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Welches Verhütungsmittel ist das richtige für mich?

Welches Verhütungsmittel ist das richtige für mich?

Eine Übersicht verschiedener Verhütungsmittel

Sie haben einen neuen Partner. Dann ist es logisch, dass Sie sich mit Verhütungsmitteln beschäftigen. Für welche Form der Verhütung entscheiden Sie sich? Das Angebot ist unglaublich groß, was die Angelegenheit nicht einfacher macht. Was ist besser? Die Pille, eine Spirale oder doch eine natürliche Methode? Dokteronline.com erklärt Ihnen im Folgenden die wichtigsten Verhütungsmittel, inklusive der Vor- und Nachteile.

Die Pille

Die Pille enthält Hormone, die den Eisprung hemmen und die Gebärmutter untauglich für eine Schwangerschaft machen. Somit kann keine Befruchtung stattfinden. Es gibt Pillen, die sowohl Östrogene als auch Gestagene enthalten. Dies sind die sogenannten Kombinationspillen. Es gibt auch (Mini-)Pillen, die ausschließlich Gestagene enthalten. In den meisten Fällen nehmen Sie die Pille drei Wochen lang ein, worauf eine Pausenwoche folgt. Während dieser Pausenwoche bekommen Sie Ihre Menstruation. Es gibt auch Pillen, die Sie kontinuierlich einnehmen müssen. In diesem Fall gibt es keine Pausenwoche, aber meist tritt in der vierten Woche des Zyklus eine Blutung ein.

Vorteile der Pille: einfach im Gebrauch, sehr zuverlässig, gibt eine vorhersehbare und leichte Menstruation. Mit den meisten Pillen können Sie Ihre Menstruation zudem einfach verschieben.

Nachteile der Pille: muss täglich eingenommen werden und enthält Hormone, wodurch Nebenwirkungen entstehen können.

Die Spirale

Eine Spirale ist ein kleines, ankerförmiges Objekt, dass in die Gebärmutter eingesetzt wird. Es gibt zwei Sorten: Kupferspiralen und Hormonspiralen. Die Kupferspirale wirkt ohne Hormone. Der Kupferdraht macht Samenzellen inaktiv und verhindert auf diese Weise eine Schwangerschaft. Die Hormonspirale (Mirena) wirkt auf Basis eines Gestagens. Von diesem Hormon wird ständig eine kleine Menge in die Gebärmutterhöhle abgegeben. Die Spirale bietet fünf (Mirena) bis zehn Jahre (Kupferspirale) Schutz gegen eine Schwangerschaft.

Vorteile der Spirale: Sie müssen jahrelang nicht an das Thema Verhütung denken. Die Kupferspirale enthält außerdem keine Hormone.

Nachteile der Spirale: Das Einbringen der Spirale kann schmerzlich sein und muss von einem Arzt durchgeführt werden. Bei der Spirale kann die Menstruation nicht verschoben werden. Außerdem kann die Periode unregelmäßig auftreten oder ausbleiben. Die Mirena-Spirale enthält Hormone und kann somit Nebenwirkungen verursachen.

Der NuvaRing

Der NuvaRing ist ein flexibler Ring, den Sie selbst in die Vagina einbringen können. Einmal in der Vagina gibt der Ring allmählich Hormone (Östrogene und Gestagene) ab. Diese Hormone sorgen dafür, dass kein Eisprung stattfindet und machen die Gebärmutter zudem untauglich für eine Befruchtung. Nach drei Wochen können Sie den Ring wieder entfernen und es folgt eine Pausenwoche, in der eine Blutung einsetzt. Nach der Pausenwoche bringen Sie einen neuen Ring ein.

Vorteile des NuvaRings: Sie müssen den NuvaRing nur einmal im Monat einbringen. Das Einbringen und Entfernen des Rings ist zudem sehr einfach. Mit diesem Verhütungsmittel ist es möglich, die Menstruation zu verschieben.

Nachteile des NuvaRings: Der Ring enthält Hormone, wodurch Nebenwirkungen auftreten können.

Das Verhütungspflaster

Dieses Verhütungsmittel wirkt auf Basis von Hormonen (Östrogene und Gestagene), die allmählich von einem Pflaster an die Haut abgegeben werden. Ein Pflaster enthält genug Hormone für eine Woche. Sie kleben also jede Woche ein neues Pflaster auf. Nach drei Wochen folgt dann eine Pausenwoche, in der eine Blutung einsetzt. Danach kleben Sie wieder ein neues Pflaster auf.

Vorteile des Hormonpflasters: Sie müssen die ganze Woche nicht an Verhütung denken. Mit dem Pflaster kann die Menstruation ganz leicht abschalten oder verschoben werden.

Nachteile des Hormonpflasters: Das Pflaster enthält Hormone, die Nebenwirkungen verursachen können. Außerdem kann das Pflaster manchmal Klebekraft verlieren, sodass es abfällt.

Dreimonatsspritze

Die Dreimonatsspritze ist eine Injektion mit Gestagenen, die von einem Arzt unter die Haut oder in einen Muskel gespritzt wird. Sie sind daraufhin drei Monate lang gegen eine Schwangerschaft geschützt. Meist wird diese Dreimonatsspritze nur dann verschrieben, wenn keine andere Form der Verhütung möglich ist. Der Grund hierfür ist das erhöhte Risiko auf Osteoporose.

