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Medikamente richtig entsorgen

Medikamente richtig entsorgen

Wie Sie Medikamente richtig entsorgen können

Eine alte Tube Salbe in der Schublade, alte Paracetamoltabletten in den Tiefen der weiblichen Handtasche, eine angebrochene Flasche Hustensaft im Medizinschränkchen… Manchmal ist es gut den ganzen Kram einmal auszumisten. Medikamente können nämlich nicht endlos gelagert werden. Wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten wurde, dann werfen Sie die betroffenen Medikamente besser weg. Aber wie genau geht das? Darf man Medikamente einfach so in die Mülltonne werfen oder in der Toilette herunterspülen? Kurze, klare Antwort: Nein. Es gibt besondere Regeln, die Sie beim Wegwerfen von Medikamenten beachten müssen.

Gefährliche Stoffe

Medikamente enthalten Wirkstoffe. Manchmal sind das ziemlich unschuldige Stoffe, wie beispielsweise bei einem Kinderhustensaft. Aber es gibt auch Pillen und Pulver, die stärker dosiert sind. Die Grundstoffe der Medikamente können gefährlich sein. Werfen Sie die Medikamente einfach in den Restmüll oder spülen Sie diese in der Toilette herunter, so gelangen diese gefährlichen Stoffe in die Umwelt – beispielsweise ins Trinkwasser oder in den Boden. „Ach, die eine Tablette Aspirin..“, denken Sie vielleicht. Aber wir geben Ihnen gerne einmal ein paar Zahlen: In den Niederlanden beispielsweise werden täglich 427 Kilogramm Medikamente weggeworfen. Im Jahr sind das also fast 156.000 Kilo und das in einem Land, in dem gerade einmal 16,8 Millionen Menschen leben. Rechnet man diese Zahlen auf die Landesgröße von Deutschland hoch, dann kommen umso höhere Zahlen heraus. In diesem Maßstab wird die Sache dann doch ernst. Einfach so Medikamente wegzuwerfen ist in dem Sinne also keine gute Idee.

Warum werfen wir so viele Medikamente weg?

Jährlich werden Millionen von Euros an Arzneimitteln weggeworfen. Das sind aber natürlich nicht nur vergessene Paracetamol-Tabletten aus der Handtasche. So landen zum einen zahllose nicht abgeschlossene Antibiotikakuren im Müll und zum anderen schmeißen wir vor allem Medikamente weg, die von Patienten nicht mehr eingenommen werden. Das kann daherkommen, dass das Mittel nicht wirkt oder weil die Erkrankung geheilt wurde. So gibt es zahlreiche gefüllte Pillendosen, die in den meisten Fällen noch verpackt sind und eigentlich noch super zum Gebrauch wären. Das Problem ist aber, dass Apotheker diese Medikamente nicht zurücknehmen dürfen. Die Apotheke weiß nämlich nicht genau, was mit diesen Medikamenten passiert ist. Sie können die Sicherheit der Medikamente nicht garantieren, sodass die Medikamente stattdessen vernichtet werden müssen.

Vermeiden Sie Medikamentenverschwendung

Finden Sie es auch schrecklich, dass so viele brauchbare Medikamente weggeworfen werden? Dann versuchen Sie, solch eine Verschwendung so gut wie möglich zu verhindern. Nehmen Sie täglich oder langanhaltend Medikamente ein, dann bestellen Sie diese nicht in größeren Mengen. Zwei Monate auf Vorrat ist super, ein halbes Jahr ist übertrieben. Medikamente wegzuwerfen ist dann nicht nötig. Kaufen Sie weitere, rezeptfreie Produkte, wie Nasenspray oder Schmerzmittel, dann achten Sie auf das Haltbarkeitsdatum. Auch hier gilt, dass ein kleiner Vorrat optimal ist. Bekommen Sie Medikamente verschrieben, dann brechen Sie die Einnahme anderer Medikamente nicht vom einen auf den anderen Tag auf eigene Faust ab. Fragen Sie in jedem Fall Ihren Arzt, ob Sie die Einnahme abbauen oder abbrechen sollen. Nehmen Sie viele verschiedene Medikamente ein, dann fragen Sie regelmäßig Ihren Arzt, ob Sie all die Mittel noch stets benötigen.

Wohin mit abgelaufenen Medikamenten?

Haben Sie alte oder unbrauchbare Medikamente, dann behandeln Sie diese so wie chemische Abfälle – und das auch, wenn es sich „nur“ um rezeptfreie Mittel handelt, wie Hustensaft, magensäurehemmende Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel. Bewahren Sie alle Mittel auf und bringen Sie diese ab und zu in einem zu einem Sammelpunkt in der Gemeinde. Finden Sie dies zu viel Aufwand, dann können Sie die alten Medikamente auch bei Ihrer Apotheke abgeben. Diese sorgt daraufhin dafür, dass die Medikamente sorgfältig vernichtet werden.

Quellen: bdew.de; Bundesgesundheitsministerium;