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So bekommen Sie Ihre Menstruationsbeschwerden in den Griff

So bekommen Sie Ihre Menstruationsbeschwerden in den Griff

Am 28. Mai ist der „Internationale Tag der Frauengesundheit“. Ein Tag, um auch mal die Unannehmlichkeiten anzusprechen, denen Frauen Monat für Monat ausgesetzt sind. Denn die Menstruation ist kein Vergnügen. Viele Frauen leiden alle vier Wochen unter Menstruationsbeschwerden. Und die können tief in den Alltag eingreifen. Dennoch wird das Thema nur selten offen angeschnitten. Schade, denn so werden vielleicht allmonatlich Beschwerden ausgehalten, die sich auch lindern lassen. Höchste Zeit also für offene und ehrliche Antworten auf die wichtigsten Fragen zu den „Tagen“. Hier erfahren Sie, wie Sie Menstruationsprobleme in den Griff bekommen.

Warum haben Frauen eigentlich ihre Periode?

Alle Elemente des weiblichen Zyklus sind wunderbar aufeinander abgestimmt. Mithilfe der Sexualhormone Östrogen und Progesteron reift jeden Monat eine Eizelle heran. Zugleich verdickt sich die Schleimhaut der Gebärmutterwand. Auf diese Weise kann sich eine befruchtete Eizelle gut einnisten.

Findet keine Befruchtung statt, wird das unbenutzte „Nest“ wieder abgebaut – auch dafür sorgen die Hormone. Beim Abbau der Schleimhaut werden Blutgefäße beschädigt und es kommt zu leichten Blutungen. Der Schleim und das Blut werden durch die Scheide abgeführt: Sie haben Ihre Periode. Anschließend beginnt der Zyklus von Neuem. Der ganze Prozess dauert durchschnittlich 28 Tage, kann also auch länger oder kürzer sein.

Welche Zyklusbeschwerden können auftreten?

Diese monatliche Reinigungsaktion verläuft nicht immer reibungslos. Viele Frauen im fruchtbaren Alter leiden unter Zyklusbeschwerden. Dazu gehören:

  • PMS bzw. prämenstruelles Syndrom (Reizbarkeit, schmerzende Brüste, Wassereinlagerungen, Kopfschmerzen kurz vor der Periode);
  • Menstruationsschmerzen (Bauchschmerzen, Bauchkrämpfe, Schmerzen im Unterrücken, die in die Beine ausstrahlen);
  • schwere Regelblutungen (Menstruation mit starkem Blutverlust, oft mit großen Blutgerinnseln);
  • Zwischenblutungen (Abbruchblutungen);
  • unregelmäßiger Zyklus oder ausbleibende Menstruation.

Tatsächlich fühlt sich jede zehnte Frau während ihrer Regelblutung so elend, dass sie nicht zur Arbeit geht und Freizeitvergnügen absagt. Und das ist schade, denn gegen Zyklusbeschwerden kann man etwas tun.

Kann ich Zyklusbeschwerden auf natürliche Weise lindern?

Es müssen nicht immer Medikamente sein. Vielleicht versuchen Sie es erst einmal mit den folgenden Tipps:

  • Gönnen Sie sich Ruhe. Machen Sie es sich auf der Couch oder im Bett bequem, mit einem guten Buch oder der Fernbedienung in Griffnähe.
  • Bleiben Sie warm. Legen Sie sich eine Wärmflasche auf den Bauch oder Rücken, trinken Sie heißen Tee oder nehmen Sie ein heißes Bad. Die Wärme entspannt die verkrampften Muskeln und lindert so die Schmerzen.
  • Machen Sie Übungen zur Entspannung der Muskeln. Vor allem der Unterrücken braucht Lockerung.
  • Lassen Sie sich den Unterrücken massieren.
  • Auch ein gesunder Lebensstil kann helfen. Achten Sie auf gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung. Versuchen Sie, eventuelles Übergewicht zu reduzieren. Frauen mit überschüssigen Kilos leiden häufiger unter Menstruationsproblemen wie z. B. einem unregelmäßigen Zyklus.

Helfen diese Tipps nicht oder kaum? Dann ist es Zeit für Hilfe aus der Hausapotheke.

Welche Medikamente helfen gegen Menstruationsprobleme?

Es gibt mehrere Medikamente, die Menstruationsprobleme und andere Frauenbeschwerden lindern.

Schmerzmittel gegen Menstruationsprobleme

Gegen den Regelschmerz helfen sogenannte NSAR (Schmerzmittel mit entzündungshemmender Wirkung). Dazu gehören Diclofenac, Ibuprofen und Naproxen. Wenn Sie diese Schmerzmittel nicht anwenden dürfen oder wollen, können Sie es natürlich auch mit Paracetamol versuchen.

