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Die häufigsten Geschlechtskrankheiten

Die häufigsten Geschlechtskrankheiten

Die am häufigsten auftretenden sexuell übertragbaren Infektionen

Sind Sie der Meinung, dass Geschlechtskrankheiten in unserem Land beinah überhaupt kein Thema mehr sind? Falsch gedacht. Jedes Jahr erkranken etwa 200.000 Deutsche an sexuell übertragbaren Krankheiten. Aufklärung kann dabei helfen, diese erschreckend hohe Zahl zu verringern. Aus diesem Grund haben wir einmal die am häufigsten auftretenden sexuell übertragbaren Infektionen (STI – abgeleitet vom englischen ‚sexually transmitted infections‘) zusammengetragen und geben einige Tipps, wie man diese am besten erkennt, verhindert und behandelt.

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Chlamydien

Chlamydien stehen bereits seit Jahren ganz oben auf der Liste der am häufigsten auftretenden STIs. Pro Jahr erkranken hieran in Deutschland etwa 100.000 Menschen. Vor allem Personen unter 25 Jahren sind hiervon häufig betroffen.

Symptome

Chlamydien werden von Bakterien verursacht, welche sich in den Schleimhäuten (unter anderem) der Geschlechtsteile oder des Anus ansiedeln. Chlamydien bleiben häufig ohne Symptome. Nach einigen Wochen kommt es in einigen Fällen zu vagen Beschwerden, wie:

  1. Schmerzen beim Wasserlassen;
  2. Analer Absonderung (bei der Ausscheidung), Irritationen und Juckreiz im Anus;
  3. Bei Männern: Absonderung aus der Harnröhre, Schmerzen in den Hoden;
  4. Bei Frauen: unregelmäßige Blutungen oder Blutungen und Schmerzen während des Geschlechtsverkehrs, erhöhte Absonderung von Scheidensekret, Schmerzen im Unterleib, in einigen Fällen einhergehend mit Fieber.

Behandlung und Vorbeugung

Chlamydien werden durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen. Lediglich der Gebrauch von Kondomen bietet ausreichenden Schutz vor Chlamydien. Sind Sie infiziert, sollten Sie sich umgehend behandeln lassen. Bei einer ausbleibenden Behandlung kann eine Infektion mit Chlamydien ernsthafte Folgen nach sich ziehen wie eine verringerte Fruchtbarkeit oder eine Entzündung der Eileiter oder Hoden. Die Behandlung von Chlamydienerfolgt durch die Gabe von Antibiotika.

Genitalwarzen

Genitalwarzen werden unter anderem von humanen Papillomviren (HPV)verursacht. Die Viren sind hochansteckend und werden zum einen durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen, jedoch auch über die Haut beispielsweise durch den Gebrauch eines Handtuches weitergegeben.

Symptome

Genitalwarzen sind kleine, blumenkohlartige Knubbel in und an den Genitalien und / oder dem Anus. Genitalwarzen gehen meist mit Juckreiz und einem brennenden Gefühl einher und haben eine weißgraue bis rosarote Farbe. Eine HPV-Infektion führt nicht zwingend zu Genitalwarzen. Dennoch können die Viren auch bei ausbleibender Genitalwarzenbildung weitergegeben werden.

Behandlung und Vorbeugung

Der Gebrauch von Kondomen hilft gegen die Verbreitung der Viren. Dennoch schützen Kondome nicht gänzlich vor einer HPV-Infektion, da die Viren auch über die Haut und den Kontakt mit Gegenständen übertragen werden können. Schützen Sie sich daher vor den Viren durch eine gute Hygiene. Verwenden Sie während des Geschlechtsverkehrs ein Kondom, waschen Sie sich regelmäßig Ihre Hände und verzichten Sie auf den Gebrauch von Waschlappen und Handtüchern Dritter. Genitalwarzen vergehen in der Regel von selbst, wenngleich dies bis zu einigen Jahren dauern kann. Sollten Genitalwarzen bei Ihnen in erhöhtem Maße auftreten, gibt es Mittel, welche die Rückbildung dieser beschleunigen können. Da die Viren jedoch im Körper ansässig bleiben, kann es zu einer erneuten Bildung von Genitalwarzen kommen.

Herpes genitalis

Das Herpesvirus ist vielen vom Lippenherpes bekannt. Eine bestimmte Art dieser Viren befallen jedoch auch die Geschlechtsteile. Als eine solche Art ist Herpes genitalis höchst ansteckend.

Symptome

Herpes genitalis erkennen Sie – falls Beschwerden auftreten – an folgenden Symptomen:

  1. Brennende oder juckende Bläschen sowie Pustel auf, in oder um den Penis, dem Anus oder der Vagina;
  2. Schmerzen beim Wasserlassen;
  3. Fieber;
  4. Geschwollene Lymphknoten.

Die Beschwerden vergehen in der Regel nach ein bis drei Wochen von selbst. Die Viren bleiben jedoch im Körper erhalten, wodurch es zu einem erneuten Herpesausbruch kommen kann.

