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Verzögerte Magenentleerung

Was bedeutet „verzögerte Magenentleerung“?

Eine verzögerte Magenentleerung kann auch als „fauler Magen“ oder „Magen-Motilität“ bezeichnet werden. Bei dieser Krankheit bleibt die Nahrung durch eine Störung in den Magenbewegungen viel länger als im Normalfall im Magen. Häufig vorkommende Beschwerden bei einer verzögerten Magenentleerung sind Übelkeit und manchmal auch Erbrechen nach einer Mahlzeit.

Der Normalfall
Im Normalfall bleibt Nahrung ungefähr drei Stunden im Magen, um diese auf die Verdauung vorzubereiten. Hier geschieht folgendes: Der Magen produziert Magensäure, die unter anderem Verdauungsenzyme enthält. Durch das Zusammenziehen des Magenmuskels wird die Nahrung geknetet, gemahlen und mit der Magensäure vermischt. Daraufhin gelangt diese Mischung zunächst in den Dünndarm, oder auch den „Zwölffinger-Darm“.

Was geht nun schief?
Bei einer verzögerten Magenentleerung zieht sich der Magenmuskel nicht häufig genug oder zu unregelmäßig zusammen. Hierdurch wird die Nahrung im Magen zu langsam geknetet und vermischt sich nicht vollständig mit der Magensäure. Außerdem wird die Nahrung nicht in Richtung Därme gedrückt. Aus diesem Grund bleiben die Essensreste sehr viel länger als drei Stunden im Magen. Manchmal wird die Nahrung auch in zu großen Stücken in den Darm gedrückt und ist so noch nicht klein genug gemahlen.

Was verursacht eine verzögerte Magenentleerung?

Häufig ist es nicht klar, wodurch jemand an einer verzögerten Magenentleerung leidet. Untersuchungen zeigen in vielen Fällen keine Abweichungen am Magen. Wenn dies der Fall ist, wird die verzögerte Magenentleerung in die Kategorien „funktionelle Bauchbeschwerden“ oder „funktionelle Magen-Darm-Beschwerden“ eingruppiert. Dies beinhaltet, dass eine gestörte Magenfunktion die Beschwerden verursacht, aber dass keine sichtbare Abweichung erkennbar ist. Obwohl die Ursache nicht klar erkannt werden kann, wird stark vermutet, dass Stress eine wichtige Rolle spielt.

Hier eine Liste der Faktoren, von denen bekannt ist, dass sie eine verzögerte Magenentleerung verursachen können:

  1. Bestimmte Medikamente, wie Arzneimittel gegen einen hohen Blutdruck, Arzneimittel gegen Parkinson und manche Beruhigungsmittel;
  2. Diabetes. Zuckerpatienten können unter Umständen an einer verzögerten Magenentleerung leiden. Vor allem ein zu hoher Blutzucker verzögert die Magenentleerung. Für Diabetespatienten ist es aus diesem Grund besonders wichtig, auf gute Blutzuckerwerte zu achten;
  3. Eine schlechte Nierenfunktion;
  4. Eine Schilddrüsenunter- oder Oberfunktion;
  5. Eine Magenentzündung als Folge einer viralen oder bakteriellen Infektion. Die Symptome, die zu einer verzögerten Magenentleerung gehören, entstehen häufig nach einer Bauchgrippe;
  6. Eine Magen-, oder Speiseröhrenoperation. Eine verzögerte Magenentleerung kann entstehen, wenn die Magennerven durch die Operation beschädigt worden sind.
  7. Eine Verengung des Magenausgangs. Diese Verengung kann durch ein Magengeschwür, aber auch durch einen Tumor entstehen. Diese sogenannte Stenose verursacht in seltenen Fällen ernste Beschwerden;

Die Symptome einer verzögerten Magenentleerung

Häufig genannte Beschwerden, die zu einer verzögerten Magenentleerung gehören, sind Übelkeit und Erbrechen nach einer Mahlzeit. Patienten mit einer sehr ernsten Form dieser Krankheit erbrechen häufig sehr viel. Dabei enthält das Erbrochene noch recht große Stücke.

