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Empfängnisverhütung

Empfängnisverhütung – Woraus können Sie wählen?

Die Entscheidung ein Mittel zur Empfängnisverhütung zu verwenden steht der Entscheidung gleich nicht schwanger werden zu wollen. Die Gründe dahinter variieren von Person zu Person. Die Entscheidung kann dabei z.B. auf Altersgründen beruhen. Einige Menschen möchten hingegen zunächst Ihr Studium abschließen oder Karriere machen. Andere haben möglicherweise noch nicht die finanziellen Sicherheiten um eine Familie gründen zu können oder noch keine ausreichend gefestigte Beziehung. Wieder andere haben einfach den Wunsch ein kinderloses Leben zu führen.

Wie auch immer: es gibt ausreichend Gründe um sich für ein Mittel zur Empfängnisverhütung zu entscheiden, um sich vor einer Schwangerschaft zu schützen. Allerdings müssen Sie sich auch überlegen welche Methode am besten zu Ihnen passt, da jede Methode seine eigenen Vor- und Nachteile hat. Denken Sie z.B. an mögliche Nebenwirkungen. Kurz gesagt: was zu der Einen perfekt passt, muss nicht zwangsläufig auch zur Anderen passen.

Sie können sich grob für 4 verschiedene Varianten der Empfängnisverhütung entscheiden:

Natürlich hängt die Realisierbarkeit einiger Methoden von dem Geschlecht ab. So gibt es bislang noch keine Verhütungspille für den Mann.

Der natürliche Weg

Natürliche Formen der Schwangerschaftsverhütung sind nicht die sichersten Formen. Beispiele hierfür sind:

Der Coitus Interruptus oder auch vorzeitiger Abbruch des Geschlechtsverkehrs

So kann der Mann den Penis aus der Vagina ziehen, bevor er zum Orgasmus kommt. Von dieser Methode raten wir eindringlich ab. Bevor der Mann zum Orgasmus kommt wird auch immer eine Vorfeuchtigkeit aus dem Penis freigesetzt. Dieser Ausfluss enthält Samenzellen welche eine Eizelle befruchten können.

Empfängnisverhütung mit rechnen und Temperatur

Eine Frau ist lediglich ein paar Tage im Monat fruchtbar. Der Eisprung findet ungefähr in der Zyklusmitte statt. Falls Sie einen regelmäßigen Zyklus haben dann können Sie Ihre furchtbaren Tage auch berechnen. Dabei sendet der Körper auch einige Signale aus. So produziert er kurz vor dem Eisprung eine relativ große Menge des LH-Hormons. Diesen LH-Anstieg kann man leicht mittels eines Ovulationstests messen.

Indem man während der fruchtbaren Tage keinen Geschlechtsverkehr hat besteht auch kein Risiko einer Schwangerschaft. Da die fruchtbaren Tage jedoch nicht immer leicht zu ermitteln sind ist diese Methode auch nicht die sicherste Verhütungsform.

Die Verhütungspille

Sie können aus vielen unterschiedlichen Arten von Verhütungspillen wählen. Alle haben gemeinsam, dass sie ein Hormon enthalten, welches das Freikommen der reifen Eizelle verhindert. Nur in Ausnahmefällen versagt diese Methode. Die in den Pillen enthaltenen Hormone sorgen zudem dafür, dass die Schleimhaut in der Gebärmutterwand nicht ausreichend ausgebildet wird für eine erfolgreiche Einnistung der befruchteten Eizelle. Zudem sorgen sie dafür, dass der Schleim im Gebärmuttermund für die Samenzellen undurchdringbar ist. Alle Punkte zusammengenommen sorgen dafür, dass die Pille ein äußerst zuverlässiges Verhütungsmittel ist.

Die Pille kennt 5 Basisvarianten:

Die Einphasenpille: In jeder der monatlich einzunehmenden Pillen ist eine feste Dosierung der Hormone Östrogen und Gestagen enthalten. Die Einphasenpille ist in der Wirkung annähernd zu 100% zuverlässig.
Die Zwei- und Dreiphasenpille. In dieser Art von Verhütungspille unterscheidet sich pro Tablette das Verhältnis von Östrogen und Gestagen. Der Vorteil dieser Pillen liegt darin, dass sie eher der natürlichen, monatlichen Hormonproduktion angeglichen sind. Der Nachteil besteht jedoch darin, dass sie bei einer falschen Einnahme sehr schnell nicht mehr ausreichend Schutz vor einer Schwangerschaft bieten können.
Die Vierphasenpille. Die Vierphasenpillen passen sich dem monatlichen Hormonhaushalt des weiblichen Körpers bestmöglich und auf natürliche Weise an.
Die Minipille. Die Minipille enthält kein Östrogen und enthält eine geringere Hormonmenge. Bei dieser Pille ist es daher äußerst wichtig, dass Sie jede Pille täglich zur selben Tageszeit einnehmen. Falls Sie sich hieran nicht halten kann die Wirkung schnell nachlassen.

