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Psoriasis captis

Psoriasis captis – Schuppenflechte auf der Kopfhaut?

Psoriasis (Schuppenflechte) kommt auf der Kopfhaut relativ häufig vor. Der lateinische Name hierzu lautet „Psoriasis captis“. „Captis“ bedeutet dabei „vom Kopf her“. Sie erkennen diese Form der Psoriasis an den schuppigen roten Stellen auf dem behaarten Teil der Kopfhaut. Diese Stellen befinden sich vor allem entlang der Haargrenze hinter den Ohren. Man kann meistens eine genaue Grenze zwischen der betroffenen und der gesunden Haut erkennen. Bei dieser Form von  Psoriasis captis besteht auch immer ein Risiko von Haarausfall.

Der große Unterschied zwischen  Psoriasis captis und einem Ekzem auf der Kopfhaut ist der, dass das Ekzem als eine feine, freie Schuppenflechte auftritt die sich meistens über den gesamten behaarten Kopfbereich erstreckt. Die Schuppenflechte bei einer Psoriasis captis ist in der Regel relativ groß und setzt sich häufig an den Haaren fest und kann dabei dicke Stellen formen.

Menschen die auf der Kopfhaut an einer  Psoriasis captis leiden sind auch häufig an anderen Körperstellen davon betroffen.

Was ist Psoriasis?

Psoriasis  ist eine chronische Hautkrankheit von der viele Menschen betroffen sind. Es wird geschätzt, dass etwa 2-3% der Weltbevölkerung an Psoriasis leiden und etwa 2 Millionen Menschen in Deutschland.

Psoriasis ist eine Autoimmunkrankheit

Auch wenn  Psoriasis captis vornehmlich die Haut betrifft handelt es sich dabei primär nicht um ein Hautproblem, sondern um eine Autoimmunkrankheit. Diese Krankheit entsteht sobald das Immunsystem falsche Signale an die Haut sendet wodurch sich die Haut unnormal schnell neu bildet. Während der Erneuerungsprozess der Haut normalerweise etwa 28 Tage andauert geschieht dies bei einer „Psoriasis-Haut“ in gerade einmal 4-5 Tagen. Dies hat zur Folge dass Hautzellen nicht abgestorben sind wenn sie auf der Kopfhaut eine Hornschicht bilden. Hierdurch wird die Hornschicht dicker und die unreifen, toten Hautzellen bilden eine Schuppenflechte. Zudem kommt es zu einer Blutgefäßerweiterung. Als Folge hiervon nehmen die Blutzufuhr und die Zufuhr der entzündungshemmenden Stoffe in die Haut zu und es entstehen Rötungen.

Was verursacht Psoriasis auf der Kopfhaut?

Psoriasis auf der Kopfhaut ist eine der acht Form einer Psoriasis. Die genaue Ursache dieser Hautkrankheit konnte bislang nicht geklärt werden. Wir wissen jedoch, dass es sich um eine erbliche Krankheit handelt. Ein Kind dessen Elternteil an dieser Hautkrankheit leidet, ist einem 10%-igen Risiko ausgesetzt ebenfalls eine Psoriasis zu entwickeln. Wenn beiden Eltern unter dieser Hautkrankheit leiden liegt die Wahrscheinlichkeit sogar bei 50%.

Daneben hat die Praxis gezeigt, dass es einige Faktoren gibt die eine  Psoriasis captis auslösen oder verschlimmern können. Diese sind:

  1. Stress;
  2. Hautschäden;
  3. Infektionen;
  4. Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum;
  5. Bestimmte Medikamente, wie z. B. einige Schmerzmittel (wie Diclofenac und Ibuprofen), Beta-Blocker, Lithium und Malariatabletten;
  6. Es gibt Hinweise darauf, dass bestimmte Lebensmittel eine Psoriasis captis auslösen können.

Was können Sie bei Psoriasis captis auf der Kopfhaut unternehmen?

Genau wie die anderen Formen der Psoriasis, kann man eine Psoriasis captis nicht vollständig heilen. Glücklicherweise gibt es jedoch Behandlungsmethoden (Link zum Artikel: Psoriasis Behandlung) mit denen man den Stellen vorbeugen oder sie behandeln kann. Die behandelten Stellen können dadurch Wochen bis Jahre Psoriasisfrei bleiben.

Sie können das nachfolgende bei einer Psoriasis captis auf der Kopfhaut unternehmen:

  1. Verwenden Sie ein Kohle-Teer-Shampoo solange die Schuppenschicht auf der Kopfhaut noch nicht so stark ausgebildet ist;
  2. Verwenden Sie 10%-ige Salicylsäure das z.B. in Lanettesmeersel FNA enthalten ist bei einer dickeren Schuppenschicht. Machen Sie das am Besten abends. Kämmen Sie sich morgens die Schuppen aus den Haaren aus und waschen Sie sich anschließend die Haare mit einem normalen Shampoo oder mit einem Kohle-Teer-Shampoo.
  3. Verwenden Sie eine Cetomacrogol-Salbe mit 25% Cetiol V bei einer dicken Schuppenschicht. Hiermit bekämpfen Sie die Schuppenschicht zeitnah. Machen Sie das am Besten abends und entfernen Sie morgens zunächst die Schuppen mit einem Kamm aus den Haaren. Anschließend können Sie die Haare mit einem normalen Shampoo oder mit einem Kohle-Teer-Shampoo waschen.