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Was ist eine Blasenentzündung?

Bei einer Blasenentzündung ist die Schleimhaut durch Befall von Bakterien entzündet. Meist sind dies Bakterien, die im Darm leben und durch die Harnröhre in die Blase geraten. Dadurch heften sie sich an die Blasenwand und entzünden diese. Meist ist das E-Coli Bakterium der Übeltäter.

Eine Blasenentzündung ist nicht ansteckend. Wenn Sie einmal eine Entzündung der Blase hatten, kann diese auch öfter wiederkehren.

Wer leider am häufigsten unter Blasenentzündung?

Von einer Entzündung der Blase sind viele Menschen betroffen, vor allem Frauen in dem Alter zwischen 24 und 50 bzw. Frauen, die älter sind als 60. Eine unbehandelte Blasenentzündung kann in eine Nierenbeckenentzündung übergehen. Bei Männern tritt dies oft mit einer Prostataentzündung (Prostatitis) auf.

Die Chancen, an einer Entzündung der Blase zu erkranken steigen wenn Sie

  1. Nieren- oder Blasensteine haben
  2. ein geschwächtes Immunsystem haben so wie bei Diabetes Mellitus
  3. einen Urinkatheter besitzen (ein Schlauch, der durch die Harnröhre in die Blase führt)
  4. die Blase nicht richtig entleeren können. Dies geschieht öfter bei Frauen nach den Wechseljahren und älteren Männern.

Bei Frauen ist die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung höher

Frauen erkranken schneller an einer Blasenentzündung als Männer. Der Grund hierfür ist, dass ihre Harnröhre kürzer ist und dichter am Anus liegt. Auch können Bakterien während des Geschlechtsverkehrs in die Harnröhre gelangen.  Die Chance an einer Entzündung der Blase  zu erkranken ist bei manchen Frauen noch höher wenn sie ein Kondom mit spermatötendem Gleitmittel verwendet haben.   

Wie erkennen Sie eine Blasenentzündung?

Sie können eine Blasenentzündung anhand der folgenden Symptome erkennen.

  1. Schmerzen- oder ein brennendes Gefühl beim Wasserlassen.
  2. Häufigerer Druck auf der Blase, jedoch geringere Mengen an Urin beim Wasserlassen
  3. Schmerzvoller Harndrang
  4. Schmerzen im Rücken und Unterbauch
  5. Eventuell trüber Urin oder Urin mit Blut
  6. Anzeichen von Fieber

Wenn eine solche Entzündung in eine Prostata – und/oder Nierenbeckenentzündung übergeht, verschlimmert sich der Krankheitszustand. Es treten Fieber und zusätzlich Schmerzen in der Seite auf. Männer können hierbei auch Schmerzen zwischen dem Po und den Hodensäcken  haben.

Der Nachweis einer Blasenentzündung

Um eine Entzündung der Blase nachzuweisen, ist eine Untersuchung des Urins schon ausreichend. Dies können Sie mit einem Blasenentzündungs-Selbst-Test selbst kontrollieren.  Sie können den Urintest auch durch einen Arzt ausführen lassen.  Haben Sie schon vorher eine nachgewiesene Blasenentzündung gehabt und klagen nun erneut über Beschwerden? In diesem Fall ist ein Urintest  nicht immer notwendig

Falls Sie Ihren Urin beim Hausarzt untersuchen lassen, müssen Sie folgendermaßen vorgehen:

  • Pinkeln Sie in einen sauberen Becher und verschließen Sie diesen gut
  • Sorgen Sie dafür, dass der Urin innerhalb von 2 Stunden beim Arzt ist.
  • Gelingt Ihnen das nicht? Lagern Sie den Becher kühl und geben Sie ihn innerhalb von 24 Stunden ab.

Der  Bakterienbefall

Oftmals will der Hausarzt  auch wissen, welche Bakterien die Blasenentzündung verursacht haben. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn:

  1. Eine Frau ein Kind erwartet
  2. Bei Patienten Abweichungen/Missbildungen an den Harnwegen auftreten.
  3. Der Patient eine hartnäckige Entzündung hat
  4. Der Patient ein schwaches Immunsystem hat

Bei diesen Patienten steigt die Chance an einer Nebennierenentzündung zu erkranken. Deswegen wird bei einer Entzündung der Blase immer direkt mit Antibiotikum begonnen. Vom Urin wird dann eine Bakterienkultur gemacht, die anzeigt durch welche Bakterien die Blasenentzündung verursacht wurde. Somit kann das richtige Antibiotikum verschrieben werden.

