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Lebensmittelvergiftung

Was ist eine Lebensmittelvergiftung?

Bei einer Lebensmittelvergiftung erkrankt jemand durch den Verzehr von Lebensmitteln oder Getränken, in denen sich giftige Stoffe (Toxine) befinden. Häufig handelt es sich dabei um Abfallstoffe von Bakterien, Viren oder Pilzen. Sobald jemand aufgrund dieser Organismen erkrankt sprechen wir von einer Lebensmittelvergiftung.

Sie können sich allerdings auch durch den Verzehr von Lebensmitteln eine Lebensmittelvergiftung einfangen, in denen sich von Natur aus Toxine befinden. So sind z.B. einige Pilze giftig. Zudem können die Toxine durch eine Verunreinigung in die Lebensmittel gelangen, wie z.B. durchs Düngen oder die Schädlingsbekämpfung mit Pestiziden.

Verschiedene Ursachen, verschiedene Symptome

Die Symptome einer Lebensmittelvergiftung hängen von der Ursache ab. Häufige Beschwerden sind Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Meist geschieht dies innerhalb einer Stunde nach dem Verzehr der kontaminierten Lebensmittel oder Getränke. Es kann in manchen Fällen allerdings auch einige Tage dauern, bis die Betroffenen die Beschwerden erleiden.

Häufig geht eine Lebensmittelvergiftung von selber wieder vorüber

Lebensmittelvergiftungen kommen relativ häufig vor. Für die Betroffenen ist das zwar extrem unangenehm, jedoch bedarf es in der Regel keiner medizinischen Hilfe. Die Beschwerden halten in der Regel nur wenige Tage an. Erst wenn jemand schwer erkrankt oder die Beschwerden länger als 4 Tage andauern, sollte man ein Arzt aufsuchen. So kann jemand durch langwieriges Erbrechen und/oder Durchfall austrocknen. Vor Allem Kleinkinder und Ältere sind hierfür anfällig.

Vorbeugen ist besser als genesen

Häufig kann man einer Lebensmittelvergiftung durch eine gute Lebensmittelhygiene vorbeugen. Das bedeutet unter anderem, dass Sie die Lebensmittel so aufbewahren und zubereiten, wie es auf der Verpackung angegeben ist. Nach Ablauf des Haltbarkeitsdatums sollten Sie nicht mehr alle Lebensmittel auch verarbeiten.

Unterschiedliche Formen der Lebensmittelvergiftung

In der Regel wird eine Lebensmittelvergiftung durch Lebensmittel oder Wasser verursacht, die mit Bakterien oder Viren verunreinigt sind. Untersuchungsergebnisse der niederländischen VWA haben ergeben, dass ca. 50% der Niederländer nach dem Grillen dem Risiko ausgesetzt sind, an einer Lebensmittelvergiftung zu erkranken. In Deutschland sieht dies nicht anders aus. Der Grund hierfür liegt darin, dass die Meisten nicht mit vorgegartem Fleisch arbeiten und die erforderliche Hygiene nicht beachten. Häufig verwendet man kein Extra-Besteck für das rohe Fleisch oder das übrig gebliebene Fleisch wird am nächsten Tag noch mal zubereitet.

Bekannte Auslöser einer Lebensmittelvergiftung sind:

