Blog

Winterkrankheiten

Winterkrankheiten

Die kleinen und größeren Qualen des Winters

Der Winter steht vor der Tür und ebenfalls die typischen Winterkrankheiten. Die Tage werden kürzer, die Temperaturen fallen allmählich immer weiter und leider machen sich die typischen Winterqualen bemerkbar.

Die kalte Winterzeit lässt die viralen Infektionen in die Höhe steigen – hier sind vor allem die normalen Erkältungen und Grippeviren die Übeltäter. Diese Viren sogen häufig für eine Verschlechterung von Luftwegkrankheiten und können so bis zu Lungenentzündungen und Asthma-Anfällen führen. Auch Halsentzündungen und Magen-Darm-Infektionen durch beispielsweise den Norovirus treten im Winter deutlich häufiger auf. In dieser Jahreszeit sind wir anfälliger, weil wir mehr Zeit drinnen in geschlossenen Räumen mit anderen Menschen verbringen, wo solche Krankheitserreger einfach übertragen werden.

Kalte Hände

Auch wenn Sie nach draußen in die Kälte gehen, können Sie erkranken. Jeder, der einen schlechten Blutkreislauf hat, bekommt hier mit mehr Problemen zu tun. So sind Menschen mit der Raynaud Krankheit (Dies bedeutet, dass die Hände und Füße nicht gut durchblutet werden) im Winter besonders anfällig. Außerdem wurde bewiesen, dass die Kälte die Chance auf einen Herzinfarkt erhöht.

Vitamin D Mangel

Der Mangel an Sonnenlicht stellt im Winter auch eine Herausforderung für unseren Körper dar. Vitamin D – essentiell für die Aufnahme von Calcium aus der Nahrung und für gesunde Knochen und Zähne – wird nur dann in der Haut produziert, wenn sie der Sonne ausgesetzt ist. Aus diesem Grund haben viele Menschen als Folge des Sonnenmangels im Winter ein weniger gut funktionierendes Immunsystem. Dieser Mangel kann jedoch sehr einfach mit Vitamin D Nahrungsergänzungsmitteln kompensiert werden, die überall erhältlich sind.

SAD (Seasonal Affective Disorder)

Die dunklen Tage und der Mangel an Sonnenlicht tragen auch zu der mittlerweile anerkannten Krankheit SAD (Seasonal Affective Disorder) bei. Dies ist eine saisonal-affektive Störung, auf die ich später genauer eingehen werde. Obwohl der Winter einige Feiertage mit sich bringt – wie beispielsweise Weihnachten und Silvester – und dadurch eigentlich  eine fröhliche Jahreszeit sein sollte, sind die dunklen Tage für viele Menschen durch diese Krankheit leider gar nicht fröhlich.

Wenn die Uhr umgestellt wird und wir so am Tag fast gar kein Sonnenlicht mehr zu Gesicht bekommen (die Tage sind kürzer und häufig auch noch bewölkt), dann können Menschen mit depressiven Beschwerden zu tun bekommen, wie zum Beispiel Trübseligkeit, wenig Energie, ein geringeres Interesse an der Umgebung und ein höheres Schlafbedürfnis. Andere Symptome von SAD sind ein höherer/geringerer Appetit, weniger Lust auf Sex und Konzentrationsprobleme in Verbindung mit Angstgefühlen und Reizbarkeit. Der Unterschied zwischen einer SAD und einer Depression ist, dass die Beschwerden lediglich im Winter aufkommen und jedes Jahr aufs Neue auftreten. Der Winter kann allerdings auch Depressionen, mit denen Menschen bereits zu kämpfen haben, verschlechtern.

Ursache

Die genaue Ursache dieser Winterdepression ist noch nicht bekannt. Die wichtigste Theorie besagt, dass das Serotonin-Niveau im Gehirn – das dafür sorgt, dass wir uns glücklich fühlen – im Winter niedriger ist, während das Melatonin-Niveau – wodurch wir uns müde fühlen und das unsere biologische Uhr stören kann – höher ist.

Lichttherapie

Da wir keinen Einfluss auf das Wetter haben können, sind die wichtigsten Behandlungsmethoden darauf gerichtet, die chemischen Prozesse in unserem Körper zu regulieren. Es wird Sie sicherlich nicht überraschen, dass eine häufig angewandte Behandlung eine Lichttherapie  beinhaltet. Dies bedeutet, dass Sie täglich 30-60 Minuten vor einem Leuchtkasten sitzen, der ein helles weißes Licht abgibt und ganz einfach auf den Tisch gestellt werden kann. Es wird angeraten, sich sehr dicht an diesen Leuchtkasten zu setzten (aber nicht zu dicht) und nicht direkt in das Licht zu schauen, genau so wie bei natürlichem Sonnenlicht. Eine andere – teurere – Möglichkeit ist ein Winterurlaub in Richtung Süden, wenn dies in Ihrem Budget liegt.

Medizinische Behandlungen richten sich auf die Erhöhung des Serotonin-Niveaus mit Hilfe von SSRI’s (selektive Serotonin-Aufnahmehemmern), wie Fluoxetin. Diese werden vom Herbst bis ins Frühjahr eingenommen. Solche SSRI-Medikamente als auch Lichttherapien (getrennt) waren bisher in den meisten Fällen sehr erfolgreich und konnten die Beschwerden einer Winterdepression lindern. Dieser positive Effekt kann durch körperliche Bewegung noch gesteigert werden.

© Dr. Syed Z. Arfeen

Medizinischer Berater