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Frühzeitiger Samenerguss

Frühzeitiger Samenerguss

Ein nicht zu unterschätzendes Problem…..

Frühzeitiger Samenerguss, oder auch vorzeitige Ejakulation ist ein Problem das man sicher nicht unterschätzen sollte. Natürlich hat früher oder später jeder Mann mit dem Problem zu tun das er früher zum Orgasmus kommt als er das womöglich möchte. Bei einigen Männern ist es jedoch eher die Regel als die Ausnahme, dass sie schnell kommen. In diesem Fall kann schnell ein unbefriedigendes Sexualleben entstehen bei dem es zu Gefühlen wie Scham oder sogar zu Depressionen kommen kann. Dies kann auch schnell zur ernsten Beziehungsproblemen führen. Kurz gesagt: Gründe um etwas gegen den frühzeitigen Samenerguss zu unternehmen. Glücklicherweise ist das problemlos möglich!

Was genau versteht man unter frühzeitigem Samenerguss?

Bevor wir Ihnen einige wertvolle Tipps geben wie Sie dieses Problem in den Griff bekommen können gehen wir zunächst einmal etwas genauer darauf ein was man überhaupt unter vorzeitiger Ejakulation versteht. Dies erscheint sinnvoll um mit einigen Vorurteilen aufzuräumen. So ist es zum Beispiel unwahr das man beim Sex immer mindestens eine viertel Stunde oder länger durchhalten muss.

Wir sprechen von vorzeitigem Samenerguss wenn der Mann die Kontrolle über seinen Samenerguss vor oder bereits kurz nach der Penetration verliert. Die Folge hiervon ist, dass der Sex abrupt beendet wird was einem erfüllten Sexleben im Wege steht.

Aber was ist schnell?

Anders gesagt: Der Orgasmus wird schneller erreicht als gewünscht. Aber was ist zu schnell? Laut Sexualtherapeuten wenn der Mann beim intimen Kontakt oder während des Geschlechtsverkehrs innerhalb von 30-120 Sekunden zum Orgasmus kommt. Wenn das jedoch für beide Partner in Ordnung ist und beide kein Problem damit haben spricht man hingegen nicht von einem frühzeitigen Samenerguss.

Die Dauer einer „normalen“ Penetration

Aber welche Dauer ist für eine Penetration normal? Um diese Frage beantworten zu können wurden in den USA und in Kanada eine groß angelegte Studie durchgeführt. Dabei wurden tausende Paare gebeten die Zeit zu messen zwischen der ersten vaginalen Penetration und dem Orgasmus des Mannes. Die Ergebnisse fielen wie folgt aus:

  • Kurz: 0-2 Min;
  • Ausreichend: 3-7 Min;
  • Ideal: 7-13 Min;
  • Zu lang: 10-30 Min.

Sobald ein Mann glaubt, dass er in der Lage sein muss den Orgasmus 30 Minuten oder länger hinauszuzögern, es ihm jedoch „lediglich“ gelingt eine viertel Stunde durchzuhalten, dann leidet er nicht unter frühzeitigem Samenerguss.

Kommt ein vorzeitiger Samenerguss häufig vor?

Wie bereits beschrieben wurde gehen die Sexualtherapeuten von einem frühzeitigen Samenerguss aus, wenn man innerhalb von 30 bis 60 Sekunden zum Orgasmus kommt. Zusätzlich müssen noch die nachfolgenden Kriterien erfüllt werden:

  • Der Zeitrum bis zur Ejakulation variiert nicht.
  • Er hat im Moment des Samenergusses keine Kontrolle mehr;
  • Es kommt zum vorzeitigen Samenerguss unabhängig von der Art des Geschlechtsverkehrs und der Situation in der man den Geschlechtsverkehr praktiziert.

Schätzungsweise leiden 2-3% der Männer darunter. Bei einigen von ihnen reicht es bereits aus das man mit dem Geschlechtsorgan in Berührung kommt. Der prozentuale Anteil von Männern die nur gelegentlich vorzeitig ejakulieren lag hingegen laut einer niederländischen Untersuchung bei 64%. Ein Großteil der Betroffenen empfand dies als Problem.

