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Was ist Sucht?

Was ist Sucht?

Viele Menschen konsumieren gelegentlich Alkohol oder Drogen, doch lang nicht jeder ist hiervon abhängig. Erst, wenn Sie die Kontrolle über Ihren Alkohol- oder Drogenkonsum verlieren, kann von einer Abhängigkeit gesprochen werden. Sie sind dann psychisch und / oder körperlich von dem jeweiligen Genussmittel abhängig. Abhängigkeiten werden heutzutage zunehmend als chronische Erkrankungen verstanden.

Wann sind Sie von etwas abhängig?

Von einer Sucht wird gesprochen, wenn Sie von dem entsprechenden Genussmittel regelmäßig mehr konsumieren, als Sie es sich vorgenommen haben; wenn Sie nicht mehr aufhören können, das entsprechende Genussmittel zu konsumieren oder wenn Sie der Konsum des Genussmittels einen erheblichen Teil des Tages (gedanklich) beschäftigt. Wenn Sie geistig von einem bestimmten Genussmittel abhängig sind, haben Sie ein ständiges Verlangen nach diesem und fühlen sich, ohne dieses zu konsumieren, nicht mehr wohl. So fühlen Sie sich beispielsweise erst dann wieder gut, wenn Sie eine Zigarette geraucht oder ein Glas Wein getrunken haben. Wenn Sie körperlich von einem Stoff abhängig sind, leiden Sie unter Entzugserscheinungen, sobald Sie den Stoff nicht mehr konsumieren. Sie fangen dann beispielsweise an zu zittern, schlafen schlecht oder es wird Ihnen übel.

Wie entwickelt sich eine Sucht?

Doch eine Sucht entwickelt sich glücklicherweise nicht ohne weiteres. Ob Sie von einem Stoff abhängig werden, wird dabei durch folgende Faktoren bedingt:

  1. Die Eigenschaften des Genussmittels und die Weise, auf die es konsumiert wird;
  2. Ihre eigenen Eigenschaften und Ihre Suchtanfälligkeit;
  3. Ihre Umgebung.

Häufige Abhängigkeiten

Es ist allgemein bekannt, dass der Konsum von Alkohol, Tabakrauch und Drogen zu einer Sucht werden kann. Weniger bekannt hingegen ist, dass auch Aktivitäten wie Glücksspiel, im Internet surfen, Computer spielen oder Sex abhängig machen können.

Tabaksucht

Tabaksucht ist ein häufiges Phänomen. Studien des statistischen Bundesamtes und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zufolge konsumiert jeder vierte Erwachsene in Deutschland regelmäßig Zigaretten. Etwa die Hälfte hiervon raucht am Tag zwischen 11 und 20 Zigaretten. Menschen, die unter einer Tabaksucht leiden, sind abhängig von dem im Tabak enthaltenen Stoff Nikotin. Dieser erzeugt ein angenehmes Gefühl, welches im Gehirn als Signal empfangen wird. Um dieses Signal aufrechtzuerhalten, verlangt das Gehirn weiterhin nach diesem Stoff, wodurch Sie ein Verlangen nach einer weiteren Zigarette verspüren. Auf diese Weise entwickeln Personen, die regelmäßig rauchen, schnell eine Abhängigkeit. Geben Sie das Rauchen auf, verlangt Ihr Körper weiterhin nach Nikotin, wodurch es zu Entzugserscheinungen kommt.

Alkoholabhängigkeit

Auch Alkoholabhängigkeiten sind keine Seltenheit. Etwa 70 % der Deutschen trinken regelmäßig Alkohol. In unserer Kultur gilt das als normal. Alkohol wird bei einer Vielzahl sozialer Anlässe konsumiert und auch zuhaus wird bei Tisch oder abends vor dem Fernseher regelmäßig ein Glas Wein oder Bier getrunken. Nicht jeder, der Alkohol konsumiert, gilt als abhängig. In Deutschland leiden etwa 1,8 Millionen unter einer Alkoholabhängigkeit. Von einer Alkoholabhängigkeit wird gesprochen, wenn:

  1. Mehr als 14 (bei Frauen) oder 21 (bei Männern) Gläser Alkohol pro Woche konsumiert werden;
  2. Alkohol aus den falschen Gründen wie Angst, Trübseligkeit oder um Verspannungen zu lösen, konsumiert wird.
  3. Alkohol zu den falschen Zeiten wie morgens vor der Arbeit oder vor der Teilnahme am Straßenverkehr konsumiert wird;
  4. Alkohol als wichtiger als alles Andere empfunden wird.

Personen mit einer Alkoholabhängigkeit sind meist sowohl zuhause als auch auf Arbeit weniger leistungsfähig. Häufig haben sie gesundheitliche Probleme, fühlen sich einsam, sind unzuverlässig und haben regelmäßig finanzielle Sorgen.

