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Hitzewallungen

Hitzewallungen: typische Beschwerde der Wechseljahre

Charakteristisch für die weiblichen Wechseljahre sind häufig auftretende Hitzewallungen. Sie führen zu unangenehmen Schweißausbrüchen. Die Betroffene spürt, dass ihr Herz plötzlich schneller schlägt. Manchmal sind die lästigen Hitze-Staus auch noch von Erröten begleitet.

Hitzewallungen und ihre Ursachen

Die Hitze-Schübe und Schweißausbrüche treten in unterschiedlicher Stärke und Anzahl auf. Mitunter kommen sie nur 3-mal, an anderen Tagen wiederum bis zu 20-mal vor. Besonders nachts sind sie sehr belastend, da sie den Schlaf stören und oft chronische Schlafstörungen verursachen. Sie beginnen oft mit einem Druckgefühl im Kopf und sind nach spätestens einigen Minuten wieder vorbei. Die Hitzewellen überfluten den Körper von oben nach unten oder umgekehrt und erhitzen Gesicht, Hals und Oberkörper. Zu Beginn der Menopause treten sie am häufigsten auf und verschwinden oft nach einigen Jahren.

Ursache der Hitze-Staus im weiblichen Körper ist eine Erweiterung der peripheren Blutgefäße. Sie bewirkt eine Erhöhung der Hauttemperatur und Schweißausbrüche. Ist die Hitze-Attacke vorüber, fängt die Betroffene an zu frieren, da ihre Körpertemperatur dann wieder absinkt. Hitze-Schübe und Kälteschauer sind hormonell bedingt. Die genauen Auslöser der Hitzestaus sind noch nicht bekannt. Sie scheinen jedoch in einem ursächlichen Zusammenhang mit dem während der Wechseljahre sinkenden Östrogen und Gestagen-Spiegel zu stehen. Der weibliche Körper produziert dann nämlich weniger Geschlechtshormone. Eine der Aufgaben von Östrogen beispielsweise ist die Steuerung der Körperwärme. Andere Mediziner sind der Ansicht, eine durch den Hormonmangel ausgelöste gesteigerte Adrenalin-Ausschüttung führe zum Auftreten der unangenehmen aufsteigenden Hitze, wie man die belastenden Hitzewallungen auch nennt.

Übrigens: Über die Schweißausbrüche befreit sich der weibliche Körper von schädlichen überschüssigen Säuren. Die negativen Menopausen-Begleiterscheinungen haben also auch eine positive Seite.

Doch sind nicht nur die von den meisten Frauen als belastend empfundenen Wechseljahre Schuld an den Hitze-Attacken: Auch der Lebensstil und die Ernährungsweise können auslösende Faktoren sein. Das ist bei Frauen außerhalb der Wechseljahre oft der Fall.

Zu den Ursachen gehören:

  1. übermäßiger Stress
  2. zu stark gewürzte Mahlzeiten
  3. anregende Getränke wie Kaffee und Tee
  4. Übergewicht
  5. zu warme Schlafräume

Außerdem können einengende Kleidungsstücke und die Nebenwirkungen einiger Medikamente derartige Wirkungen haben. Darüber hinaus treten Hitze-Staus als Symptom von Krankheiten auf.

Das sind beispielsweise

  1. Allergien
  2. Diabetes mellitus (die Unterzuckerung löst die Schweißausbrüche aus)
  3. Schilddrüsen-Überfunktion
  4. bestimmte Magen-Darm-Karzinome

Im Normalfall sind die Wärme-Schübe nicht so belastend, dass sie einer ärztlichen Behandlung bedürfen. Kommen zu intensiven Hitzestaus jedoch noch andere starke Wechseljahresbeschwerden hinzu, die den Alltag der Betroffenen extrem einschränken, empfiehlt sich der Gang zum Frauenarzt.

Wer noch nicht in der Menopause ist und Hitzewallungen verspürt, sollte ebenfalls einen Mediziner aufsuchen. Bei diesen Patienten verschwinden die Schweißausbrüche meist, wenn die ihnen zugrunde liegende Erkrankung adäquat therapiert wird.

Konventionelle Behandlung der Hitzewallungen

Werden die Hitzestaus zu stark, empfehlen Ärzte in der Regel die sogenannte Hormonersatztherapie (HET, Hormontherapie). Da die regelmäßige Einnahme weiblicher Geschlechtshormone über einen längeren Zeitraum hinweg jedoch oft mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden ist, sollten die Patientinnen alle Vor- und Nachteile einer solchen Behandlung vor ihrer Entscheidung genau abwägen. Kurzfristig eingesetzt, kann die Therapie mit künstlichen Hormonen jedoch hilfreich sein.

Dabei verabreicht der behandelnde Frauenarzt Östrogen als Mono-Präparat oder in Kombination mit Gestagen. Die Hormonersatztherapie gilt als derzeit effizienteste Behandlungsmethode von Hitze-Attacken und anderen Wechseljahresbeschwerden. Ihre positive Wirkung konnte in diversen klinischen Studien bewiesen werden.

Meist erhalten die Patientinnen jedoch Kombinationspräparate (Östrogen und Gestagen), da Arzneimittel, die nur Östrogen enthalten, in der Vergangenheit häufig Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut auslösten. Da sich aus ihnen im weiteren Krankheitsverlauf Gebärmutterkrebs entwickeln kann, werden die östrogenhaltigen Mittel heute nur noch Patientinnen verschrieben, die keine Gebärmutter mehr haben.

