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Testosteronmangel

Ursachen und Folgen von Testosteronmangel

Testosteron ist ein männliches Hormon, welches einige wichtige Abläufe im Körper regelt. Ein Testosteronmangel dieses Hormons kann daher vielerlei körperliche Probleme zur Folge haben. Besonders bei Männern macht sich ein Mangel an Testosteron schnell bemerkbar. Folgen können sowohl verringertes Lustempfinden und Potenzabnahme, aber auch Beschwerden, wie erhöhte Reizbarkeit, sowie Verlust an Muskelmasse und Muskelkraft sein. Ein Mangel an Testosteron wird häufig auch als Testosterondefizit oder „Low T“ beschrieben. In diesem Artikel erfahren Sie mehr zur Wirkung von Testosteron, den Ursachen und Folgen eines Testosteronmangels, sowie zu verschiedenen Behandlungsmethoden.

Was ist Testosteron und was bewirkt es?

Testosteron ist das wichtigste männliche Geschlechtshormon. Es wird sowohl im männlichen als auch im weiblichen Körper produziert. Bei Männern geschieht dies vor allem im Hodensack, auch schlicht Hoden genannt. Ebenso produzieren die Eierstöcke der Frau Testosteron, wenn auch in viel geringerem Maße.

Testosteron erfüllt eine Reihe von Aufgaben. Wir haben im Folgenden einige davon aufgelistet:

Wachstum

  1. Testosteron sorgt bei Männern für die Ausbildung der Geschlechtsmerkmale, wie die Entwicklung des Penis, des Hodensackes, der Geschlechtsdrüsen, sowie der sekundären Geschlechtsmerkmale. So bilden sich bereits beim Embryo, unter Einfluss von Testosteron männliche Geschlechtsorgane heraus. Während der Pubertät lässt Testosteron den Penis und den Hodensack heranwachsen und bewirkt das Wachstum der Körperbehaarung. Zudem ist Testosteron am Tieferwerden der Stimme und am Muskelaufbau beteiligt;
  2. Bei Frauen bewirkt Testosteron während der Pubertät das Wachstum der Schambehaarung.

Sexualität

  1. Bei Männern sorgt Testosteron für die Aufrechterhaltung der männlichen Geschlechtsmerkmale im Erwachsenenalter und fördert die Produktion von Spermien.
  2. Sowohl bei Männern als auch bei Frauen spielt Testosteron eine bedeutende Rolle für das Lustempfinden, auch Libido genannt. Die Tatsache, dass bei Männern die Testosteronproduktion viel höher ist, als bei Frauen, erklärt, warum Männer tendenziell mehr auf Sex aus sind.

Andere Funktionen

  1. Testosteron nimmt Einfluss auf den Energiehaushalt;
  2. Testosteron beeinflusst bestimmte Gehirnfunktionen, wie das Gedächtnis und den Gemütszustand;
  3. Testosteron fördert die Bildung von Knochenmark und hat Einfluss auf die Knochendichte;
  4. Testosteron hat einen Anteil daran, wie schnell bei einigen Männern und Frauen das Haar auswächst und schließlich ausfällt. In welchem Maße man jedoch hierfür anfällig ist, ist erblich bedingt;
  5. Forschungen haben gezeigt, dass sowohl der Blutzuckerspiegel als auch der Blutdruck, sowie der Fettaufbau in Zusammenhang mit dem Testosteronspiegel stehen.

Ursachen eines Testosteronmangels

Je älter wir werden, desto mehr nimmt die Produktion von Geschlechtshormonen, wie Testosteron, ab. Dies ist sowohl bei Männern als auch bei Frauen ein normaler Prozess. Es ist allgemein bekannt, dass bei Frauen hormonale Veränderungen eintreten. Dass dies jedoch auch bei Männern geschieht und zu einer Handvoll Beschwerden führen kann, wissen hingegen nur die Wenigsten. Ebenso wie sich bei Frauen die Wechseljahre, auch Menopause genannt, einstellen, geschieht bei Männern etwas ganz Ähnliches. Dies wird dann Andropause oder auch Penopause genannt. Die ersten Anzeichen hierfür machen sich in der Regel ab dem 40. Lebensjahr bemerkbar.

Bei etwa 12 % aller Männer zwischen 40 und 70 kommt es zu Beschwerden in Folge eines Testosteronmangels. Auch Frauen können hiervon betroffen sein. Die Werte eines normalen Testosteronspiegels sind bei Frauen jedoch ohnehin schon viel niedriger als beim Mann.

