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Nie wieder Nägelkauen!

Nie wieder Nägelkauen!

Nie wieder Nägelkauen!

Nägelkauen – eine hartnäckige Angewohnheit

Nägelkauen ist weit verbreitet. Experten schätzen, dass mehr als 10% der Erwachsenen und 30% Kinder an Onychophagie (Nägelkauen) leiden. Angebissene Nägel, eine gebrochene Nagelhaut, Wunden, entstellte Fingerspitzen. Betroffene kauen ihre Nägel manchmal bis sie bluten, und manchmal müssen sogar die Fußnägel herhalten. Warum tun wir unseren Fingern und Zehen das an und wie können wir mit dem Nägelkauen aufhören?

Ursachen

Kinder tun es, Erwachsene tun es, Männer tun es, Frauen tun es. Nägelkauen ist eine unangenehme Angewohnheit. Laut Experten ist es eine Impulsstörung. Ein Drang, der nicht so einfach unterdrückt werden kann. In vielen Fällen tritt dieser Drang in der Vorschulzeit auf und verschwindet nur nach und nach, wenn man ins Erwachsenenalter kommt. Aber es gibt auch Erwachsene, die diese Gewohnheit nie abgelegt haben. Betroffene sind nicht stolz darauf und schämen sich oft für das Nägelkauen. Warum tun sie es dann? Untersuchungen haben verschiedene Ursachen gezeigt:

  1. Aus purer Langeweile. Wenn wir nichts mit den Händen zu tun haben, dann kauen wir oft an den Nägeln, um die Hände zu beschäftigen. Dies geschieht häufig beim Fernsehen oder beim Lesen;
  1. Angst, Stress und Nervosität. In dieser Situation ruft das Nägelkauen oft ein Gefühl der Erleichterung hervor;
  1. Nachahmung. Viele Kinder ahmen häufig das Verhalten eines Familienmitgliedes nach;
  1. Übergang vom Daumensaugen;
  1. Einsamkeit;
  1. Vererbung.

Folgen

Nägelkauen kann schreckliche Folgen haben. Entzündungen sowie beschädigte Nägel und Fingerspitzen sind bekannte Symptome des Nägelkauens. Aber auch Mundinfektionen oder Zahnverformungen kommen immer wieder vor. Unter den Nägeln befinden sich viele Bakterien, die Mundprobleme verursachen können. Außerdem kann das Schlucken von Nägeln zu Magenproblemen führen. Betroffene schämen sich häufig für ihr Verhalten und für ihre Finger. Dies beeinflusst oft das Selbstbewusstsein.

Wie können Sie mit dem Nägelkauen aufhören?

Mit dem Nägelkauen aufzuhören kann eine äußerst schwierige Angelegenheit sein. Die meisten Betroffenen fangen nach einiger Zeit doch wieder an, an ihren Nägeln zu kauen. Diese Angewohnheit ist nun einmal wirklich schwer zu brechen. Wie können Sie also letztendlich mit dem Nägelkauen aufhören?

1. Sie müssen es selbst wollen

Nägelkauen ist eine Angewohnheit – genauso wie das Rauchen. Und wenn Sie eine Angewohnheit brechen möchten, dann müssen Sie zu 100% hinter diesem Vorhaben stehen und motiviert an die Sache gehen. Denken Sie immer an die positiven Aspekte, die das Aufhören mit Nägelkauen mit sich bringt, wie z.B. die schönen, langen Nägel und das erhöhte Selbstbewusstsein. Gleichzeitig sollten Sie die negativen Aspekte des Nägelkauens extrem dramatisch darstellen. Viele Menschen haben damit Erfolg gehabt, sich die Infektionsgefahr immer wieder bewusst zu machen. Wenn Sie denken, dass das Nägelkauen Ihnen niemals Probleme bereitet hat und auch nicht bereiten wird, dann wird das Brechen mit der Angewohnheit äußerst schwierig.

2. Machen Sie keinen Druck!

Haben Sie Kinder, die ihre Nägel kauen und denen Sie gerne beim Aufhören helfen möchten? Dann sollten Sie diese nicht unter Druck setzen und sie nicht bestrafen. Ein Kind wegen einer Angewohnheit zu bestrafen bringt häufig nichts. Sie sehen es als eine Form von Aufmerksamkeit und dies wirkt letztendlich nur kontraproduktiv. Untersuchungen haben gezeigt, dass es das Beste ist, das betroffene Kind einfach zu unterstützen und ihm/ihr die positiven Aspekte vom Aufhören mit dem Nägelkauen klarzumachen.

3. Ersetzen Sie die schlechte Gewohnheit mit einer guten Gewohnheit!

Ein Schlüsselaspekt von Verhaltensänderungen ist das Finden von neuen Gewohnheiten, um die schlechten Angewohnheiten zu ersetzen. Wichtig ist, dass die neue Gewohnheit nicht mit der vorherigen vereinbar ist. Dies bedeutet, dass Sie statt dem Nägelkauen eine Handlung ausführen sollten, bei der das Nägelkauen unmöglich ist. Sobald Sie das Verlangen haben, Ihre Nägel zu kauen, begeben Sie sich an die alternative Beschäftigung. Folgende Aktivitäten sind mögliche Alternativen:

  1. Kaugummi (ohne Zucker) kauen;
  1. Ihre Hände in die Hosentaschen stecken;
  1. Daumen drehen;
  1. Mit einem kleinen Ball spielen;
  1. Stricken oder Häkeln;
  1. Ein Musikinstrument spielen.

