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Schröpfen

Schröpfen

Was ist Schröpfen?

Haben Sie diese Bilder auch gesehen – olympische Schwimmer in Rio mit großen purpurnen Kreisen auf ihren Rücken? Nein, hierbei handelt es sich glücklicherweise nicht um das Zika-Virus und auch nicht um eine hippe Tätowierung. Diese Kreise entstehen beim Schröpfen (im Englischen auch ‚Cupping‘ genannt), dem neusten Trend in der Sportwelt. Schröpfen ist ein alternatives Heilverfahren bei dem ein Unterdruck auf der Haut erzeugt wird. Zwar ist das Therapieverfahren umstritten, doch offensichtlich gibt es genug Sportler, die an die heilende Wirkung vom Schröpfen glauben. Und das vielleicht sogar zurecht. Michael Phelps hat hierdurch jedenfalls schon eine Goldmedaille gewonnen.

Wie funktioniert Schröpfen?

Schröpfen ist bereits so alt wie die alten Römer. Oder besser gesagt wie die alten Chinesen, denn die Therapie entstammt der traditionellen, jahrhundertealten chinesischen Heilkunde. Das Grundprinzip des Schröpfens: einen Unterdruck auf der Haut erzeugen. Hierdurch wird die Haut nach oben gezogen und mehr Blut zu der entsprechenden Hautpartie geleitet, ähnlich wie es bei einem Knutschfleck der Fall ist, welcher als purpurrotes Souvenir zurückbleibt. Beim Schröpfen wird allerdings nicht geküsst sondern mit Schröpfgläsern oder Schröpfköpfen gearbeitet (daher auch der englische Begriff ‚Cupping‘). Meist werden diese zunächst mit einer brennenden Substanz wie beispielsweise Alkohol oder Papier gefüllt und auf diese Weise erwärmt. Dann werden die noch heißen Gläser auf die Haut aufgesetzt, sodass hierbei ein Vakuum entsteht. Das klingt schmerzhaft? Naja, sagen wir mal so: ein Knutschfleck im Nacken ist etwas angenehmer.

Die Auswirkungen des Schröpfens auf die Gesundheit

Warum sollte ein vernunftbegabter Mensch, sich mit einem glühend heißem Glas Schmerzen auf Rücken und Schultern zufügen lassen? Weil Schröpfen die Regenerierung der Muskeln beschleunigt, Schmerzen lindert, Entzündungen hemmt und die Blutzirkulation vorantreibt. Zumindest wird das behauptet. Der britischen Cupping Society zufolge hilft die Therapie zudem gegen Blutarmut, Akne, Ekzeme, Migräne und Fruchtbarkeitsprobleme. Es gibt zwei Arten des Schröpfens:

  1. Trockenes Schröpfen: hierbei wird lediglich ein Unterdruck auf der Haut erzeugt;
  2. Nasses Schröpfen: Nach der Behandlung wird die Haut mittels kleinen Einschnitten geöffnet, woraufhin das Schröpfen wiederholt wird. Durch das Erzeugen des Unterdrucks wird Blut freigesetzt, was zur Entgiftung des Körpers beitragen soll.

Wundermittel oder Quacksalberei ?

Die heilende Wirkung des Schröpfens wurde nie wissenschaftlich belegt. Die Vereinigung gegen Quacksalberei kann Schröpfen daher auch nichts Positives abgewinnen. Doch das ist fanatischen Sportlern egal. Sie glauben, die Therapie hilft Ihnen dabei, Ihre Muskelkraft auf legale Weise zu erhöhen, um auf diese Weise Ihre Leistung zu verbessern. Auch in Hollywood hat sich das Schröpfen durchgesetzt. Viele Stars unterziehen sich der Behandlung mit den heißen Gläsern. Statt der Optimierung der sportlichen Leistungen geht es ihnen wohl vielmehr um die Bekämpfung von Verspannungen, Cellulite und Alterungserscheinungen.

Risiken des Schröpfens

Möchten Sie sich auch gern einer Schröpftherapie unterziehen? Dann suchen Sie hierfür ausschließlich einen professionellen Therapeuten auf. In Deutschland ist jeder dazu berechtigt, Schröpftherapien anzubieten. Geraten Sie also an einen Therapeuten, welcher nicht auf Hygiene achtet oder keine ausreichende Sachkenntnis hat, dann laufen Sie unter anderem Gefahr Brandwunden oder eine Hepatitis-B-Infektion (bei nassem Schröpfen) zu erleiden. Seien Sie sich auch den möglichen Nebenwirkungen bewusst. Neben den purpurroten Kreisen an den Stellen, wo die Gläser aufgesetzt wurden, kann es zudem zu Hämatomen, schmerzhaften blaue Flecken und Hautentzündungen kommen.

Quellen: WebMD