Die Antibabypille gegen Menstruationsprobleme

Wenn Sie die Antibabypille einnehmen, kommt es nicht zur Menstruation, sondern zu einer Abbruchblutung. Abbruchblutungen sind sehr leicht, nahezu schmerzlos und lassen sich auf den Tag genau vorhersagen. Kurzum: Die Pille hilft sehr wirkungsvoll gegen starke Schmerzen, schwere Regelblutungen und einen unregelmäßigen Zyklus. Der Nachteil ist natürlich, dass die Pille Schwangerschaften verhindert. Wenn Sie einen Kinderwunsch haben, sollten Sie eine andere Lösung finden.

Progestagen gegen Menstruations- und Fruchtbarkeitsprobleme

Ein weiteres Mittel ist das weibliche Sexualhormon Progestagen. Norethisteron z. B. (der Wirkstoff in Primolut) ist ein solches Progestagen, genau wie Progesteron (der Wirkstoff in Utrogestan). Progestagen wird u a. bei starker Regelblutung, unregelmäßigem Zyklus, verminderter Fruchtbarkeit sowie beim Ausbleiben der ersten Menstruation bei jungen Frauen verschrieben. Bitte beachten Sie: Bei einer bestehenden oder geplanten Schwangerschaft dürfen Sie dieses Medikament nicht anwenden.

Antidepressivum gegen prämenstruelle Beschwerden

Manchmal werden auch Antidepressiva gegen PMS (prämenstruelles Syndrom) verschrieben, z. B. Präparate mit dem Wirkstoff Sertralin. Sertralin hilft gegen PMS-Beschwerden wie starke Stimmungsschwankungen, schmerzende Brüste und Wassereinlagerungen.

Wie kann ich meine Menstruation aufschieben?

Die Regelblutung passt natürlich nie wirklich in den Terminkalender. Aber manchmal ist es besonders praktisch, sie kurz aufzuschieben. Weil man ein paar Tage im Urlaub ist oder eine wichtige Präsentation ansteht, zum Beispiel. Glücklicherweise lässt sich da etwas machen.

Menstruation verschieben mit Pille, Vaginalring oder Verhütungspflaster

Zu den Vorteilen von Antibabypille, Verhütungspflastern und Vaginalringen gehört, dass Sie damit auch die Regelblutung verschieben können. Sie brauchen lediglich die Pausenwoche zu überspringen. So können Sie selbst steuern, wann Ihre Menstruation einsetzt. Vaginalring und Verhütungspflaster können maximal 6 Wochen lang ohne Pausenwoche verwendet werden. Bei der Pille können Sie die 7-tägige Einnahmepause meistens über einen längeren Zeitraum ausfallen lassen. Lesen Sie jedoch immer zuerst den Beipackzettel oder fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Das Verschieben der Menstruation mit der Pille funktioniert nur mit der Einphasenpille (z. B. Microgynon 30, Diane 35 oder Yasmin) oder mit einer Mehrphasenpille (z. B. Qlaira). Eine Minipille (z. B. Cerazette) ist dazu nicht geeignet. Andererseits sind die Regelblutungen bei der Minipille oft weniger häufig oder fallen ganz aus.

Menstruation verschieben ohne Pille, Vaginalring oder Verhütungspflaster

Sie möchten Ihre Periode ausnahmsweise mal verschieben, nehmen aber nicht die Pille? Auch dann lässt sich mit Hormonen steuern, wann Sie Ihre Tage bekommen – z. B. durch die vorübergehende Einnahme eines Mittels mit dem Wirkstoff Norethisteron (Primolut).

Warum blute ich außerhalb des Zyklus?

Manchmal setzen Blutungen ein, wenn es noch gar nicht so weit ist. Auch dies gehört zu den häufigen Zyklusbeschwerden. Unerwarteter Blutverlust kann mehrere Ursachen haben, darunter:

Abbruchblutungen durch Pilleneinnahme

Wenn Sie die Pille nehmen und die 7-tägige Einnahmepause einmal oder mehrmals auslassen, kann es zu einer Abbruchblutung kommen. Legen Sie wieder jeden Monat eine Pausenwoche ein und beobachten Sie, ob die Blutungen nachlassen.

Vielleicht ist Ihre Pille jedoch auch zu leicht. Antibabypillen mit einem niedrigen Hormongehalt haben weniger Nebenwirkungen, können aber Zwischenblutungen (Schmierblutungen oder „Spotting“) verursachen. Möglicherweise sind Sie in diesem Fall mit einer anderen Pille besser beraten.

