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Nierenbeckenentzündung

Eine Nierenbeckenentzündung…. Was ist das?

Eine Nierenbeckenentzündung, auch Pyelonephritis genannt, ist eine Infektion des Teils der Niere, in dem der Urin gesammelt wird, der in der Niere produziert wird. Dieser Teil der auch als Nierenbecken bezeichnet wird. Aus dem Nierenbecken gelangt der Urin über die Harnröhre in die Blase.

Akut oder chronisch?

Bei einer Nierenbeckenentzündung ist die Nierenbeckenwand entzündet. Die Entzündung kann sowohl in einer als auch in beiden Nieren auftreten. In der Regel handelt es sich hierbei um eine bakterielle Infektion. Sobald die Entzündung akut ist, kann dies zu starken Schmerzen in der Seite führen. Diese Schmerzen können auch zusammen mit Fieber und Schüttelfrost auftreten. In der Regel treten die Schmerzen spontan auf. Eine chronische Nierenbeckenentzündung ist hingegen deutlich weniger schmerzhaft und kann in einigen Fällen auch ohne oder nahezu keinen Beschwerden verlaufen. Hierdurch kann jemand jahrelang unbemerkt unter einer chronischen Nierenbeckenentzündung leiden. Falls die Nierenbeckenentzündung unbehandelt bleibt, kann dies zu bleibenden Nierenschäden führen. Eine chronisch entzündete Niere muss im schlimmsten Fall sogar entfernt werden.

Erhöhtes Risiko

Eine Nierenbeckenentzündung tritt bei Frauen häufiger auf als bei Männern. Auch kleine Kinder (jünger als zwei Jahre) und Babys sind einem erhöhten Entzündungsrisiko ausgesetzt, da ihr Immunsystem noch nicht vollständig ausgewachsen ist. Des Weiteren nimmt das Risiko einer Nierenbeckenentzündung bei Diabetes Mellitus sowie bei einem geschwächten Immunsystem zu.

Wie entsteht eine Nierenbeckenentzündung?

Eine akute Nierenbeckenentzündung wird in der Regel durch Bakterien hervorgerufen. Meistens handelt es sich hierbei um Bakterien, die vornehmlich im Dickdarm auftreten, wie z.B. die E-Coli Bakterien. Sie können sich jedoch auch im Bereich um die Harnröhre befinden und über diesen Weg in die Blase gelangen. In der Folgezeit können sie dann aus der Blase über die Harnröhre in die Nierenbecken gelangen. Eine unbehandelte oder nicht ausreichend behandelte Blasenentzündung ist ebenfalls eine der möglichen Ursachen für eine Nierenbeckenentzündung.

Verstopfung der Harnwege

Eine chronische Nierenbeckenentzündung ist häufig auch die Folge von verstopften oder blockierten Harnwegen. Hierdurch kann (ein Teil) des Urin den Körper nicht verlassen, wodurch die Bakterien sich dort vermehren können. Dies kann wiederum die Folge von Nierensteinen, einer Prostatavergrößerung, einer Schwangerschaft, einem Geburtsfehler, einem vesikoureteralen Reflux (der Rückfluss von Urin aus der Blase in die Harnleiter) oder einem gut- oder bösartigem Tumor sein.

Des Weiteren können sich Infektionen in anderen Körperteilen über die Blutbahn zu den Nierenbecken ausbreiten. Ein Beispiel hierfür ist die Staphylokokkeninfektion der Haut. Dies kommt jedoch nur äußerst selten vor.

Die Symptome einer Nierenbeckeninfektion

Die Symptome einer akuten Nierenbeckeninfektion ähneln den Symptomen einer Blaseninfektion, verlaufen jedoch deutlich schwerwiegender. Bei beiden Erkrankungen ist der Urin trüb verfärbt und kann durch das vorhandene Blut sogar rötlich verfärbt sein. Hierbei ist das Wasserlassen schmerzhaft und erfolgt meist nur in Etappen.

Symptome einer akuten Nierenbeckenentzündung

Eine akute Nierenbeckenentzündung führt in der Regel zu plötzlichen Beschwerden. Die Symptome sind dann unter anderem: akute Schmerzen an einer oder beiden Seiten des unteren Rückens, Übelkeit, Erbrechen und Fieber mit Schüttelfrost. Allerdings leidet nicht jeder unter Fieber. Vor allem bei Älteren verläuft eine Nierenbeckenentzündung häufiger ohne Fieber.

Weitere mögliche Symptome sind:

  1. Vergrößerte Nieren(e);
  2. Schwierigkeiten beim Wasserlassen;
  3. Häufiges Wasserlassen;
  4. Schmerzen im Unterbauch;
  5. Angespannte Bauchmuskeln;
  6. Müdigkeit;
  7. Heftige Schmerzbeschwerden (Nierenkolik). Zu diesen Beschwerden kann es kommen, sobald der Patient unter Nierensteinen leidet, welche die Harnröhre passieren;
  8. Allgemeines Unwohlsein.

Symptome einer chronischen Nierenbeckenentzündung

Bei einer chronischen Nierenbeckenentzündung treten nur vage Symptome regelmäßig auf und in den meisten Fällen leiden die Patienten nicht unter Fieber. Hierdurch ist es schwierig, eine Nierenbeckenentzündung zu erkennen. Eine chronische Nierenbeckenentzündung wird häufig erst während einer Routineuntersuchung entdeckt.