Manchmal versagt der Test bei Männern

Wenn ein Mann an einer Blasenentzündung erkrankt ist, kann es vorkommen, dass ein Urintest die Bakterien nicht sofort entdeckt. Der Arzt kann daraufhin eine neue Untersuchung mit Urin ausführen, der sich während dem Wasserlassen unter der zurückgezogenen Vorhaut gesammelt hat.

Ratschläge und Tipps

Wenn Sie eine Entzündung der Blase haben, ist es wichtig dass Sie viel Wasser (ca. 1,5 – 2 Liter) am Tag trinken. Dies verdünnt den Urin und sorgt dafür, dass Abfallstoffe schnell abgeführt werden. Um zu verhindern, dass Bakterien sich in Ihrer Blase ansammeln und wieder eine Entzündung hervorrufen, ist es wichtig dass:

  1. Das Wasserlassen nicht hinausgezögert wird
  2. Sie die Blase komplett leer machen, vor allem nach dem Sex

Für Frauen gilt außerdem:

  1. Dass Sie direkt nach dem Geschlechtsverkehr pinkeln. Die Bakterien, die während des Geschlechtsverkehrs in die Harnröhre gelangt sind, scheiden Sie dann so schnell wie möglich aus.
  2. Wählen Sie eine andere Form von Empfängnisverhütung falls Sie vermuten, dass Kondome oder samentötende Gleitmittel der Grund für eine wiederkehrende Blasenentzündung ist.
  3. Cranberry- oder auch Preiselbeeren-Produkte können manchmal helfen eine Blasenentzündung zu verhindern.

Arzneimittel

Frauen

Eine Frau kann meistens abwarten bis die Beschwerden von selber zurückgehen. Dies verursacht meist keine Probleme. Sie kann falls nötig Schmerzmittel verwenden

Bei heftigen Beschwerden oder Beschwerden, die länger als eine Woche andauern, hilft Antibiotikum zur schnellen Linderung der Blasenentzündung. Dies verringert außerdem die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Entzündung bis ins Nierenbecken ausbreitet. Wenn Sie regelmäßig Entzündungen der Harnwege haben, lassen Sie sich vom Arzt beraten und 1 Jahr lang täglich Antibiotika zur Vorbeugung verschreiben. Wenn Sie glauben, dass die Blasenentzündung durch Geschlechtsverkehr verursacht wurde, können Sie dauernd innerhalb von 2 Stunden nach dem Sex ein Antibiotikum schlucken.

Beispiele von Antibiotika gegen Blasenentzündung

Beispiele von Antibiotika, die zur Behandlung von Blasenentzündung verschrieben werden sind folgende:

  1. Doxycycline
  2. Nitrofurantoin
  3. Fosfomycin
  4. Trimethoprim

Wenn Sie mit einer Antibiotikumskur beginnen, müssen Sie diese immer bis zum Schluss ausführen, da sonst Bakterien in der Blase zurückbleiben können und eine erneute Entzündung verursachen. In einigen Fällen halten die Beschwerden bis Tage nach dem Ende der Kur an. Meistens vergehen Sie aber schon nach ein paar Tagen.

Nach den Wechseljahren

Frauen, die nach den Wechseljahren regelmäßig Blasenentzündung haben, sollten sich eventuell auf eine vaginale Schimmelinfektion testen und falls erforderlich behandeln lassen. Hierdurch wird die sich um die Harnröhre befindliche Schleimhaut  weniger angreifbar  und somit sinkt die Wahrscheinlichkeit an einer Blasenentzündung zu erkranken.

Männer

Bei Männern wird direkt Antibiotika verschrieben um die Bakterien, die die Blasenentzündung verursachen zu bekämpfen. Da die Entzündung auf diese Art und Weise schnell genesen kann, verringert sich auch die Chance dass sich diese bis zum Nierenbecken oder der Prostata ausbreitet.

Wann sollte man den Arzt kontaktieren?

Es gibt einige Situationen, bei denen Sie direkt Kontakt mit ihrem Hausarzt aufnehmen müssen. Dies ist der Fall, wenn:

  1. Sie krank werden
  2. Sie Fieber bekommen
  3. Ihre Beschwerden nach 3 bis 5 Tagen nach dem Beginn einer Antibiotikakur nicht deutlich geringer werden