Medikamente

Auch Medikamente können Blutungen außerhalb des Zyklus verursachen: beispielsweise Aspirin – wenn es häufig eingenommen wird – und bestimmte Entzündungshemmer. Lassen Sie sich ärztlich beraten, ob ein anderes Medikament für Sie geeigneter wäre.

Chlamydien oder Gonorrhoe

Blutungen außerhalb des Zyklus können auch auf sexuell übertragbare Erkrankungen (STD/STI) hinweisen, wie z. B. auf Chlamydien oder Gonorrhoe. Häufig treten bei diesen STD auch andere vaginale Beschwerden auf, z. B. erhöhter Scheidenausfluss, Schmerzen beim Wasserlassen und, bei Chlamydien, unregelmäßige Menstruation. Sie können sich beim Gynäkologen oder Gesundheitsamt entsprechend testen lassen oder auch einen Heimtest durchführen. Sollten Sie sich tatsächlich mit einer STD/STI infiziert haben, ist die Einnahme eines Antibiotikums (z. B. Ciprofloxacin) erforderlich, um Komplikationen vorzubeugen.

Andere Ursachen für Blutverlust außerhalb des Zyklus

Abnormale Blutungen können auch auf eine Gebärmutterhalsentzündung oder andere Erkrankungen der Gebärmutter hinweisen, z. B. Polypen, ein Myom oder in seltenen Fällen Krebs.
Bitte beachten Sie: Lassen Sie anhaltende Blutungen außerhalb des Zyklus ärztlich abklären. Dadurch kann die Ursache festgestellt und eine entsprechende Behandlung eingeleitet werden.

Ich bekomme meine Periode nicht. Woran kann das liegen?

Eine ausbleibende Regelblutung, während Sie normalerweise eher regelmäßig menstruieren, kann mehrere Ursachen haben:

  • Schwangerschaft. Wenn Sie sexuell aktiv sind, empfiehlt sich natürlich ein Schwangerschaftstest. Auch wenn Sie die Pille nehmen!
  • Untergewicht, zu strenge Diät oder Sport.
  • Stress.
  • Die Wechseljahre. Wenn die Menopause heranrückt, wird Ihre Periode unregelmäßig. Manchmal bleibt die Regelblutung plötzlich für ein paar Monate aus. Die meisten Frauen haben um das 50. Lebensjahr herum ihre letzte Periode, andere kommen viel früher in die Wechseljahre.
  • Medikamente. Zu den Nebenwirkungen einiger Arzneimittel (z. B. Antidepressiva) gehören Zyklusunregelmäßigkeiten.
  • Empfängnisverhütung. Einige Antibabypillen stören den Zyklus; manchmal bleibt die Monatsblutung auch ganz aus. Bei der Minipille beispielsweise ist dies recht häufig der Fall. Selbst bei der Spirale kann die Menstruation zuweilen ausbleiben.
  • Erkrankungen, z. B. an der Schilddrüse oder an den Eierstöcken.

Manchmal lässt sich auch keine Erklärung finden und sind beispielsweise Hormonschwankungen die Ursache. Oft pendelt sich der Zyklus dann irgendwann von selbst wieder ein. Bleibt die Menstruation ohne erkennbaren Grund aus? Dann empfiehlt sich immer eine ärztliche Abklärung.

Weitere Infos zu Menstruationsproblemen und Behandlungen

Stand Ihre Frage zu Menstruationsproblemen nicht dabei? Natürlich können Sie jederzeit einen Arzt fragen. Dokteronline.com liefert zudem Hintergrundartikel zu den Themen Menstruation, vaginale Beschwerden, sexuell übertragbare Erkrankungen (STD/STI), Schwangerschaft und Fruchtbarkeit. Auch können Sie auf dieser Website direkt eine Konsultation für eine entsprechende medizinische Behandlung anfordern. So behalten Sie selbst die Regie.

Wir wünschen Ihnen einen schönen Tag der Frauengesundheit!

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Dokteronline.com ist die Plattform, die Verbraucher, Ärzte und Apotheken miteinander verbindet, um gezielte Behandlungen zu bieten. Dokteronline.com glaubt an eine verantwortungsbewusste Eigenregie, wenn es um die sorgfältige Behandlung von Gesundheitsbeschwerden geht.

Quellen:

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SoaAids. (s.d.). Bloedverlies. [Blutverlust.] Verfügbar unter https://www.soaaids.nl/nl/heb-ik-soa/bloedverlies [13. Mai 2020]