Die primäre und sekundäre Form des vorzeitigen Samenergusses

Es gibt 2 Formen des vorzeitigen Samenergusses: Den primären und den sekundären Samenerguss.

  • Primärer frühzeitiger Samenerguss: sobald der Mann bereits seit seinem ersten sexuellen Kontakt vorzeitig kommt und er auch sonst bei jedem sexuellen Kontakt zu früh kommt und dieses Problem auf Dauer anhält oder sich mit dem Älter werden intensiviert;
  • Sekundärer frühzeitiger Samenerguss: Sobald der Mann mit einem Male Probleme mit einer vorzeitigen Ejakulation bekommt obwohl es im Vorfeld keinerlei Probleme gab.

Die Ursachen von vorzeitigem Samenerguss

Falls Sie an vorzeitigem Samenerguss leiden kann das folgende Ursachen haben:

  • Es handelt sich um ein angelerntes Problem. Der frühzeitiger Samenerguss kann während der Pubertät antrainiert worden sein indem man immer versucht hat so schnell wie möglich fertig zu werden.
  • Ein niedriger Serotoninhaushalt: Serotonin ist ein Botenstoff im Gehirn dem auch eine entscheidende Rolle während des Orgasmus zukommen kann. Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass ein vorzeitiger Samenerguss durch einen Serotoninmangel hervorgerufen werden kann. Dies kommt daher, da das Gehirn die Signale nicht zu dem Zeitpunkt erhält indem sich der Orgasmus vollziehen soll;
  • Leistungsdruck und Versagensängste: Durch Stress und Anspannung kann man die Kontrolle über den Zeitpunkt des Orgasmus verlieren. Dies kommt dadurch indem Stress den Adrenalinspiegel im Körper erhöht und das Adrenalin das Serotonin abbaut;
  • Über- und Unterbeanspruchung der Beckenmuskulatur: Sobald die Beckenmuskulatur (z.B. durch Stress) zu stark angespannt wurde und diese durch die sexuelle Stimulation noch weiter angespannt wird. Eine Unterbeanspruchung kann zum Kontrollverlust über den Orgasmus führen;
  • Prostatabeschwerden: Aus einigen Studien geht hervor, dass ca. 25-75% der Männer mit einer entzündeten Prostataschilddrüse unter vorzeitigem Samenerguss leiden.

Was kann man gegen vorzeitigen Samenerguss unternehmen?

Glücklicherweise gibt es zahlreiche Behandlungsoptionen. Welche Herangehensweise dabei die Beste ist hängt von der Ursache des vorzeitigen Samenergusses ab. Im Groben gibt es 3 Behandlungsformen: mittels Medikamenten, Sexualtherapeuten oder Kinesitherapie.

  • Medikamente: Paroxetin und Dapoxetin (Wirkstoffe in Prilligy) sind Serotoninaufnahmehemmer oder auch SSRI’s. Indem diese Stoffe die Aufnahme des freigewordenen Serotonins verhindern haben Sie eine größere Kontrolle über den Moment des Orgasmus. Ein Nachteil dieser Mittel ist, dass die Ursache der vorzeitigen Ejakulation nicht behandelt wird. So ergab eine Studie mit Paroxetin, dass die Beschwerden in ca. 50% der Fälle wieder auftreten sobald man die Einnahme abgesetzt hat;
  • Sexualtherapie: Die Behandlung mittels Sexualtherapie legt den Fokus darauf die Gedanken auszublenden die zu Versagensängsten und Leistungsdruck führen. Zudem werden den Betroffen die sogenannten „Kneif- und Start- Stopmethoden“ nähergebracht da diese äußerst effektiv sein können. Zudem können Sie sich beibringen den Orgasmus hinauszuzögern. Klicken Sie hier um mehr darüber zu erfahren.
  • Kinesitherapie: Mittels der Kinesitherapie lernen Männer ihren Beckenboden zu kontrollieren und zu entspannen wodurch Sie besser Ihren Orgasmus hinauszögern können.