Zusätzlich kann ein Testosteronmangel auch durch lebensstilbedingte Faktoren verursacht werden, wie eine ungesunde Ernährung, einer gestörter Schlafrhythmus, Krankheiten oder der Gebrauch von Medikamenten.

Folgen eines Testosteronmangels

Ein Mangel an Testosteron kann zu verschiedenen Beschwerden führen. Darüber hinaus besteht durch Testosteronmangel ein erhöhtes Risiko für bestimmte Erkrankungen.
Sie können einen verminderten Testosterongehalt in Ihrem Körper an folgenden Symptomen erkennen:

  1. Weniger körperliche Energie und Antriebslosigkeit;
  2. Vermindertes sexuelles Verlangen;
  3. Erektionsstörungen oder schwächere Erektionen;
  4. Verminderte Fruchtbarkeit;
  5. Verlust von Muskelmasse und Muskelkraft;
  6. Vermehrter Fettaufbau, vor allem am Bauch;
  7. Blutarmut;
  8. Schwitzanfälle;
  9. Haarausfall;
  10. Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen und Depressivität;
  11. Gedächtnisstörungen und Schlafprobleme.

Bei einem Mangel an Testosteron besteht ein erhöhtes Risiko an folgenden Krankheiten zu erkranken:

Osteoporose, auch Knochenschwund genannt
Es ist ungeklärt, ob ein niedriger Testosteronspiegel, Knochenschwund verursacht, oder, ob dies eine direkte Folge davon ist. Jedoch ist erwiesen, dass bei Männern, deren Testosteronspiegel in Folge einer Prostatakrebsbehandlung sehr niedrig gehalten wird, Knochenschwund vermehrt auftritt. Studien zufolge, wird zudem die Qualität der Knochen durch das Auffrischen des Testosteronspiegels deutlich verbessert.

Diabetes Typ 2
Wissenschaftler sind sich uneinig darüber, ob ein niedriger Testosteronspiegel zu Diabetes führt oder ob das Entgegengesetzte der Fall ist. Feststeht, dass die Hälfte aller Männer mit Diabetes einen Testosteronmangel aufweisen, wie Stichprobentests gezeigt haben.

Herz- und Gefäßerkrankungen
Ein niedriger Testosteronspiegel erhöht das Risiko für das Auftreten von Herz- und Gefäßerkrankungen enorm. Verschiedene Studien haben sogar gezeigt, dass bei Testosteronmangel ein höheres Risiko besteht, einen Herzinfarkt zu erleiden, als beim Rauchen.

Metabolisches Syndrom
Das metabolische Syndrom ist eine Erkrankung, die hohen Blutdruck, einen vom Normalwert abweichenden Cholesterinspiegel, hohen Blutzuckerspiegel, und Fettleibigkeit rundum die Taille einschließt. Sie erhöht sowohl das Risiko, einen Herzinfarkt als auch einen Schlaganfall zu erleiden. Aus Studien geht hervor, dass Männer mit einem Mangel an Testosteron anfälliger für das Entstehen eines metabolischen Syndroms sind.

Erkennen einen Testosteronmangels

Wenn Sie glauben, an Testosteronmangel zu leiden, kann eine Blutanalyse Aufschluss geben. Hierfür sollten Sie sich von Ihrem Hausarzt oder bei einer Blutspendestelle, Blut abnehmen lassen. Bei Männern über 40 spricht man von einem Testosteronmangel, sobald die Testosteronwerte unter 12 nmol/L liegen. Bei erwachsenen Frauen vor den Wechseljahren, liegt der normale Testosteronspiegel zwischen 0,35 und 2,43 nmol/L. Nach den Wechseljahren schwankt dieser Wert zwischen 0,24 und 1,39 nmol/L.

Zur Beachtung: Nmol/L bedeutet Nanomol pro Liter Blut. Nanomol steht für eine spezielle Anzahl von Teilchen.

Behandlung von Testosteronmangel

Ein Mangel an Testosteron kann durch schlichte Zugabe von Testosteron behandelt werden. Dies kann in Form von Pflastern, Cremes, Spray, Tabletten oder Injektionen erfolgen. Es ist sehr wichtig, dass hierbei die richtige Dosierung verschrieben wird. Diese darf niemals die Menge an Testosteron übersteigen, die Ihr Körper normalerweise selbst im Stande ist, zu erzeugen. Die Behandlung kann sonst unerwünschte Folgen nach sich ziehen. Seien Sie daher vorsichtig bei der Verwendung von Testosteronergänzungsmitteln.