  1. Salmonellen: Die meisten Lebensmittelvergiftungen werden durch die Salmonellen-Bakterien hervorgerufen. Häufig stecken sich die Betroffenen an rohem Fleisch oder nicht ausreichend gegarten tierischen Produkten an wie (Hähnchen)Fleisch, Fisch, Eier und Milch. Auch Obst und Gemüse können Salmonellen enthalten;
  1. E-Coli: E-Coli sind Bakterien, die von Natur aus im Darm von Tieren und Menschen vorkommen. Die meisten Arten sind ungefährlich. Lediglich bestimmte E-Coli-Arten können zu Problemen führen. Diese kommen vor allem in rohem Fleisch vor, wie schlecht vorgekochtem Hackfleisch oder Tatar. Über 30% aller Tropenreisenden bekommen aufgrund dieser Bakterien Durchfall;
  1. Bacillus Cereus: Diese Bakterien kommen in Nudel- und Reisprodukten vor, die nicht ausreichen kühl oder zu lange gelagert wurden;
  1. Staphylokokken: Lebensmittelvergiftungen, die auf diese Bakterien zurückzuführen sind, werden in der Regel durch eine eiweißreiche Lebensmittel verursacht, die nicht ausreichend kühl gelagert wurden. Beispiele hierfür sind Milchprodukte, Eiersalate, Schinken, Geflügel, Fisch oder Schalentiere.
  1. Viren: Vor allem Schalentieren sind für Lebensmittelvergiftungen durch Viren bekannt. Ein Beispiel hierfür ist der „Norwalk Virus“, benannt nach der amerikanischen Stadt Norwalk. Hier wurde der Virus erstmals 1968 entdeckt. Die Ansteckung erfolgte in erster Linie durch den Verzehr von nicht richtig geschälten und zubereiteten Schalentieren. Der Virus kann sich z.B. über Toiletten verbreiten.

Botulismus

Eine seltenere Form der bakteriellen Lebensmittelvergiftung stellt der Botulismus dar. Er wird durch ein starkes Neurotoxin verursacht welches das Bakterium ‘Clostridium botulinum’ produziert. Dieses Bakterium kommt unter anderem in Honig, selbst gemachten Marmeladen oder konservierten Lebensmitteln vor.

Lebensmittelvergiftung durch Pilze, Algen und Pflanzen

Einige Pilze, Algen und Pflanzen können durch die natürlich enthaltenen Gifte ebenfalls eine Lebensmittelvergiftung hervorrufen.

Pilze

Bestimmte Pilze produzieren sogenannte Mykotoxine. Diese Pilze wachsen z.B. auf Nüssen, Getreide und (Hülsen)Früchten. Sie sind dabei nicht immer auch sichtbar. Mykotoxine sind für die Gesundheit nur schädlich, wenn sie in zu großer Menge aufgenommen werden.

Algen

Einige Algenarten produzieren Toxine, sobald sie bei warmem Wetter blühen. In der Folge können diese Giftstoffe durch die Fische oder Schalentiere (Muscheln oder Austern) aufgenommen werde. Sobald diese Fische verzehrt werden, kann dies wiederum zu einer Lebensmittelvergiftung führen.

Pflanzen

Ein Beispiel für eine Lebensmittelvergiftung durch Pflanzen ist eine Pilzvergiftung. Menschen, die wilde Pilze pflücken, sind dieser Gefahr im Besonderen ausgesetzt. Sobald sich die Sammler bei den Pilzen irren, können sie schnell einem ernsten Gesundheitsrisiko ausgesetzt sein. In Deutschland ist der „Knollenblätterpilz” für die meisten tödlich verlaufenden Lebensmittelvergiftungen durch Pilze verantwortlich. Meistens werden die weißen Arten der Knollenblätterpilze mit Champignons verwechselt.

Lebensmittelvergiftung durch eine chemische Verunreinigung

Es gibt verschiedene Möglichkeiten wie die Lebensmittel chemisch verunreinigt werden können. So kann ungewaschenes Gemüse und Obst mit einer hohen Pestizidkonzentration der Grund für eine Lebensmittelvergiftung sein. Dasselbe gilt für Lebensmittel, die über Container oder Verpackungsmaterialien mit Chemikalien verunreinigt wurden, wie Zinn, Vinylchloridemomeer (in PVC) oder PCB das in farbiger Tinte oder Papier vorkommt. Es gibt allerdings noch viele weitere Verunreinigungsquellen. Sobald hiervon über einen längeren Zeitraum kleine Mengen konsumiert werden, kann dies wiederum zu einer chronischen Vergiftung führen.

