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Leben mit HIV – was bedeutet das?

Leben mit HIV – was bedeutet das?

Es ist noch gar nicht so lange her, da war die Diagnose „HIV-positiv“ ein Todesurteil. Heute gibt es Medikamente, die das Virus im Zaum halten. So kann sich HIV nicht zur tödlichen Aids-Erkrankung entwickeln. Das heißt jedoch nicht, dass das Leben mit HIV leicht ist. HIV-Infizierte müssen jeden Tag Medikamente schlucken, und die können Nebenwirkungen haben. Auch müssen sie unbedingt auf einen gesunden Lebensstil achten. Und es gibt noch Herausforderungen ganz anderer Art, beispielsweise negative Reaktionen im eigenen Umfeld oder praktische Probleme.

Medikamente gegen HIV

Bei einer HIV-Infektion wird meistens eine Kombinationstherapie verschrieben: ein Medikamenten-Cocktail aus mehreren HIV-Hemmern, der ein- oder zweimal täglich eingenommen werden muss. Und zwar immer zur gleichen Zeit, denn nur so kann die HIV-Infektion gut behandelt werden. Ein Leben mit HIV heißt also, immer (auch im Urlaub, auf Partys und bei der Arbeit) an die Medikamente zu denken. Manche Tabletten müssen zu den Mahlzeiten eingenommen werden. Auch das erfordert eine gewisse Planung, vor allem, wenn man unterwegs ist.

Gesund leben mit einer HIV-Infektion

Das HI-Virus greift das Immunsystem an. Und wenn auch die Medikamente das Viruswachstum hemmen, so müssen HIV-Infizierte doch unbedingt auch die eigenen Abwehrkräfte stärken. Das heißt:

  1. gesunde Ernährung
  2. viel Bewegung
  3. nicht rauchen
  4. weitgehender oder völliger Alkoholverzicht

Gesunde Ernährung stärkt den Körper, sodass dieser eventuelle Nebenwirkungen der HIV-Medikamente abfedern kann. Wer sich viel bewegt, schläft nachts besser und ist mental widerstandsfähiger. Und das ist sehr wichtig, denn zu den Nebenwirkungen von HIV-Medikamenten können Niedergeschlagenheit und andere psychische Beschwerden zählen.

Praktische Angelegenheiten bei HIV

HIV-Infizierte werden auch mit vielen praktischen Problemen konfrontiert – zum Beispiel, wenn eine Versicherung abgeschlossen werden soll. Da hohe Krankheitskosten entstehen, muss sorgfältig geprüft werden, welche Versicherung am günstigsten ist. Übrigens können HIV-Infizierte mittlerweile auch eine Risikolebensversicherung abschließen.

Offenheit oder nicht?

HIV-Infizierte müssen darüber nachdenken, ob sie ihr Umfeld informieren. Leider ist HIV immer noch mit einem Stigma behaftet. Auch herrscht allgemein noch viel Unkenntnis und weiß noch nicht jeder, dass er sich nicht über Toilettensitze, einen Händedruck oder einen Schluck aus dem falschen Kaffeebecher mit dem HI-Virus und Aids infizieren kann. Wenn Sie von Ihrer HIV-Infektion erzählen, sind negative Reaktionen nicht auszuschließen. Verschweigen Sie jedoch Ihre Infektion, so leben Sie mit einem Geheimnis, und auch das hat viele Nachteile.

Offenheit oder nicht – es bleibt eine schwierige Frage. Unser Tipp: Nutzen Sie das Beratungsangebot der Deutschen Aidshilfe.

Hilfe für das Leben mit HIV

Glücklicherweise gibt es für HIV-Infizierte ein großes Hilfsangebot. Die Deutsche Aidshilfe und andere Organisationen stehen Ihnen gern bei praktischen Fragen zur Seite, beraten Sie jedoch auch, wie Sie

mit seelischen Belastungen umgehen können. Hilfe bei finanziellen Notsituationen bietet die Deutsche Aidsstiftung.

Auch der Kontakt mit anderen Infizierten, beispielsweise auf einem Forum, kann eine große Unterstützung sein. Ein Leben mit HIV ist nicht einfach, doch Sie werden nicht alleingelassen!

Quellen: HIVvereniging.nl, soaaids.nl, aidsfond.nl

Deutschsprachige Quellen: https://www.aidshilfe.de/, https://aids-stiftung.de/