Mögliche Symptome sind:

  1. Müdigkeit und geschwächt sein;
  2. Kopfschmerzen;
  3. Gelegentliche leichte Bauchschmerzen;
  4. Beschwerden beim Wasserlassen;
  5. Wechselfieber;
  6. Starker Durst.

Symptome einer Nierenbeckenentzündung bei Kleinkindern und Babys

Babys jünger als 3 bis 4 Monate leiden bei einer Nierenbeckenentzündung häufig unter anderen Symptomen als Erwachsene. Die häufigsten Symptome sind Fieber, häufiges Spucken, Weinkrämpfe und Probleme bei der Nahrungsaufnahme. Hin und wieder möchten die Kinder auch nichts trinken und sind auffällig still. Es kann zudem auch zu einem Wachstumsrückstand kommen.

Je älter die Kinder werden, desto mehr ähneln die Symptome denen eines Erwachsenen. So leiden die Kinder unter Fieber und haben Probleme beim Wasserlassen. Möglicherweise leiden sie auch unter Bauchschmerzen. Zudem lassen sie nur in kleinen Mengen Wasser und der Urin kann trüb verfärbt sein oder unangenehm riechen.

Wie stellt man eine Nierenbeckenentzündung fest?

Falls Sie vermuten, dass Sie oder Ihr Kind unter einer Nierenbeckenentzündung leiden, sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen. Eine unbehandelte Nierenbeckenentzündung kann zu schweren und bleibenden körperlichen Schäden führen. Sobald die Nieren nicht mehr gut funktionieren (Niereninsuffizienz), filtern sie auch die Abfallprodukte des Stoffwechsels nur noch unzureichend aus dem Blut heraus. Dies führt wiederum sowohl zu Beschwerden, wie Juckreiz, Übelkeit und Erbrechen, als auch zu Angstzuständen oder einer Epilepsie. Je schlimmer die Nierenfunktionsstörung ist, desto schwerer fallen auch die Komplikationen aus. Diese können von Bluthochdruck, einem erhöhten Herzschlag und Flüssigkeitsansammlungen im gesamten Körper bis hin zu einem lebensbedrohlichen Blutdruckabfall oder einer Herzinsuffizienz reichen.

Untersuchung

Eine Entzündung des Nierenbeckens kann mit einem Blut- und Urintest nachgewiesen werden. Eine Blutuntersuchung wird vorgenommen um festzustellen, ob die Anzahl der weißen Blutkörperchen erhöht ist. Dies ist unter anderem der Fall, wenn sich im Körper eine Infektion befindet. Die Urinuntersuchung gibt einerseits Aufschluss darüber, welche Bakterien die Übeltäter sind, andererseits aber auch über die Funktionsweise der Nieren. Möglicherweise wird ergänzend ein Ultraschall durchgeführt oder ein Röntgenfoto angefertigt. Auf diesen Bildern kann der Arzt erkennen, ob die Harnwege verstopft sind.

Die Behandlung einer Nierenbeckenentzündung

Die Behandlung einer Nierenbeckenentzündung besteht aus einer Antibiotika-Behandlung. Welches Antibiotikum dabei verschrieben wird, richtet sich nach den Bakterien, welche die Infektion verursachen. Die am häufigsten verwendeten Antibiotika sind in diesem Zusammenhang Ciprofloxacin und Amoxicillin. Wichtig: Ciprofloxacin darf im Gegensatz zu Amoxicillin nicht während der Schwangerschaft eingenommen werden.

Dauer & Verabreichung der Antibiotika-Behandlung

Falls Sie eine Antibiotika-Therapie verschrieben bekommen haben, muss diese auch immer beendet werden. Ansonsten besteht nämlich die Gefahr, dass nicht alle Bakterien abgetötet werden, wodurch die Beschwerden erneut wieder auftreten können und/oder sich eine chronische Nierenbeckenentzündung bilden kann. Die orale Antibiotika-Therapie dauert in der Regel 14 Tage. Bei Männern kann die Behandlung jedoch auch noch länger dauern (bis zu 6 Wochen), da die Nierenbeckenentzündung häufig hartnäckiger ist. Sobald ein Patient unter hohem Fieber leidet und ein Krankenhausaufenthalt notwendig wird, können die Antibiotika auch als Infusion zugeführt werden. Hierdurch gelangt das Medikament direkt ins Blut.

Medikamente gegen Schmerzen, Fieber und Übelkeit

Um die Schmerzen und das Fieber zu behandeln, können Schmerzmittel eingenommen werden. Paracetamol ist hierbei die mildeste Variante. Falls dies nur unzureichend Linderung verschafft, kann man zu IbuprofenNaproxenoder Diclofenac wechseln.

Domperidon und Metlopramid sind häufig verschriebene Mittel zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen.

Die Behandlung einer Verstopfung

Falls die Nierenbeckenentzündung die Folge einer Harnwegsverstopfung ist, ist womöglich eine Operation erforderlich, um von den Beschwerden befreit zu werden. Während dieser Zeit muss der Urin vorübergehend künstlich abgeführt werden. Dies erfolgt über einen Katheter, der direkt mit der Blase verbunden ist. Falls die Niere verstopft ist, kann es erforderlich sein eine „Nephrostomie Drainage“ in die Nieren einzuführen. Mit Hilfe dieses Röhrchens wird der Urin dann aus der Niere abgeführt.