Die Hormontherapie erfolgt

  1. mit Tabletten oder Kapseln (orale Anwendung)
  2. über Injektionen (Spritzen)
  3. als Gel oder Pflaster, das auf die Haut appliziert wird
  4. als Nasenspray
  5. als Scheiden-Ring oder Vaginal-Zäpfchen (lokale Anwendung)

Kombinationspräparate werden auf zwei Arten eingesetzt: Die von Hitze-Staus Geplagte nimmt entweder beide Hormone täglich ein oder in der ersten Phase das eine und in der zweiten das andere. Weitere häufig in Verbindung mit den Wechseljahresbeschwerden auftretende gesundheitliche Probleme wie Blasen-Schwäche und Stimmungsschwankungen bis hin zur Depression können die Arzneimittel in der Regel jedoch nicht bessern, auch wenn das auf den Beipackzetteln so angegeben ist.

Medikamente gegen Hitzewallungen

Manche Frauenärzte greifen auf den Wirkstoff Tibolon zurück. Das künstliche Hormon ähnelt in seiner Wirkung Östrogen und Gestagen gleichermaßen. Eine Dosis von 2,5 mg täglich kann Hitze-Staus reduzieren. Allerdings sollte man auch dieses Medikament nur kurzzeitig anwenden.

Zu den von Gynäkologen am häufigsten verschriebenen Hormon-Präparaten gehören Climagest (Mericomb) und Cyclo-Progynova. Beide Medikamente enthalten ein Östrogen und ein Gestagen. Weitere beliebte Arzneimittel gegen Hitze-Attacken und Schweißausbrüche sind Femoston 1/10 mg und Premarin. Das Monopräparat kann aber nur bei Patientinnen eingesetzt werden, denen die Gebärmutter entfernt wurde.

Gegen den zu hohen Blutdruck und die damit einhergehenden Hitzewallungen hilft außerdem noch der Wirkstoff Clonidin.

Risiken der Hormon-Ersatz-Therapie

Frauen, die sich einer Hormon-Ersatztherapie unterziehen, haben ein erhöhtes Risiko, einen Schlaganfall, Blutgerinnsel und Brustkrebs zu bekommen. Gesundheitlich unbedenklich, von vielen Patientinnen aber als belastend empfunden sind die während der Behandlung auftretenden Blutungen und Spannungsgefühle in der Brust.

Wie eine US-Studie an 16.000 Frauen zeigt, beseitigt die Hormon-Ersatztherapie die mit der Menopause einhergehenden körperlichen Beschwerden nicht, sondern verschiebt sie lediglich auf später: Nach dem Absetzen des Mittels treten die Hitzewallungen mit unverminderter Intensität wieder auf.

Um diesem Effekt vorzubeugen und das Risiko von Nebenwirkungen zu minimieren, empfiehlt es sich, die Hormone in niedriger Dosis zu verabreichen. Dann sind die Hitze-Staus zwar nicht weg, aber wenigstens nicht mehr so störend. Außerdem kann die Patientin dann schneller feststellen, wann sie vollständig verschwinden und das Medikament in Absprache mit ihrem Gynäkologen ganz absetzen.

Naturheilmittel und alternative Therapien

Frauen, die die Hormontherapie ablehnen, können auf pflanzliche Arzneimittel zurückgreifen. Sie sind in Form von Fertigpräparaten erhältlich. Auch wenn die Wirkung der meisten dieser Naturheilmittel wissenschaftlich nicht nachgewiesen ist, berichten viele Anwenderinnen über eine Besserung ihrer Hitzeschübe und weiteren Wechseljahresbeschwerden. Das liegt vor allem daran, dass die Pflanzenpräparate Phytoöstrogene enthalten, die den vom weiblichen Körper gebildeten Östrogenen strukturell ähneln. Einer dieser besonderen Wirkstoffe ist die Gruppe der Isoflavone.

Zu den erfahrungsgemäß wirksamsten natürlichen Mitteln gehören:

  1. Rotklee
  2. Traubensilberkerze
  3. Frauenmantel
  4. Salbei
  5. Mexikanische Yamswurzel

Salbeitee beispielsweise hat eine stark schweißhemmende Wirkung und dank seiner nervenstärkenden Eigenschaften einen seelisch harmonisierenden Effekt. Dazu reicht es aus, 2 Tassen langsam und in kleinen Schlucken über den Tag verteilt zu trinken. Als besonders effizient hat sich eine Behandlung mit Rotklee erwiesen: Er enthält gleich 4 verschiedene Isoflavone. Zu diesem Kraut existieren sogar verschiedene klinische Studien, die seine temperatursenkenden Eigenschaften bestätigen. Schon nach kurzer Anwendungsdauer lassen die Hitze-Attacken nach, wenn man sie mit der Mexikanischen Yamswurzel behandelt. Sie wirkt zudem seelisch ausgleichend und kann der nach der Menopause oft auftretenden Osteoporose vorbeugen. Außerdem können Moorbäder, warme und kalte Wechselduschen und Akupunktur-Sitzungen hilfreich sein, die lästigen Hitzewallungen wieder loszuwerden. Auch schweißtreibender Sport kann erleichternd wirken. Dampfbäder und Saunagänge vertreiben die Hitze-Staus oft. Mit ihnen kann die Betroffene noch zusätzlich bestehende Schlafstörungen beseitigen. Eine basenüberschüssige Entsäuerungskur ist eine weitere Möglichkeit, die Hitze-Schübe schonend einzudämmen. Auch die anderen wechseljahresbedingten Beschwerden lassen sich damit bessern.

Einfache Tipps gegen Hitzewallungen

Folgende einfache Methoden lindern die Hitze-Attacken ebenfalls:

  1. bevorzugt leicht verdauliche Speisen (Gemüse, Salate, Obst) verzehren
  2. Verzicht auf zu enge Bekleidung
  3. Textilien aus natürlichem Gewebe tragen
  4. Gewichtsreduktion
  5. Entspannungsübungen (Yoga, Meditation, autogenes Training)