Blog

Hämorrhoiden

Was sind Hämorrhoiden?

Hämorrhoiden sind aufgeschwollene Schwellkörper an der Innenseite des Anus. Diese Schwellkörper bestehen aus einem schwammähnlichen Netzwerk von Blutvenen, die dafür sorgen, dass der Anus sich gut verschließen kann und wir den Stuhlgang zurückhalten können. Wenn zu viel Druck auf diese Schwellkörper ausgeübt wird, können diese anschwellen und nach außen hervortreten – Nun sprechen wir von Hämorrhoiden.

Innenliegende und außenliegende Hämorrhoiden

Viele Menschen haben Hämorrhoiden ohne davon zu wissen. Dies ist der Fall, wenn die Hämorrhoiden innenliegend (im Anus) sind und keine Beschwerden verursachen. Allerdings können Hämorrhoiden so sehr anschwellen, dass sie aus dem Anus hervortreten (außenliegende Hämorrhoiden). Hämorrhoiden verursachen vor allem beim Stuhlgang starke Schmerzen. Des Weiteren können Sie bluten und sich entzünden.

 

Hemorrhoid.png

Hemorrhoid” by WikipedianProlific – [1]. Licensed under CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons.

Hämorrhoiden sind ein häufiges Problem, das meistens bei Menschen ab 50 auftritt. Frauen sind öfter betroffen als Männer.

 

Wie entstehen Hämorrhoiden?

Hämorrhoiden entstehen durch zu viel Druck auf die Schwellkörper des Anus. Der Druck entsteht durch:

  1. Zu viel Pressen beim Stuhlgang;
  2. Zu langes Sitzenbleiben auf der Toilette;
  3. Häufiges hocken;
  4. Verstopfung. Durch die Verstopfung wird der Stuhlgang zu hart, sodass auf der Toilette mehr gepresst werden muss;
  5. Durchfall;
  6. Einen sitzenden Beruf und/ oder zu geringe körperliche Betätigung. Durch viel Sitzen kann sich der Druck auf den Anus erhöhen. Außerdem kann der Stuhlgang durch nicht genügend körperlicher Betätigung trockener und härter werden, sodass sich der Druck des Pressens beim Stuhlgang erhöht;
  7. Übergewicht. Zu viel Übergewicht verursacht mehr Druck auf den Anus und begünstigt eine mögliche Verstopfung;
  8. Schwangerschaft. Je größer das Kind wird, desto mehr Druck entsteht auf den Magen, den Darm und den Anus. Ein weiterer Risikofaktor ist die Geburt selbst, bei der auch sehr stark gepresst werden muss;
  9. Alter. Wenn wir älter werden, sind die Schwellkörper weniger stark und können daher nach außen hervortreten. In dem Alter zwischen 45 und 60 Jahren kommen Hämorrhoiden daher auch am meisten vor. Vermutlich haben 50% der 50+ Jährigen Probleme mit Hämorrhoiden;
  10. Medikamente. Durch einige Medikamente können Hämorrhoiden entstehen. So können Medikamente wie Diuretika oder Medikamente, die viel Eisen beinhalten und gegen starke Schmerzen und Depressionen sind, diese Nebenwirkung hervorrufen;
  11. Vererbung. Es steht nicht fest, ob das Risiko auf Hämorrhoiden durch eine Vererbung erhöht wird. Allerdings kann man sehen, dass Hämorrhoiden in manchen Familien häufiger vor kommen.

Welche Beschwerden treten bei Hämorrhoiden auf?

Wenn Sie an Hämorrhoiden leiden, kann dies zu verschiedenen schmerzhaften Beschwerden führen. Glücklicherweise sind diese Beschwerden ungefährlich. Folgende Symptome können auftreten:

  1. Brennendes Gefühl am Anus;
  2. Juckreiz am Anus;
  3. Schmerzen am Anus;
  4. Blut und/ oder Schleim beim Stuhlgang;
  5. Helles Blut beim „abputzen“;
  6. Drückendes und schmerzhaftes Gefühl, wenn die Hämorrhoiden nach außen treten;
  7. Schmerzhafte Schwellung im Anus. Wenn die Schwellkörper im Anus eingeklemmt werden, kann der Blutfluss stocken. Dies führt zu einem Gerinnsel (Thrombus), das oft sehr schmerzhaft ist;
  8. Stuhlinkontinenz.

Wann sollte man den Hausarzt aufsuchen?

Obwohl Hämorrhoiden oft ungefährlich sind, sollten Sie zu Ihrem Hausarzt gehen, wenn Blut in Ihrem Stuhlgang feststellen. Blut im Stuhlgang kann nämlich auch durch eine Entzündung im Darm, Darmpolypen, eine Magendarmblutung und Darmkrebs auftreten.