Die Symptome einer Lebensmittelvergiftung

Die Symptome und der Ernst einer Lebensmittelvergiftung hängen von dem Ursprung der Vergiftung ab. Dabei sind Menschen mit einem geschwächten oder unterentwickelten Immunsystem einem größeren Risiko ausgesetzt, schwerere Symptome und mögliche Nebenwirkungen zu erleiden.

Sie erfahren nachfolgend mehr über die häufigsten Symptome einer Lebensmittelvergiftung. Häufig treten diese Symptome zwischen 2-6 Stunden nach dem Verzehr der betroffenen Lebensmittel/Wasser auf. In einigen Fällen kann es auch länger dauern. Das Einsetzen der Beschwerden variiert je nach Giftstoff und der verzehrten Menge. Zudem haben wir auch die Symptome einer bakteriellen Lebensmittelvergiftung durch das Bakterium Clostridium Botulinum (Botulismus) und solche einer chemischen Lebensmittelvergiftung aufgereiht.

Die häufigsten Symptome einer Lebensmittelvergiftung

  1. Durchfall/wässriger Durchfall: Häufig muss der Patient dann häufiger als dreimal täglich auf Toilette. Manchmal befindet sich auch Blut oder Schleim im Stuhlgang;
  1. Übelkeit und Erbrechen: Häufig treten diese Symptome einer Lebensmittelvergiftung nur an einem oder an mehreren Tagen auf;
  1. Bauchkrämpfe: Diese krampfartigen Schmerzen im Bauch können sich während des Erbrechens oder Stuhlgangs noch verschlimmern;
  1. Fieber und Schüttelfrost: Durch Fieber kann es zu leichten bis mäßigen Kopfschmerzen kommen. Die Schwächung durch den Durchfall und das Fieber kann zu Gliederschmerzen führen;
  1. Austrocknung: Durch das häufige Erbrechen und den Durchfall kann der Patient austrocknen. Dies kann sich z.B. in einem trockenen Mund, Schwindel, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schwächen, einem verminderten Harndrang und eingefallen Augen äußern. Eine schwere Dehydrierung kann Beschwerden hervorrufen, wie einen erhöhten Herzschlag, Verwirrtheit und ein eingeschränktes Sehvermögen.

Die Symptome einer bakteriellen Lebensmittelvergiftung (Botulismus)

  1. Muskellähmung;
  2. Vorübergehender Verlust der Sprache – oder des Augenlichts;
  3. Schwierigkeiten beim Schlucken;
  4. Erbrechen;
  5. Mundtrockenheit.

Die Symptome einer chemischen Lebensmittelvergiftung

  1. Übermäßiger Speichel;
  2. Schwitzen;
  3. Geistige Verwirrung;
  4. Tränende Augen;
  5. Erbrechen;
  6. Durchfall.

Die Behandlung einer Lebensmittelvergiftung

Meistens braucht eine Lebensmittelvergiftung nicht behandelt zu werden, und die Symptome dauern nicht länger als ein paar Tage an. Es ist allerdings wichtig darauf zu achten, dass der Patient nicht austrocknet. Das bedeutet, dass er/sie ausreichend viel trinkt. Eventuell kann man sich auch eine orale Rehydratationslösung (ORS) zu nutze machen. Hierdurch wird die Flüssigkeit besser aufgenommen und gespeichert. Ein solches Mittel erhalten Sie in der Apotheke oder Drogerie. Zudem können Sie auch noch Medikament gegen den Durchfall einnehmen, wie Immodium.

Wann sollte man den Hausarzt aufsuchen?

Wenn die Beschwerden länger als 4 Tage anhalten und der Patient Anzeichen einer Austrocknung hat, muss man einen Arzt zu Rate ziehen. Bei einer chemischen Vergiftung, z.B. durch Schalentieren oder Pilze, sollte immer ein Arzt zu Rate gezogen werden.

Quellen: Apotheken-UmschauBundesinstitut für Risikobewertung