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Persistent sexual arousal syndrome

Persistent sexual arousal syndrome

Was ist das Persistent sexual arousal syndrome?

Wenn Sie noch nie von dieser Krankheit gehört haben, dann sind Sie nicht der/die einzige.

Persistent Sexual Arousal Disorder (PSAD) ist eine Krankheit, bei der ständig eine genitale Erregung empfunden wird – stunden- oder tagelang – ohne sexuelle Grundlage. Die Krankheit wurde zum ersten Mal 2001 beschrieben, auf Basis von fünf Fällen.

Mittlerweile gibt es veröffentlichte Untersuchungen mit mehr als 500 Patienten und seit 2013 ist diese Krankheit offiziell anerkannt und aufgenommen in das Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM-5). Dies ist das Handbuch für die Klassifizierung von psychischen Störungen.

Es ist eine Krankheit, worüber noch nicht sehr viel bekannt ist, aber wir listen hier gerne einmal auf, was wir doch sicher sagen können.

Ursachen

Obwohl die Ursache für PSAD noch nicht vollkommen deutlich ist, ist die dominante Theorie, dass der wichtigste genitale Nerv (Pudendus-Nerv) im Becken umklammert wird.

Angst spielt wahrscheinlich auch eine Rolle; 30% der Patienten mit PGAD hatten Panikanfälle und 60% hatten eine Depression in dem Jahr, bevor die Symptome aufgetreten sind.

Symptome bei sexueller Daueerregung

Die Symptome von Persistent sexual arousal syndrome sind spontane, unkontrollierbare und anhaltende, genitale Erregung, mit einer Zunahme der Blutzufuhr in die Genitalien und sogar Orgasmen. Im Gegensatz zu sexueller Erregung kann ein Orgasmus die Erregung im Höhepunkt kurz lindern.

PGAD wird definiert und diagnostiziert anhand von sechs Kriterien, die die Krankheit von normaler oder Hypersexualität unterscheidet:

  1. Die Erregung hält längere Zeit an (Stunden, Tage oder sogar Wochen)
  2. Die Erregung geht nach einem oder mehreren Orgasmen nicht zurück
  3. Hat keine Beziehung zu sexueller Begehrung oder sexueller Erregung
  4. Ist nicht mit sexueller Stimulation der Genitalien verbunden
  5. Unerwünscht
  6. Psychische Belastung

Obwohl PSAD auch Männer betreffen kann, kommt die Krankheit häufiger bei Frauen vor. Die Beschwerden konzentrieren sich rund um die Klitoris (oder einen Teil der Klitoris), die Vagina und die Schamlippen und verursachen ein klopfendes Gefühl, Schmerzen und Kribbeln.

Untersuchungen

Die Krankheit wird hauptsächlich auf Basis der Symptome diagnostiziert. Eine körperliche Untersuchung ist jedoch wichtig, um andere Ursachen auszuschließen.

Außerdem wird in bestimmten Fällen ein MRI-Scan vom Becken gemacht, um zu bestimmen, ob es sich um eine Nervenbeklemmung handelt. Physiotherapeuten testen bei der Kontrolle den Beckenbodenmuskel.

Behandlung bei Persistent sexual arousal syndrome

Momentan besteht die Behandlung aus einer Kombination aus Medikamenten und psychologischer Unterstützung, um die Unannehmlichkeit der Beschwerden weitestgehend zu lindern.

Es werden verschiedene Medikamente eingesetzt. Für eine Linderung der physischen Beschwerden werden verschiedene Schmerzmittel verwendet, von Mitteln gegen Nervenschmerzen wie Gabapentin bis zu regulären Schmerzmitteln wie Opiaten. Außerdem werden transkutane, elektrische Nervenstimulationen (TENS) angewendet. Für die psychologischen Beschwerden können Antidepressiva und Antipsychotika verschrieben werden. Die Medikamentenwahl ist abhängig von den individuellen Symptomen.

Empfohlene psychische Therapien sind unter anderem kognitive Verhaltenstherapien, manchmal in Verbindung mit Mindfulness (eine Art Meditationstraining). Kognitive Verhaltenstherapie richtet sich auf das Verändern der Gedanken und des Verhaltens in Reaktion auf Schmerzen und andere PGAD-Symptome, während sich Mindfulness auf das Bewusstsein der körperlichen Gegebenheiten ohne Urteil darüber richtet.

Weitere mögliche Behandlungen sind abhängig vom individuellen Fall. So kann Verhaltenstherapie sinnvoll sein, wenn die Veränderungen im Sexleben einen großen Einfluss auf die Beziehung haben. Übungen um den Beckenbodenmuskel zu stärken können helfen, wenn eine geschwächte Muskelkontrolle ein Faktor ist.

Quelle: “Principles and Practice of Sex Therapy”, Fifth Edition van M. Yitzchak et al.