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Hilfe, mein Kind hat Eiterflechte

Hilfe, mein Kind hat Eiterflechte

Hilfe, mein Kind hat Eiterflechte

Eiterflechte

Erst dachte ich, dass es Mückenstiche waren. Was an sich etwas komisch schien, weil die Mückensaison doch schon vorbei war. Aber noch am selben Tag bekam mein Sohn Tim ein paar weitere juckende Flecken. Und dann erklär einmal einem Fünfjährigen, dass er nicht jucken darf… In kürzester Zeit war sein Gesicht voll roter Flecken und nässender Wunden. Und einen Tag später war auch sein Bauch betroffen. Also sind wir doch einmal zum Hausarzt gegangen. Diagnose: Eiterflechte (Impetigo contagiosa). Nee, oder?

Ansteckende Eiterflechte

Eiterflechte ist eine bakterielle Hautinfektion, die häufig bei Kindern vorkommt. Alle Symptome bei meinem Sohn stimmten: zu Beginn nur ein Fleck rund um die Nase oder den Mund, schnell ausbreitende Flecken und nässende Wunden, die mit einer gelben Kruste trockneten. Tim hat glücklicherweise kein Fieber und wird vermutlich keine bleibenden Narben von den Wunden haben. Aber trotz alledem hat Eiterflechte einen großen Nachteil: Eiterflechte ist unglaublich ansteckend. Obwohl es vor allem als Kinderkrankheit angesehen wird, können auch Erwachsene hierunter leiden. Der Hausarzt gab mir einige Tipps, um die Krankheitssymptome von Eiterflechte soweit wie möglich zu beschränken:

  1. Ich muss mein Kind einmal pro Tag mit Seife waschen und danach gut abspülen;
  2. Die ganze Familie muss regelmäßig die Hände waschen
  3. Die Nägel müssen kurz und sauber gehalten werden;
  4. Mein Kind darf nicht (oder zumindest so wenig wie möglich) kratzen;
  5. Die Spielsachen, mit denen gespielt wurde, aber auch das Treppengeländer und die Türen, müssen einmal pro Tag gesäubert werden.

Es gibt also genug zu tun!

Zu Hause bleiben oder in den Kindergarten?

Mein Sohn Tim scheint Gott-sei-Dank nicht zu sehr zu leiden. Aber es ist schon ziemlich schwierig, ihn nicht kratzen zu lassen. Gestern Abend hat er im Schlaf einige Wunden aufgekratzt. Also habe ich ihm ein paar Handschuhe angezogen. Heute Morgen war der Schaden letztendlich nur halb so schlimm.

Ich habe mich gefragt, ob er jetzt in den Kindergarten darf oder ob er doch lieber zu Hause bleiben sollte, weil er andere Kinder eventuell anstecken könnte. Laut unserem Hausarzt durfte er wie gewohnt in den Kindergarten gehen. Die Bakterien, die die Eiterflechte verursachen, kommen nämlich so häufig bei Kindern vor, dass es sinnlos wäre, ihn zu Hause zu behalten. Gesunde Kinder verbreiten die Bakterien ebenfalls, aber nicht jedes Kind wird hiervon krank.

Ich habe zur Sicherheit noch einmal mit der Erzieherin gesprochen. Die sagte, es sei kein Problem, wenn Tim in den Kindergarten käme und wird versuchen eine weitere Ansteckung so gut wie möglich zu verhindern. So lässt sie alle Kinder häufiger die Hände waschen und Tim bekommt sein eigenes Handtuch. Außerdem werden sein Stuhl und sein Platz am Ende des Tages noch einmal gründlich gesäubert.

Salbe

Der Hausarzt gab mir ein Rezept für Fucidin-Salbe mit. Dies ist eine Creme, die die Bakterien auf der Haut tötet. Diese müssen wir dreimal täglich auf die Flecken schmieren. Sollte Tim doch krank werden, oder die Flecken nicht weggehen, dann müssen wir noch einmal zum Hausarzt. Dieser verschreibt dann eine Antibiotikakur. Wenn alles gut läuft, ist alles schon bald wieder vorbei.

Eiterflechte heilt meist innerhalb von ein bis drei Wochen. Übrigens kann Tim (oder wir) es zu einem späteren Zeitpunkt erneut bekommen. Ich dachte, dass man nach so einer Kinderkrankheit immun wäre (genauso wie bei den Masern oder Mumps), aber das scheint bei Eiterflechte nicht so zu sein. Wieder etwas dazugelernt!

Rasieren

Als Tim heute Mittag vom Kindergarten nach Hause kam, lief er sofort ins Bad und rief „Wo ist Papas Rasierer?“. Als ich fragte, warum er danach fragte, antwortete er mir: „Um meinen Bart abzurasieren“. Guter Kerl! Ich habe ihm also kurz erklärt, dass die Krusten, die aufgrund der Eiterflechte entstehen, zwar aussehen wie ein Bart, aber dass er vorerst noch keinen Rasierer nötig hat. Ich habe nie gedacht, dass ich einmal über eine Kinderkrankheit lachen würde.