Drogenabhängigkeit

Drogenabhängigkeit ist ein breiter Begriff, denn es gibt eine große Anzahl verschiedener Drogen, welche allesamt ihre eigenen Merkmale haben. Eines jedoch haben alle Drogen gemein – sie beeinflussen das Gehirn. So gibt es Drogen, welche eine stimulierende Wirkung (Kokain und Amphetamin) besitzen, Drogen, welche betäubend wirken (Heroin) und Drogen, die das Bewusstsein verändern (Pilze und Marihuana). Darüber hinaus gibt es Stoffe wie beispielsweise Ecstasy, welche verschiedene Wirkungen hervorrufen können. Bei Ecstasy handelt es sich um einen stimulierenden Stoff, welcher jedoch zugleich die Wahrnehmung verändert. Drogen werden regelmäßig zu Freizeit- und Erholungszwecken benutzt, was an sich kein Problem darstellt. Werden Drogen jedoch zu oft konsumiert, entsteht das Risiko einer Drogenabhängigkeit. Hierbei ist anzumerken, dass das Suchtpotenzial einzelner Drogen unterschiedlich ausfällt.

Internetsucht

Der Internetsucht wird in letzter Zeit immer mehr Aufmerksamkeit zuteil, denn sie gilt als die am meisten verbreitete Sucht unter Jugendlichen. Kinder sind heutzutage bereits von klein auf mit dem Internet konfrontiert. Dieses wird heutzutage in allen Lebenslagen genutzt und dient nicht nur der Unterhaltung, sondern auch Bildungszwecken, wie zum Beispiel an einigen Schulen. Kurz, das Internet ist ein Bestandteil des täglichen Lebens geworden. Eine Internetsucht ist daher häufig nur schwer zu erkennen. Anzeichen hierfür sind:

  1. Der Drang kontinuierlich online sein zu wollen;
  2. Sich nicht an gesetzte Grenzen zu halten;
  3. Ein vermindertes Nachgehen von Offline-Aktivitäten;
  4. Leistungsverlust in der Schule oder auf der Arbeit;
  5. Die Entwicklung einer Depression;
  6. Isolation und verringerte oder gänzlich ausbleibende Reaktion auf externe Reize;
  7. Fortwährende Internetnutzung trotz angekündigter Konsequenzen.

Die größte Gefahr, die von einer Internetsucht ausgeht, besteht in der sozialen Isolation und der Verwahrlosung.

Ebenso wie die Drogenabhängigkeit ist auch die Internetabhängigkeit ein breiter Begriff. Hierunter fallen unter anderem auch Computerspielabhängigkeit, Chatsucht, Social-Media-Sucht und Pornosucht.

So verhindern Sie das Entstehen einer Sucht

Wer einer Sucht unterlegen ist, weiß, dass es nicht einfach ist, davon loszukommen. Selbst der Versuch verläuft oft im Nichts und sorgt leicht für einen Rückfall. Die Inanspruchnahme professioneller Hilfe erhöht die Chancen auf eine dauerhafte Bewältigung der Sucht, sodass Sie Ihr Leben wieder selbst in die Hand nehmen und sich all den Dingen widmen können, welche durch Ihre Sucht in den Hintergrund gerückt sind. Sie können für eine Behandlung eine Klinik aufsuchen oder von zuhause aus an (Gruppen-)Gesprächen mit einem Betreuer oder Therapeuten teilnehmen. Auch besteht die Möglichkeit, eine Online-Therapie zu absolvieren. Welche Behandlung sich am besten zur Suchtbewältigung eignet, ist abhängig von der jeweiligen Person, der Art der Abhängigkeit und der Schwere der Sucht. Welche Art der Suchthilfe angemessen ist und die größten Aussichten auf Erfolg bietet, wird von den Betroffenen meist zusammen mit einem Therapeuten entschieden. Weitere Informationen zu Suchthilfe erhalten Sie auf kmdd.de und beim Fachverband Sucht e.V.. Auch als Partner oder Verwandter einer suchtkranken Person können Sie hier Hilfe finden.

 

Quellen:
  1. https://de.statista.com/themen/150/rauchen/
  2. https://www.rauchfrei-info.de/informieren/news/detail/news/aktuelle-zahlen-zum-tabakkonsum-in-deutschland-1/
  3. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/alkoholsucht-zahl-der-abhaengigen-steigt-auf-1-8-millionen-a-942721.html
  4. http://www.kmdd.de/jugendliche-was-ist-sucht.htm
  5. http://www.sucht.de/
  6. https://www.kenn-dein-limit.de/alkohol/alkoholwissen-kompakt/