4. Gebrauchen Sie visuelle Erinnerungen

Nägelkauen passiert oft unbewusst und automatisch. Visuelle Hinweise können Ihnen dabei helfen, Sie an die schlechte Angewohnheit und die gewünschte Veränderung zu erinnern. Hierbei kann beispielsweise ein Armband als Zeichen agieren und Sie konstant an die schlechte Angewohnheit erinnern. Das bloße Sehen des Armbands sollte Ihnen dann das Signal geben, nicht an den Nägeln zu kauen.

Halten Sie Ihre Nägel kurz, sodass Sie weniger Drang haben, die Nägel zu kauen. Indem Sie Ihre Nägel mit etwas Olivenöl einschmieren, wird die Nagelhaut weich, wodurch Sie weniger Drang zum Kauen verspüren. Versuchen Sie, Ihre Nägel so schön wie möglich zu halten. Gönnen Sie sich doch einmal eine Maniküre! Das Geld, das Sie für die Verschönerung der Nägel ausgegeben haben, hält Sie im Nachhinein davon ab, die Nägel wieder abzukauen. Die Nägel selber zu lackieren kann in vielen Fällen auch helfen, da die schönen Nägel ja nicht „zerstört“ werden sollen.

5. Erkennen Sie die Situation!

Angewohnheiten sind oftmals verbunden mit bestimmten Situationen. Manchmal ist es schwierig genau zu sagen, in welchen Situationen Sie die Nägel kauen, weil Sie dies unbewusst tun. Ihre Umgebung kann dabei helfen, Sie darauf aufmerksam zu machen, wenn Sie einmal wieder Ihre Nägel kauen. Außerdem kann es helfen, eine Tinktur auf die Nägel zu schmieren, die sehr unappetitlich schmeckt und Sie in der jeweiligen Situation auf das Nägelkauen aufmerksam macht. Die Gefahr dieser Methode ist allerdings, dass Sie sich gegebenenfalls an den Geschmack gewöhnen und diesen nach einiger Zeit tolerieren.

6. Erkennen Sie die Gedanken und Gefühle!

Gedanken und Gefühle haben einen wesentlichen Einfluss auf Ihr Verhalten. Wenn Sie dahinter kommen, welche Gefühle bei welchen Gedanken Sie zum Nägelkauen bringen, dann können Sie vorsorglich schon einmal einen Ball in die Hände nehmen, um sich selbst vom Nägelkauen abzuhalten. Mindfulness hat schon vielen Patienten geholfen, Ihr Selbstbewusstsein zu verbessern.

7. Wiederholen Sie die neue Angewohnheit!

Wiederholungen spielen in der Entwicklung von neuen Gewohnheiten eine tragende Rolle. Es ist ein langer Prozess, eine alte Gewohnheit zu brechen und wird nicht vom einen auf den anderen Tag gelingen. Nehmen Sie sich also genügend Zeit!

8. Bleiben Sie motiviert!

Sein Verhalten zu verändern ist nicht leicht. Alte Gewohnheiten liegen im Unterbewusstsein und werden nicht aktiv gesteuert. Schlechte Angewohnheiten zu brechen hat sehr viel mit Selbstbewusstsein zu tun. Machen Sie aus diesem Grund regelmäßig Fotos von Ihren Nägeln und sehen Sie sich den Fortschritt oder auch Rückschritt an. Dies kann Ihnen bei diesem langen Prozess weiterhelfen.

Wenn es Ihnen nicht gelingt, selber mit dem Nägelkauen aufzuhören, dann können Sie die folgenden zwei Lösungsansätze in Erwägung ziehen:

9. Verhaltenstherapie / Akupunktur

Ein Verhaltenstherapeut kann Ihnen eventuell helfen. Der Therapeut hilft Ihnen, diese unangenehme Angewohnheit loszuwerden und durch eine positive Angewohnheit zu ersetzen. Außerdem können Sie auch bei einem Physiotherapeuten Hilfe bekommen. Dieser sucht mit Ihnen gemeinsam nach der genauen Ursache des Nägelkauens. Auch Akupunktur kann eine Lösung darstellen.

10. Der „Preventor“

Der „Preventor“ war vor einiger Zeit in den Nachrichten. Er scheint bei dem Aufhören mit dem Nägelkauen eine Hilfe zu sein. Der Preventor ist eine durchsichtige Kappe, die über die Zähne geschoben wird. Diese Kappe wird individuell erstellt und durch einen Zahnarzt eingesetzt. Dieses kleine Hilfsmittel macht Nägelkauen unmöglich und ist für die Außenwelt unsichtbar.

Es ist einfacher gesagt als getan, aber versuchen Sie so gut wie möglich von Ihren Nägeln fernzubleiben. Schöne Nägel und Finger erhöhen Ihr Selbstbewusstsein. Tun Sie etwas dafür!