Blog

Psychische Beschwerden bei Männern

Psychische Beschwerden bei Männern

Frauen sind bekannt für ihre Stimmungsschwankungen, ihre Stimmungstiefs und ihre Tage, an denen sie einfach ihre Ruhe brauchen. Doch wussten Sie, dass mentale Beschwerden ebenso bei Männern vorkommen? Männer sprechen hierüber lediglich weniger, weshalb männliche Stimmungstiefs weniger Beachtung finden. Dennoch ist es wichtig, diesem Thema einmal mehr Aufmerksamkeit zu schenken, denn nur durch die Thematisierung lässt sich hieran etwas ändern. Im Folgenden haben wir einmal einige psychische Beschwerden zusammengetragen, von denen vermehrt Männer betroffen sind.

Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)

Im Leben kann einem Manches widerfahren, was die Lebensumstände stark beeinflusst. Denken Sie hierbei beispielsweise an ein Kriegstrauma, einen Überfall, sexuelle Gewalt, ein schweres Unglück, einen Terroranschlag, eine Scheidung oder den Verlust eines nahestehenden Menschen. Dies ist mit viel und häufig auch lang anhaltendem Stress sowie psychischer Belastung verbunden und kann daher zu körperlichen und / oder seelischen Beschwerden führen, wie unter anderem:

  1. Anhaltende Angst, auch wenn die traumatische Situation bereits (lange) zurückliegt;
  2.  Ein sich stetig wiederholendes Durchleben der Stresssituation, indem man beispielsweise immer wieder von Neuem daran denkt oder davon träumt;
  3. Physische Reaktionen (wie Zittern, Schwitzen, Übelkeit und Hyperventilieren) bei der durch Hören, Sehen oder Lesen ausgelösten Konfrontation mit etwas, das mit dem Durchlebten im Zusammenhang steht;
  4. Das Meiden von Erinnerungen, Dingen oder Orten, die mit dem Durchlebten im Zusammenhang stehen;
  5. Depressive Verstimmungen und Antriebslosigkeit;
  6. Reizbarkeit, Schreckhaftigkeit oder andere Zeichen erhöhter Wachsamkeit;
  7. Konzentrationsstörungen;
  8. Schlafstörungen.

Vor allem Männer neigen dazu, böse Gedanken und Erinnerungen zu negieren und psychischen Problemen keine Beachtung zu schenken. Dennoch ist es sehr wichtig, sich Hilfe zu suchen. PTBS kann auf verschiedene Weisen behandelt werden. Gute Ergebnisse werden gegenwärtig mit einer EMDR-Therapie erzielt. Hierbei handelt es sich um eine Behandlung, bei der schnelle Augenbewegungen stimuliert werden, um auf diese Weise eine emotionale Entlastung der Erinnerung herbeizuführen. Ihr Hausarzt kann Ihnen eine derartige Behandlung verschreiben und Sie an einen Spezialisten überweisen.

Angst- oder Panikstörung

Eine Angststörung tritt nicht nur bei Frauen auf. Auch bei Männern kann plötzlich Panik ausbrechen. Geht eine derartige Panikattacke mit bestimmten unangenehmen körperlichen Beschwerden wie Hyperventilieren, Herzrasen und Schweißausbrüchen einher, kann dies zusätzlich zu einer Angst vor der Angst führen. Und so schließt sich der Kreis. Angst- und Panikstörungen lassen sich jedoch im Allgemeinen gut behandeln.

Verhaltenssucht

Eine Verhaltenssucht ist nicht zu verwechseln mit einer Alkohol- oder Drogenabhängigkeit. Eine Verhaltenssucht äußert sich beispielsweise durch das tagelange Spielen von Computerspielen oder der Teilnahme an Glücksspielen trotz hoher Schulden. Auch eine Sexsucht ist unter Männern keine Seltenheit. Die Folgen einer Verhaltenssucht können gravierend sein und reichen von finanzieller Not über Beziehungsprobleme bis hin zu Einsamkeit und anhaltender Niedergeschlagenheit. Um dem Teufelskreis einer Verhaltenssucht zu entkommen, ist es wichtig, sich rechtzeitig Hilfe zu suchen.

Depression

Jeder ist hin und wieder niedergeschlagen. Hält dies jedoch über Wochen oder Monate hinweg an, spricht man von einer Depression. Die allgemeinen Anzeichen einer Depression sind unter anderem:

  1. Anhaltende Niedergeschlagenheit;
  2. Verringertes oder gänzlich fehlendes Interesse an der Außenwelt;
  3. Lustlosigkeit;
  4. Verringerter oder gesteigerter Appetit;
  5. Verringertes oder erhöhtes Schlafbedürfnis;
  6. Denkblockaden, Konzentrationsstörungen und Entscheidungsunfreudigkeit;
  7. Müdigkeit und Energiemangel;
  8. Ruhelosigkeit oder Antriebslosigkeit.

Männer mit Depressionen können darüber hinaus (oder stattdessen) weitere Symptome erfahren, wie unter anderem:

  1. Aggressionen;
  2. Körperliche Beschwerden wie Rückenschmerzen, Kopfschmerzen oder Magenschmerzen;
  3. Verringertes sexuelles Verlangen;
  4. Leichtsinniges Verhalten.

Selbstmordgedanken

Bei einigen Männern werden Depressionen oder andere psychische Beschwerden von Selbstmordgedanken oder wiederkehrenden Gedanken an den Tod begleitet. Die Statistiken hierzu sind erschütternd – pro Minute begeht auf der Welt ein Mann Selbstmord. Das ist besonders bestürtzend, da Depressionen – sofern man sich hierzu Hilfe sucht – gut behandelbar sind. Leiden Sie oder jemand aus Ihrem Umfeld an Selbstmordgedanken, können Sie sich beispielsweise an die Telefonseelsorge wenden.

Was tun bei psychischen Beschwerden?

Viele Männer sprechen nicht über Ihre psychischen Beschwerden, denn in unserer Gesellschaft herrscht noch immer die weitverbreitete Meinung ‚Große Jungs weinen nicht‘. Das ist sehr schade, denn gerade über seine Probleme zu sprechen, kann einem großes Leid ersparen. Psychische Beschwerden sind bei Männern oft mittels einer Therapie und / oder Medikamenten gut behandelbar.
Wenn Sie auch unter psychischen Beschwerden leiden, tragen Sie diese nicht mit sich herum, sondern suchen Sie das Gespräch. Vertrauen Sie sich Ihrer Familie, Ihren Freunden oder Ihrem Hausarzt an. Möchten Sie sich Ihren Bekannten lieber nicht öffnen, gibt es bestimmte Notfallnummern, an die Sie sich (auch anonym) wenden können.

Quellen: Mentaalvitaal.nl, Hersenstichting, Thelivelovelaughfoundation.org, Movemberfoundation, Telefonseelsorge.de, depressionen-depression.net