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Was ist Migräne?

Was ist Migräne?

Migräne ist eine spezielle Art von Kopfschmerzen, welche weltweit bei jedem fünften Menschen auftritt. Häufig werden auch‚ herkömmliche Spannungskopfschmerzen‘ fälschlicherweise als Migräne bezeichnet.

Das Wort Migräne stammt von dem griechischen Wort ‘hemicrania’, was wörtlich so viel wie ‚halber Schädel‘ bedeutet. Einseitiger Kopfschmerz ist eines der Merkmale von Migräne. Weitere Merkmale und Symptome sind pulsierende Kopfschmerzen, ein vermindertes Denkvermögen sowie Übelkeit und Erbrechen. Die Dauer eines Migräneanfalls kann zwischen einigen Stunden bis hin zu einigen Tagen variieren.

Darüber hinaus gibt es weitere ernstzunehmende Ursachen für Kopfschmerzen, welche teilweise dieselben Symptome aufweisen können. Hierzu zählen Schlaganfälle, Hirnhautentzündungen und Hirnblutungen. Es ist daher wichtig bei häufig wiederkehrenden Kopfschmerzen, einen Arzt zu Rate zu ziehen, damit dieser weitere mögliche Ursachen hierfür ausschließen kann. Migräne führt nicht zu Fieber oder neurologischen Beschwerden.

Aura

Eine bestimmte Form der Migräne ist die ‘klassische’ Migräne, der bestimmte Auraerscheinungen wie visuelle, sensorische und dysphasische Symptome vorausgehen. Diese Migräneanfälle können auf lange Sicht das Risiko für einen Schlaganfall erhöhen. Bei der häufiger auftretenden Form der Migräne ohne Aura ist dieses Risiko nicht gegeben. Beide Migränearten werden auf die gleiche Weise behandelt.

Migräneauslöser

Ein bekanntes Merkmal von Migräneanfällen ist, dass diese oft in Verbindung mit bestimmten ‚Triggern‘ stehen, welche die entsprechenden Migräneanfälle hervorrufen können. Die am häufigsten vorkommenden Trigger sind auch die in unserem modernen Leben am schwersten zu vermeidenden wie eine unregelmäßige Ernährung, schlechter Schlaf sowie Müdigkeit und Stress. Hormonelle Veränderungen wie sie vor allem bei Frauen während der Menstruation auftreten, können ebenfalls zu einem Migräneanfall führen. Weitere häufig genannte Migräne-Trigger sind Lichtblitze, Qualm, Gerüche, Medikamente und laute Geräusche. Bestimmte Lebensmittel wie beispielsweise Molkereiprodukte werden ebenfalls vermutet, Migräneanfälle auszulösen.

Leider kann Migräne nicht mittels einer simplen Laboruntersuchung oder einem schnellen Test im Krankenhaus festgestellt werden. Bildgebende Verfahren zur Erkennung von Migräne werden erforscht, doch die Forschung befindet sich noch in einem sehr frühen Stadium.

Migräneanfälle unter Kontrolle bringen

Triggern vorbeugen.

Es bestehen zwei oder drei Möglichkeiten, um Migräneanfälle unter Kontrolle zu bringen. Die erste Möglichkeit, einem Migräneanfall vorzubeugen besteht darin, den Kontakt mit Migräneauslösern, wie im vorherigen Abschnitt beschrieben, zu vermeiden.

Medikamente

Die zweite Möglichkeit besteht in der Gabe von Medikamenten sobald sich die ersten Symptome eines Anfalls bemerkbar machen. Bei leichten bis mittleren Anfällen hilft das Einnehmen von Paracetamol (in flüssiger Form oder in Form von Tabletten) oder Aspirin / Ibuprofen in gebräuchlichen Dosierungen. Diese Schmerzmittel können zudem in Verbindung mit Medikamenten gegen Übelkeit wie Migramax und Paramax eingenommen werden. Vom Gebrauch von Medikamenten, welche Codein enthalten wird abgeraten, da diese – besonders bei häufigem Gebrauch – zu Kopfschmerzen führen können.

Bei mittleren bis schweren Anfällen werden meist Medikamente aus der Gruppe der Triptane verwendet. Diese entfalten ihre Wirkung direkt im Gehirn und verhindern auf diese Weise den Transport chemischer Stoffe, welche für den Schmerz verantwortlich sind. Diese Medikamente sind sehr wirkungsvoll – gut und gerne 45 – 75 % der Menschen, die Triptane verwenden geben an, dass die Schmerzen bereits innerhalb von zwei Stunden nach der Einnahme gelindert werden. Aufgrund der blutgefäßverengenden Wirkung von Triptanen sowie der möglichen Nebenwirkungen wie Schwindelgefühle und Benommenheit dürfen Triptane jedoch NICHT von Menschen eingenommen werden, die unter einer Herzkrankheit oder Bluthochdruck leiden oder gelitten haben oder die einen Schlaganfall erlitten haben.

Zeigen die Triptane keine ausreichende Wirkung kann im Folgenden entweder die Dosis erhöht, ein anderes Triptan (es gibt sieben verschiedene Triptane) eingenommen oder die Triptane in Verbindung mit Medikamenten gegen Übelkeit eingenommen werden.

Betablocker

Die dritte Möglichkeit, Migräneanfällen vorzubeugen ist besonders für Menschen geeignet, die mehr als drei Mal pro Monat einem Anfall erliegen, bei denen die Anfälle an Schwere zunehmen oder die nicht im Stande sind, die bereits erwähnten Akutmedikamente einzunehmen. Hierfür muss täglich ein Betablocker eingenommen werden, um wiederkehrenden Anfällen vorzubeugen. Sollte die Einnahme von Betablockern keine geeignete Behandlungsmethode darstellen, können ferner auch andere Medikamente verschrieben werden, obgleich dann auch als nicht registrierte Indikation.

Vitamin B2

Einige klein angelegte Untersuchungen haben ergeben, dass Vitamin B2 (Riboflavin) 400 mg und CoQ10 Nahrungsergänzungsmittel eine vorbeugende Wirkung auf Migräneanfälle haben. Die Wirkung von Meditation, kognitiver Verhaltenstherapien oder bestimmter anderer psychologischen Techniken zur Vorbeugung von Migräneanfällen hingegen ist nicht hinreichend belegt.