Die Pille die keine Pille ist……

Unter diese Kategorie der Empfängnisverhütung fallen die Injektion, die Pflasterpille, der hormonelle Verhütungsring und das Hormonimplantat.

Die Injektion besteht aus einer Flüssigkeit die einmal alle drei Monate in die Gesäßmuskulatur injiziert werden muss. Der Vorteil dieser Methode liegt darin, dass sie nicht täglich eingenommen werden muss. Allerdings dauert es nach dem Absetzen dieser Verhütungsform relativ lange bevor sich der Menstruationszyklus wieder normalisiert hat;
Das Pflaster enthält dieselben Hormone wie die Kombinationspille und gibt diese über die Haut gleichmäßig an den Körper ab. Sie bringen das Pflaster über einen Zeitraum von 3 Wochen, wobei das Pflaster jede Woche gegen ein neues ausgetauscht wird, auf dem Gesäß Bauch, Oberarm oder dem Schulterblatt an. Es darf nicht auf die Oberschenkel oder die Brüste angebracht werden.
Der Verhütungsring enthält dieselben Wirkstoffe wie die Pille, jedoch in einer viel geringeren Menge. Dies ist eine monatliche Methode. Der flexible Ring wird einmal alle vier Wochen in die Scheide eingeführt und nach drei Wochen wieder entfernt.
Das hormonelle Implantat wird im Oberarm unter der Haut angebracht. Das Implantat gibt täglich eine kleinere Menge des Hormons Gestagen an den Körper ab. Nach drei Jahren muss das Stäbchen wieder herausgenommen werden.

Die Spirale

Eine Spirale ist eine Art Anker die vom Arzt in die Gebärmutter eingesetzt wird. Diese Art der Empfängnisverhütung muss alle 5 Jahren wieder entfernt und ausgewechselt werden. Dabei unterscheidet man 2 Arten:

Die Kupferspirale verhindert die Einnistung indem sie eine unschädliche sterile Entzündung in der Gebärmutter verursacht. Das Kupfer hat zudem eine störende Wirkung auf die Samenzellen. Einer der Nachteile dieser Spirale ist, dass es bei einige Frauen eine heftigere Blutung verursacht;
Die Hormonspirale enthält kein Kupfer, sondern gibt kontinuierlich kleinere Mengen des Hormons Gestagen an den Körper ab. Hierdurch wächst die Gebärmutterschleimhaut nicht und wird zudem für die Samenzellen undurchdringbar.

Barrieremethoden

Die Verhütung mittels Barrieremethoden verhindert, dass die Samenzellen den Gebärmuttermund erreichen.

Das Männerkondom besteht aus Gummi und kann mit einem Spermizid versetzt sein;
Das Frauenkondom besteht aus Kunststoff und hat zwei Ringe aus Gummi. Der kleinste Ring wird vor der Gebärmutter eingesetzt. Der größere wird außerhalb der Scheide angebracht.
Das Pessar oder auch Diaphragma genannt ist ein geschlossener Ring aus Silikon oder Gummi. Er muss vor dem Geschlechtsverkehr tief in die Scheide eingeführt werden, nachdem es an der Seite des Gebärmuttermundes mit einem Samentötenden Mittel versehen ist.
Die Femcap ist eine Silikonkappe die auf den Gebärmuttermund angebracht wird.

Die endgültigen Verhütungsmethoden

Die Sterilisation ist die endgültigste Form der Schwangerschaftsverhütung. In einigen Fällen ist die Wiederherstellung wieder möglich oder es kommt trotz Sterilisation zu einer Schwangerschaft.

Bei der Sterilisation des Mannes werden beide Samenleiter durchtrennt und abgebunden wodurch der Samenerguss kein Sperma mehr enthält;
Bei der Sterilisation der Frau werden in der Regel Ringe oder Clips auf die Eileiter gesetzt. Falls das nicht möglich ist werden die Eileiter verödet oder entfernt.

Die Pille danach

Die Pille danach wird nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen, z.B. im Falle eines gerissenen Kondoms oder falls die Pille nicht mehr zuverlässig wirkt, da die Frau Durchfall hatte oder erbrechen musste. Die Pille danach unterdrückt den Eisprung und verhindert die Einnistung der befruchteten Eizelle in der Gebärmutterwand. Dieses Medikament enthält eine hohe Hormonkonzentration und ist lediglich als Notfallmedikament gedacht. Sie sollten die Pille innerhalb von 12 Stunden nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr einnehmen, spätestens jedoch nach 72 Stunden.