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Tinnitus

Tinnitus

Tinnitus – Ohrensausen

Tinnitus, auch Ohrensausen genannt, ist eine Erkrankung des Gehörs, welche mit dem Hören eines Summens, Rauschens, Brummens oder Fiepens im Ohr einhergeht. Der Name Tinnitus stammt vom Lateinischen „Tinnitus aurium“, was so viel wie ‚das Klingeln der Ohren‘ bedeutet.

Ursachen

Jeder von uns hatte schon einmal ein Fiepen im Ohr, so z.B. nach dem Besuch einer Diskothek, eines Festivals oder Konzertes. Wenngleich die Symptome auch sehr deutlich sind, ist über die Ursachen leider wenig bekannt. Es wird vermutet, dass die Ursache nicht im Gehörorgan, sondern im Gehirn zu suchen ist. Überaktive Teile des Hörzentrums im Gehirn senden Signale, während die eigentlichen Töne längst vorüber sind. Glücklicherweise sind die Beschwerden von vorübergehender Natur und das Fiepen vergeht von selbst.

Verstopfung

Einige Menschen leiden über einen längeren Zeitraum an Ohrensausen. Dies kann die Folge einer Verstopfung des Innenohrs sein, beispielsweise durch Schleim oder als Begleiterscheinung einer Erkältung. Andere mögliche Ursachen hierfür können Ohrenschmalz, Wasser oder der Rest  eines Wattebausches im Ohr sein. Ist der Gehörgang wieder frei, vergehen die Symptome von selbst.

Ernsthafte Ursachen

In außergewöhnlichen Fällen, die etwa jede 100. Person betreffen, geht das Ohrensausen nicht von selbst vorüber sondern bleibt bestehen. In diesem Fall ist es wichtig, einen Arzt zu konsultieren. Dieser wird versuchen, die Ursache festzustellen und einen Gehörtest durchführen. Auf diese Weise können mögliche Ursachen des Tinnitus ausgeschlossen werden. Ohrensausen in nur einem Ohr kann beispielsweise durch einen Hörnervtumor verursacht werden, Ohrensausen in Verbindung mit Schwindelgefühlen kann auf die Menière-Krankheit hindeuten.

Hörschäden

In den meisten Fällen tritt Tinnitus jedoch ohne Begleiterscheinungen auf und das Ohrensausen macht sich in beiden Ohren bemerkbar. Die nennenswerteste Ursache hierfür ist ein gewisser Grad an Hörschäden. Diese Schäden können als Folge des natürlichen Alterungsprozesses oder durch häufige Lärmexposition – beispielsweise durch die Arbeit an schweren Maschinen oder häufiges Hören von Musik durch Kopfhörer – auftreten. In einer Vielzahl der Fälle tritt zunächst Tinnitus auf, bevor der zugrunde liegende Gehörverlust eintritt. Mit Hilfe eines Hörtestes sind Mängel am Gehör jedoch zweifelsfrei nachzuweisen.

Der Gebrauch von Medikamenten

Eine andere mögliche aber seltene Ursache für Tinnitus ist der Gebrauch von Medikamenten wie beispielsweise Wassertabletten (z.B. Furosemid), Antibiotika (z.B. Erythromycin), starke nicht-steroidale Entzündungshemmer (z.B. Aspirin, Ibuprofen) und Chinin-Produkte (z.B. Medikamente gegen Malaria). Schlussendlich kann auch Tiefseetauchen ein Barotrauma verursachen.

Symptome

Die Symptome von Tinnitus können zwischen leichten und gut verträglichen bis hin zu ernsthaften und stark beeinträchtigenden Beschwerden variieren. Menschen, die unter Tinnitus leiden, weisen häufig eine verringerte Konzentrationsfähigkeit, Schlafprobleme und Angstzustände auf. Halten diese Beschwerden über einen längeren Zeitraum an, ist die Gefahr gegeben, dass diese letztlich in eine Depression umschlagen.

Behandlungsmöglichkeiten

Bislang besteht noch keine Möglichkeit zur Heilung von Tinnitus. Die Behandlungsmethoden sind vor allem auf Therapien ausgerichtet, welche das Ziel verfolgen, die Aufmerksamkeit weg von der Wahrnehmung des Ohrensausens auf etwas anderes zu lenken, beispielsweise durch akustische Stimulation oder Gehirnstimulationsverfahren. In den vergangenen 10 Jahren wurde viel im Bereich der Neuromodulation wie beispielsweise der Transkraniellen Gleichstromstimulation (tDCS) geforscht. Diese Technik scheint eine zukunftsträchtige Methode zur Behandlung von Tinnitus zu sein, befindet sich jedoch noch in der Entwicklungsphase.

Quellen: www.ohrfrei.dewww.tinnitus-mag.dewww.tinnitool.com/index.php

 

© Syed Z Arfeen
Medizinischer Berater
Oktober 2015