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HIV und Homosexualität

Zusammenhang zwischen HIV und Homosexualität?

HIV und Aids kommen unter homosexuellen und bisexuellen Männern relativ häufig vor. In zwei von drei Fällen bei denen die Krankheit in Deutschland diagnostiziert wird fallen die Betroffenen in genau diese Gruppe. Jährlich wird bei ca. 1600 homosexuellen Männern die Diagnose HIV gestellt. Aber wie kommt das? Und warum sind besonders Homosexuelle von dieser Krankheit so sehr betroffen?

In diesem Artikel befassen wir uns näher mit der Frage, warum bei Homosexuellen ein erhöhtes Risiko einer HIV-Erkrankung besteht. Zudem geben wir Ihnen Hinweise mit auf dem Weg wie man einer Ansteckung und Verbreitung vorbeugen kann.

Homosexuelle sind einem erhöhten HIV-Risiko ausgesetzt

Es gibt zwei wesentliche Gründe weshalb sich gerade homosexuelle Männer häufiger mit HIV anstecken:

  1. HIV wird über (ungeschützten) Analsex viel einfacher übertragen als über ungeschützten Vaginalsex;
  2. Viele homosexuelle Männer haben verschiedene Sexualpartner.

Größere HIV-Gefahr durch ungeschützten Analsex

Der HIV-Virus befindet sich unter anderem im Blut, Sperma, Präejakulat und in der Scheidenflüssigkeit einer infizierten Person. Falls diese Körperflüssigkeiten in Kontakt mit der Blutbahn oder den Schleimhäuten einer anderen Person kommen, dann kann der Virus auch in dessen Körper eindringen.

Das Risiko sich mit HIV anzustecken ist während des Analsex größer als während des Vaginalsex, da die Schleimhäute im Anus einfacher zu durchdringen sind als die Schleimhäute der Vagina. Die Darmschleimhäute nehmen den HIV-Virus aufgrund ihrer absorbierenden Arbeitsweise einfacher auf. Zudem sind die Schleimhäute im Anus anfälliger. Hierdurch kommt es während des Geschlechtsverkehrs schneller zu kleinen Verletzungen in den Schleimhäuten. Diese Verletzungen bieten dem HIV-Virus eine gute Zugangsmöglichkeit.

Optimale Verbreitung des HIV durch wechselnde sexuelle Rollenverteilung

Das Risiko sich während des Analverkehrs mit HIV anzustecken ist 18 mal größer als während des Vaginalsex. Dabei ist der „empfangene“ Partner während des Geschlechtsverkehrs einer größeren Gefahr ausgesetzt sich mit dem HIV anzustecken als der penetrierende Partner. Die Verbreitung des HIV unter homosexuellen Männern wird noch gefördert indem die Partner auch häufig die Rollen zwischen „empfangenen“ und „gebenden“ Partner wechseln.

 

Ein weiteres Risiko

Ein zusätzliches Risiko das der ungeschützte Geschlechtsverkehr mit ständig wechselnden Partnern sowohl für Hetero- als auch für Homosexuelle mit sich bringt, ist das Risiko sich auch noch mit anderen Geschlechtskrankheiten anzustecken. Aus diesem Grund wurde in den letzten Jahren auch ein Anstieg der Ansteckungsrate mit anderen Geschlechtskrankheiten verzeichnet. Da jemand, der unter einer Geschlechtskrankheit leidet auch einer größeren Gefahr ausgesetzt ist sich mit HIV anzustecken, ist dies eine der größten Ursachen der häufigeren Ansteckung in der homosexuellen Szene.

HIV vorbeugen

HIV ist eine ernstzunehmende und schwere Erkrankung der Sie jederzeit vorbeugen müssen. Diese Virusinfektion kann man zwar derzeit recht gut behandeln, wodurch letztendlich auch die Symptome häufig ausbleiben. Jedoch kann man eine HIV-Erkrankung gegenwärtige noch nicht heilen. Wer sich einmal mit HIV angesteckt hat der wird diese Erkrankung auch nicht mehr los. Ein geschützter Geschlechtsverkehr ist daher essentiell. Aber wie geht der genau?

Sie praktizieren den geschützten Geschlechtsverkehr wie folgt:

  1. Verwenden Sie während des Geschlechtsverkehrs durchgängig ein Kondom in Kombination mit einem Gleitmittel. Lediglich Kondome die ein CE-Kennzeichen tragen sind auch zum Analsex geeignet. Verwenden Sie nie ein Kondom dessen Haltbarkeitsdatum bereits abgelaufen ist. Diese können nämlich einfacher reißen. Indem Sie ausreichend Gleitmittel verwenden minimieren Sie das Risiko, dass das Kondom reißt.

Hinweis: Haben Sie immer ein Kondom dabei. Die Verwendung eines Kondom muss selbstverständlich sein.

  1. Der Oralverkehr ist lediglich sicher falls kein Sperma in den Mund gelangt;
  2. Verwenden Sie einen Lecklappen oder ein aufgeschnittenes Kondom sobald Sie den Anus lecken. Falls Sie dies nicht machen besteht die Gefahr, dass Sie sich mit HIV anstecken sobald Hämorriden oder Blut durch den Analverkehr in dem Bereich vorhanden sind;
  3. Teilen Sie kein Sexspielzeug. Falls sich hierauf Sperma, Feuchtigkeit oder Blut befinden, dann kann der HIV-Virus ebenfalls übertragen werden;
  4. Praktizieren Sie weniger riskante Sexpraktiken, wie die gegenseitige Masturbation. Achten Sie jedoch darauf, dass sich auf den Händen kein Sperma, Präejakulat, Scheidenflüssigkeit oder Blut befindet.

Tests

Relativ viele HIV-Träger entdecken ihre HIV-Infektion erst, nachdem ihr Immunsystem so stark geschwächt ist das sie krank werden. Dann haben die Betroffenen aber bereits schon Aids. In der Zwischenzeit können sie ihre(n) Partner ebenfalls angesteckt haben. Dies trägt wiederum zur Verbreitung des HIV-Virus unter homosexuellen und bisexuellen Männern bei.

Bei Risikoverhalten häufiger testen lassen

Für Männer die mit ständig wechselnden männlichen Partnern ungeschützten Geschlechtsverkehr haben ist es wichtig, dass diese sich regelmäßig auf HIV testen lassen (mindestens 1 mal alle 6 Monate). Dies kann beim Hausarzt, Gesundheitsamt oder mittels Selbsttest erfolgen. Bei einem positiven Ergebnis kann man sich direkt behandeln lassen. So beugen Sie einer Aids-Entwicklung und einer weiteren Verbreitung vor. Warnen Sie zudem Ihren Partner damit dieser sich ebenfalls testen lassen und so einer weiteren Verbreitung vorgebeugt werden kann.