Behandlung und Vorbeugung

Herpes genitalis wird durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen. Eine Infektion ist jedoch auch über die Hände, den Mund oder andere Körperteile möglich. Der Gebrauch von Kondomen ist größtenteils ausreichend, um eine Infektion zu verhindern. Waschen Sie zudem jedoch stets Ihre Hände und verzichten auf den Gebrauch von Waschlappen, Handtüchern und Unterwäsche Dritter. Ein virenhemmendes Medikament kann die Symptome von Herpes genitalis lindern. Zwar wird hierdurch dem akuten Herpesbefall entgegengewirkt, die Viren jedoch verbleiben im Körper.

Gonorrhöe 

Gonorrhöe (auch als Tripper bekannt)  ist eine der am häufigsten auftretenden STIs unter homosexuellen Männern.  Doch auch Personen mit einer heterosexuellen Orientierung können hiervon betroffen sein.

Symptome

Gonorrhöe wird von einem Bakterium verursacht. Beschwerden, welche auf eine Infizierung mit Gonorrhoe schließen lassen, sind unter anderem:

  1. Bei Männern: gelbgrüne Absonderung aus dem Penis (‚Tripper‘);
  2. Bei Frauen: erhöhte Absonderung von stark riechendem und eitrigem Scheidensekret sowie Blutungen außerhalb des Menstruationszyklus;
  3. Schmerzen beim Wasserlassen;
  4. Juckreiz und Irritationen im und am Anus sowie anale Absonderung bei der Ausscheidung;
  5. Halsentzündung sowie andere Entzündungen;
  6. Geschwollene Lymphknoten am Hals.

Behandlung und Vorbeugung

Eine Ansteckung mit Gonorrhoe lässt sich durch den Gebrauch eines Kondoms während des Geschlechtsverkehrs verhindern. Dies gilt für jegliche Arten des Geschlechtsverkehrs. Gonorrhoe ist gut behandelbar. Die Behandlung erfolgt in der Regel durch die Gabe von Antibiotika. Es ist jedoch wichtig, eine Infektion mit Gonorrhoe schnellstmöglich behandeln zu lassen, da es anderenfalls zu Komplikationen wie einer Entzündung der Eileiter, der Nebenhoden oder der Prostata sowie zu Unfruchtbarkeit kommen kann.

HIV

HIV wird durch eine Virusinfektion verursacht, welche das Immunsystem zerstört. Das Virus kann über das Blut, die Muttermilch, Spermien und Scheidensekret übertragen werden.

Symptome

HIV kann lange unentdeckt bleiben. Einige Wochen nach der Infektion kann es für eine Weile zu grippeartigen Beschwerden kommen, welche jedoch von selbst wieder vergehen. Häufig werden diese Beschwerden nicht mit HIV in Verbindung gebracht, wodurch sich die Krankheit weiter entwickeln kann. Im fortgeschrittenen Stadium (meist sogar erst Jahre später) können sich Beschwerden bemerkbar machen, wie unter anderem:

  1. Müdigkeit;
  2. Kurzatmigkeit;
  3. Nachtschweiß;
  4. Gewichtsverlust;
  5. Fieber;

Wird HIV nicht behandelt, führt dies zur Erkrankung an Aids.

Behandlung und Vorbeugung

Eine HIV-Infektion kann durch den Gebrauch von Kondomen während des Geschlechtsverkehrs sowie durch das Meiden des Kontaktes mit infiziertem Blut (denken Sie hierbei beispielsweise an gebrauchte Injektionsnadeln, Rasierklingen oder Zahnbürsten) verhindert werden. Die Behandlung von HIV erfolgt durch die Gabe virenhemmender Medikamente. Diese bewirken, dass die Infektion nicht weiter fortschreitet, um sich letztlich in die Krankheit Aids zu verwandeln. Die Medikamente müssen jedoch lebenslang eingenommen werden.

Syphilis

Syphilis ist eine ernsthafte Geschlechtskrankheit, welche gefährliche Konsequenzen nach sich ziehen kann. Eine medizinische Betreuung und Behandlung ist daher unabdingbar und ein Verdacht auf Syphilis muss gemeldet werden um eine weitere Übertragung zu verhindern! Der Erreger ist das Bakterium Treponema pallidum, welches sich über die Schleimhäute der Geschlechtsteile, des Anus und des Mundes verbreitet, um sich letztlich in der Blutbahn anzusiedeln.

Symptome

Einige Wochen nach der Infizierung bilden sich in Mund, Anus oder den Geschlechtsteilen schmerzlose Pusteln sowie Flecken auf der Haut (vor allem auf den Fußsohlen und den Handflächen). Zwar vergehen diese Beschwerden nach einiger Zeit von selbst, die Krankheitserreger jedoch verbleiben im Körper. Weitere Symptome von Syphilis sind:

  1. Geschwollene Lymphknoten;
  2. Grippeartige Beschwerden;
  3. Haarausfall;

Bei ausbleibender Behandlung kann Syphilis nach vielen Jahren (in einigen Fällen sogar nach bis zu 30 Jahren ab Infizierung) zu Schädigungen des Rückenmarkes, des Gehirns, des Herzes, der Knochen und der damit verbundenen unvermeidlichen Folgen führen. Syphilis kann zudem eine Erblindung bedingen.