Vorteile der Dreimonatsspritze: Für Frauen geeignet, die keine Östrogene verwenden können oder dürfen. Sie müssen dreizehn Wochen lang nicht an Verhütung denken.

Nachteile der Dreimonatsspritze: Sie müssen alle drei Monate zum Arzt, um die Spritze zu erhalten. Die Hormone in der Dreimonatsspritze können Nebenwirkungen verursachen. Außerdem dauert es eine Weile, bis die Hormone aus dem Körper verschwunden sind. Somit können Sie nicht direkt schwanger werden, wenn Sie die Injektionen abbrechen. Außerdem kann die Menstruation nicht verschoben werden. Im Gegenteil: Sie kann unregelmäßig auftreten oder wegbleiben.

Hormonstäbchen

Ein Hormonstäbchen schützt Sie drei Jahre lang gegen eine Schwangerschaft. Das Stäbchen wird mithilfe einer lokalen Betäubung und einer Art Injektionsnadel in den Oberarm eingebracht und dort direkt unter der Haut platziert. Das Stäbchen gibt daraufhin kontinuierlich eine kleine Dosis Gestagene ins Blut ab. Hierdurch kann keine Schwangerschaft entstehen. Nach drei Jahren wird das Stäbchen entfernt und Sie können falls erwünscht ein neues Stäbchen einbringen lassen.

Vorteile des Hormonstäbchens: Sie müssen sich drei Jahre lang nicht um Verhütung kümmern. Auch für Frauen geeignet, die keine Östrogene vertragen oder verwenden möchten.

Nachteile des Hormonstäbchens: Das Implantieren muss von einem Arzt durchgeführt werden. Außerdem können die Hormone Nebenwirkungen verursachen. Die Menstruation kann unregelmäßig werden, stärker ausfallen oder völlig wegbleiben. Sie können die Menstruation nicht verschieben.

Temperaturmethode

Wer keine Hormone zu sich nehmen möchte oder darf, kann sich auch für eine natürliche Verhütungsmethode entscheiden. Die Temperaturmethode ist eine alte und häufig angewandte Methode, eine Schwangerschaft ohne Medikamente zu verhindern. Bei dieser Methode müssen Sie jeden Morgen Ihre Körpertemperatur messen. In der fruchtbaren Periode ist die Basaltemperatur etwas höher als an den restlichen Tagen des Zyklus. Haben Sie in diesen Tagen keinen Geschlechtsverkehr oder nur mit zusätzlichem Verhütungsmittel, dann werden Sie nicht schwanger. Es gibt mittlerweile zuverlässige Zyklusmonitoren, die auf Basis von Temperaturmessungen Ihre fruchtbaren Tage bestimmen.

Vorteile der Temperaturmethode: Kostengünstig und zudem hormonfrei, also keine Nebenwirkungen.

Nachteile der Temperaturmethode: Die Temperatur muss täglich präzise zu einem festen Zeitpunkt gemessen werden. Tun Sie dies nicht, dann ist die Methode weniger zuverlässig. Zusätzlich wird geraten, die Gebärmutterschleimhaut auf Elastizität zu kontrollieren und den Urin auf LH-Hormone zu testen. Sie müssen sich dieser Methode völlig widmen – sie nimmt relativ viel Zeit in Anspruch.

Barrieremethoden

Zu guter Letzt gibt es natürlich auch immer noch die Barrieremethoden. Hiermit meinen wir das (Frauen-)Kondom und das Diaphragma: Produkte, die die Samen auffangen, bevor sie die Gebärmutter erreichen. Diese Methode ist zuverlässig, vorausgesetzt, dass Sie das Verhütungsmittel sehr genau und präzise verwenden. Das Kondom schützt zudem als einziges Verhütungsmittel gegen Geschlechtskrankheiten.

Vorteile der Barrieremethoden: Keine Hormone, keine Nebenwirkungen. Kondome schützen auch gegen Geschlechtskrankheiten.

Nachteile der Barrieremethoden: Kann bei falschem Gebrauch reißen, undicht sein oder abrutschen und ist dadurch weniger zuverlässig als hormonelle Verhütungsmethoden. Außerdem müssen Sie den Geschlechtsverkehr kurzzeitig unterbrechen, um das Kondom zu platzieren.

Sterilisation

Haben Sie absolut keinen Kinderwunsch (mehr) und möchten Sie nie wieder über Verhütung nachdenken müssen, dann ist eine Sterilisation eine Option für Sie. In diesem Fall werden die Eileiter durchtrennt, sodass keine Eier mehr in die Gebärmutter gelangen können. Denken Sie jedoch daran, dass es bei dieser Methode kein Zurück mehr gibt.

Vorteile einer Sterilisation: Andere Verhütungsmittel sind dauerhaft überflüssig. Keine Hormone und somit auch keine Nebenwirkungen.

Nachteile einer Sterilisation: Der Eingriff ist so gut wie unumkehrbar. Eine Sterilisation hat außerdem keinen Einfluss auf die Menstruation. Sie können diese also nicht abschalten oder verschieben.

Möchten Sie noch mehr zum Thema Verhütung wissen? Auf unserem Blog finden Sie viele Informationen. Sie können auch einen online Test machen, um zu beurteilen, welche Verhütungsmethode die beste für Sie ist. Außerdem kann Ihr Arzt Ihnen wertvolle Tipps geben und Rat spenden.

Quellen: Familienplanung.deBrigitte.de