Außerdem kann eine verzögerte Magenentleerung sich durch folgende Symptome äußern:

  1. Ein aufgeblasenes Gefühl;
  2. Ein recht „voller“ Magen;
  3. Ein drückendes Gefühl auf dem Magen („als ob ein Stein auf dem Bauch liegen würde“);
  4. Schnelle Sättigung;
  5. Aufstoßen und Rülpsen;
  6. Sodbrennen. Hierbei strömen die sauren Magensäfte zurück in die Speiseröhre. Dies kann zu Beschwerden, wie säuerliches Aufstoßen und zu einem brennenden Schmerz auf der Magenhöhe führen.

Wie diagnostiziert man eine verzögerte Magenentleerung?

Es gibt einige Untersuchungen, mit denen eine verzögerte Magenentleerung diagnostiziert werden kann. Für diese Untersuchungen müssen Sie in den meisten Fällen ins Krankenhaus.

Verschiedene Sorten von Magenuntersuchungen

  1. Eine Untersuchung des Magenabbaus. Bei dieser Untersuchung isst der Patient eine Mahlzeit, die eine kleine Menge radioaktiven Stoff enthält. Danach setzt sich der Patient für ein bis zwei Stunden vor eine Kamera. Auf diese Weise kann auch der Weg der Mahlzeit verfolgt werden. Bei dieser Untersuchung wurde der Mahlzeit ein wenig Oktansäure hinzugefügt. Dieser Stoff wird im Dünndarm zersetzt, wobei ein Stoff freikommt, den Sie über die Lungen ausatmen. An Hand eines Atemtests (hier müssen Sie durch einen Halm ausatmen) kann festgestellt werden, wie lange der Magen gebraucht hat, um die Mahlzeit zu verdauen;
  2. Druckmessung im Magen. Bei dieser Untersuchung wird ein kleiner Ballon im Magen platziert, der daraufhin misst, ob die Magenwand nach der Mahlzeit aktiv genug ist. Dieser Ballon wird mit einem flexiblen Schlauch über den Mund in den Magen gebracht. Die Druckmessung erfolgt, indem der Ballon einige Male aufgeblasen wird;
  3. Gastroskopie. Manchmal wird eine verzögerte Magenentleerung mit einer visuellen Untersuchung diagnostiziert. Der Arzt bringt dann eine kleine Kamera mit Hilfe eines flexiblen Schlauches über den Mund und die Speiseröhre in den Magen. Wenn er/sie dann Nahrungsreste der letzten Tage im Magen sieht, wird eine verzögerte Magenentleerung diagnostiziert.

Die Behandlung einer verzögerten Magenentleerung

Die Behandlung einer verzögerten Magenentleerung besteht meist aus einer Kombination von Medikamenten und Ernährungstipps.

Bei einer ernsten Form der verzögerten Magenentleerung, bei der der Patient viele Beschwerden hat, können die Medikamente und Ernährungstipps gegebenenfalls keine zufriedenstellenden Resultate bringen. In diesem Fall ist dann die Ernährung über eine Sonde eine Lösung. Nur in sehr seltenen Fällen ist eine Operation nötig.

Medikamente
Die Medikamente, die bei einer verzögerten Magenentleerung eingesetzt werden, heißen „Prokinetika“. Diese Arzneimittel stimulieren die Magenmuskeln, wodurch diese sich besser und regelmäßiger zusammenziehen. Dies reduziert die Übelkeit.

Ernährungstipps
Weil eine verzögerte Magenentleerung mehr Zeit benötigt, um die Nahrung zu verarbeiten, ist es wichtig, dass Sie besonders auf Ihre Ernährung achten. Aus diesem Grund sollten Sie fettige und faserige Nahrung vermeiden. Bei diesen Produkten braucht der Magen nämlich extra lange für die Verdauung, wodurch die Magenentleerung gehemmt werden kann. Entscheiden Sie sich stattdessen für fettarme Milchprodukte und magere Fleischprodukte. Müsli, Nüsse, Rohkost und frittiertes Essen sollten am besten gemieden werden.

Flüssige Nahrung (wie beispielsweise Suppe) passt ebenfalls sehr gut in den Ernährungsplan, da diese weniger lange im Magen bleiben. Alkohol, Kaffee, Kohlensäure-haltige Getränke, Kräuter und Gewürze wirken jedoch wieder entgegengesetzt.

Kleine Portionen, langsam essen und gut kauen
Zum Schluss können auch kleine Essensportionen, die gut gekaut werden, helfen. Nehmen Sie sich also Zeit beim Essen und essen Sie lieber öfters kleinere Portionen! Auf diese Weise können Sie Ihre Beschwerden lindern.