Behandlung und Vorbeugung

Der Gebrauch von Kondomen während des Geschlechtsverkehrs kann einer Syphilis-Infektion vorbeugen. Dennoch ist besondere Vorsicht geboten, denn die Krankheit kann auch durch Küssen übertragen werden, sollte sich ein Syphilisgeschwür im oder am Mund befinden. Die Behandlung von Syphilis erfolgt durch Antibiotika-Injektionen. Die Nachsorge kann sich in einigen Fällen über mehrere Jahre erstrecken.

Hepatitis B

Hepatitis B ist eine der in Deutschland am häufigsten vorkommenden STIs. Sie wird durch Viren verursacht und kann zu ernsthaften Leberentzündungen führen. Erfreulicherweise gibt es jedoch einen Impfstoff gegen diese Art von Geschlechtskrankheit.

Symptome

Hepatitis B zeigt anfänglich oft keine Beschwerden. Erst zwei bis drei Monate nach der Infizierung kann es zu Symptomen kommen wie:

  1. Müdigkeit;
  2. Übelkeit;
  3. Fieber;
  4. Muskel- und Gelenkschmerzen;
  5. Bauchschmerzen;
  6. Gelbfärbung der Augen und der Haut.

Behandlung und Vorbeugung

Der Gebrauch von Kondomen während des Geschlechtsverkehrs kann einer Hepatitis-Infektion vorbeugen. Die Krankheit wird jedoch auch über das Blut übertragen. Vermeiden Sie daher den Gebrauch von Injektionsnadeln, Rasierklingen sowie Zahnbürsten und anderen Körperpflegeprodukte anderer Personen. Es besteht zudem die Möglichkeit einer Impfung gegen Hepatitis B. Seltener geht Hepatitis B sogar von selbst vorüber, wenngleich dies auch bis zu einigen Monaten dauern kann. In einigen Fällen ist von einer chronischen Hepatitis die Rede. Die Behandlung dieser Art von Hepatitis erfolgt durch die Gabe virenhemmender Medikamente.

Candida albicans

Die Pilzinfektion Candida albicans gehört eigentlich nicht zu den häufigsten STIs, da diese nicht zwingend durch sexuellen Kontakt übertragen wird. Dennoch ist es möglich, dass der Candida-Pilz durch ungeschützten Geschlechtsverkehr weitergegeben wird.

Symptome

Eine vaginale Pilzinfektion ist bei Frauen keine Seltenheit. Beschwerden, die mit dieser Art einer Candida-Infektion einhergehen können, sind:

  1. Juckreiz im Vaginalbereich;
  2. Eine erhöhte Absonderung von bröckeligem, weißem Scheidensekret;
  3. Geschwollene Schamlippen, in einigen Fällen einhergehend mit weißem Belag;
  4. Schmerzen beim Wasserlassen.

Bei Männern verläuft die Infektion meist frei von Symptomen. In einigen Fällen wird die Eichel schuppig oder rot.

Behandlung und Vorbeugung

Zu einer Bildung des Candida-Pilzes kommt es, wenn das natürliche Gleichgewicht von Bakterien und Pilzen in der Vagina gestört ist. Dies können Sie verhindern, indem Sie auf den Gebrauch von hautirritierender Seife im Vaginalbereich verzichten. Verwenden Sie zudem während des Geschlechtsverkehrs ein Kondom, denn auch Sperma kann den Säuregehalt der Scheide beeinflussen. Tragen Sie Baumwollunterwäsche, um Ihre Haut möglichst trocken zu halten. Bei starker Belastung durch Pilzinfektionen kann ein Arzt entsprechende Medikamente verschreiben.

Wichtig bei STIs

Für jegliche STIs gilt: Vorbeugen ist besser als Heilen. Verwenden Sie während des Geschlechtsverkehrs daher stets ein Kondom. Sollten Sie kürzlich ungeschützten Geschlechtsverkehr gehabt oder Symptome erfahren haben, welche auf eine Infektion hindeuten, dann lassen Sie sich umgehend auf STIs testen. Dies ist möglich bei Ihrem Hausarzt, dem öffentlichen Gesundheitsdienst oder mittels eines anonymen Selbsttestes. Sollten Sie tatsächlich infiziert sein, teilen Sie dies Ihrem/n (ehemaligem/n) Geschlechtspartner/n mit. Es ist wichtig, dass diese/r sich ebenfalls testen lässt/lassen. Weitere Informationen zu den häufigsten STIs finden Sie auf der Website gib-aids-keine-chance.de.

Quellen: welt.de, geschlechtskrankheiten.de, gib-aids-keine-chance.de