Ich muss Wäsche waschen, sondern ich will die Wäsche waschen. Dann ist der Wäschekorb leer und im Kleiderschrank hängt die duftende, saubere Kleidung.
  6. Haben Sie Geduld: Es geht nicht alles auf einmal. Wenn Sie ein Ziel haben, dann planen Sie im Voraus, wie Sie dieses Ziel erreichen. Dabei ist Geduld tatsächlich eine wichtige Hilfe, denn Geduld ist realistisch. Nicht alles lässt sich sofort umsetzen.
  7. Lassen Sie Ihre Sorgen los. Was wäre das Schlimmste, was geschehen kann? Natürlich wollen wir immer alles richtig machen. Aber was kann nun eigentlich wirklich komplett schiefgehen?
  8. Nachtruhe: Gönnen Sie Kopf und Körper eine gute Nachtruhe. Und wenn nach einem langen, lustigen Abend der Terminplaner am nächsten Tag wieder randvoll ist, muss vielleicht mal ein Nickerchen sein. Ohne Smartphone und TV in der Nähe, versteht sich.

Kommen Sie nicht zur Ruhe, schlafen Sie schlecht oder nimmt der Stress überhand? Dann ist es ratsam, professionelle Hilfe einzuschalten. Über Dokteronline.com können Sie eine ärztliche Online-Konsultation in die Wege leiten – ganz einfach und sicher.

 

Quellen

van Asseldonk, E. (2015, 7. Mai). Mindful worden in 10 stappen. [Achtsamkeit in 10 Schritten.] Verfügbar unter: https://www.famme.nl/mindful-worden-in-10-stappen/

Hermus, J. (2019, 11. September). Rust in je hoofd: 16 praktische tips. [Ruhe im Kopf: 16 praktische Tipps.] Verfügbar unter: https://sochicken.nl/rust_in_je_hoofd_16_praktische_tips [22. November 2019].

MIND (s.d.). Stress. Verfügbar unter: https://wijzijnmind.nl/psychipedia/stress [22. November 2019].