  1. Gehen Sie bei analem Blutverlust auf jeden Fall zu Arzt, wenn Sie:
  2. Über 50 Jahre alt sind;
  3. In Ihrer Familie schwere Darmkrankheiten vorgekommen sind;
  4. Ihr Stuhlgang sich verändert hat. Denken Sie z.B. an häufigeren Durchfall oder häufigere Verstopfung als vorher oder auch an einen dünneren, blutigeren Stuhlgang und Stuhlgang, der sich in der Farbgebung verändert hat;
  5. Bauchschmerzen haben;
  6. Schnell und ohne Grund abnehmen.

Prävention und Behandlung

Das Risiko an Hämorrhoiden zu leiden bzw. die Beschwerden zu verringern, können Sie begünstigen, in dem Sie darauf achten, dass weniger Druck auf den Anus ausgeübt wird.

5 präventive Tipps:

Halten Sie nicht lange an. Je länger Sie den Stuhlgang zurückhalten, desto trockener und härter wird er, sodass Sie beim nächsten Toilettenbesuch umso härter pressen müssen;

  1. Vermeiden Sie hartes Pressen beim Stuhlgang;
  2. Vermeiden Sie Verstopfung. Trinken Sie daher minimal 1,5 Liter pro Tag und nehmen Sie ballaststoffreiche Nahrung, wie Vollkornbrot, brauner Reis und –Nudeln, Gemüse, Obst und Hülsenfrüchte, zu sich. Dies sorgt für einen weichen Stuhlgang;
  3. Sorgen Sir für eine ausreichende körperliche Betätigung – Mindestens eine halbe Stunde pro Tag. So können Sie Ihren Stuhlgang „stimulieren“;
  4. Vermeiden Sie Alkohol. Alkohol erweitert nämlich die Blutgefäße.

Sie können Ihre Beschwerden vermindern und/ oder Irritationen zuvorkommen, wenn Sie:

  1. Analsex vermeiden;
  2. Anstatt rauem Toilettenpapier einen nassen Waschlappen benutzen (Achten Sie aber darauf, dass Sie sich danach gut abtrocknen);
  3. Mögliche anale Ausstülpungen vorsichtig nach innen drücken;
  4. Ab und zu einen Eiswürfel an den Anus zu halten. Dies kann den Schmerz verringern.

Hämorrhoiden erkennen

Meistens kann der Hausarzt feststellen, ob Sie an Hämorrhoiden leiden. Er wird Ihren Anus untersuchen und den Anus eventuell auch auf innen- oder außenliegende Hämorrhoiden abtasten. Manchmal wird bei der Untersuchung auf innenliegende Hämorrhoiden auch ein Proktoskop (Metallrohr) verwendet. Hierfür können Sie auch an ein Krankenhaus weitergeleitet werden.

Wie werden Hämorrhoiden behandelt?

Wenn Hämorrhoiden nicht von selbst verschwinden und auch eine Selbstbehandlung nicht hilft, gibt es noch einige andere Formen der Behandlung:

  1. Medikamente;
  2. Medizinischer Eingriff;
  3. Chirurgischer Eingriff.

Medikamente
Meistens wird eine Salbe oder ein Zäpfchen mit präventiven Maßnahmen kombiniert. Die Salben und Zäpfchen helfen zwar nicht gegen die Hämorrhoiden, aber behandeln die Beschwerden wie Juckreiz, Schmerz und Irritationen. Oft sind sie in der Drogerie oder Apotheke ohne Rezept erhältlich. Seien Sie allerdings trotzdem behutsam mit dem Gebrauch. Sicherlich, wenn Sie die Medikamente langfristiger verwenden, sollten Sie Ihren Hausarzt aufsuchen.

Wenn Sie Beschwerden wie Blutverlust haben, kann der Hausarzt Ihnen ein Mittel gegen Krampfadern verschreiben. Ein Abführmittel kann Ihnen bei Verstopfung helfen.

Medizinischer Eingriff
Ein medizinischer Eingriff kann notwendig sein, wenn:

  1. Hämorrhoiden aus dem Anus hervortreten;
  2. Hämorrhoiden nicht mehr zurückgedrückt werden können;
  3. Hämorrhoiden schmerzhaft sind und bluten.

Der medizinische Eingriff kann z.B. aus dem Entfernen eines Blutklumpens (Thrombus), dem Abbinden der Hämorrhoiden mit Gummibändern oder einer Laserbehandlung, bei der die Blutzufuhr zu den Hämorrhoiden mit einem infrarot,- oder elektrischen Apparat unterbrochen wir, bestehen.

Chirurgischer Eingriff
Bei einem chirurgischen Eingriff werden die Hämorrhoiden operativ entfernt. Dies wird aber nur bei sehr großen und schmerzhaften Hämorrhoiden durchgeführt. Vor allem, weil durch einen chirurgischen Eingriff bleibende Schäden wie Inkontinenz, ein Risiko darstellen, wird dieser nur selten durchgeführt.