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Darf man Obstkerne mitessen?

Darf man Obstkerne mitessen?

Obstkerne – Darf man sie essen oder nicht?

Sie kennen die Situation sicherlich zu gut: Sie knabbern gedankenlos an einem saftigen Apfel und haben plötzlich einen Kern im Mund. Die kann man doch ganz einfach mitessen, oder? Und kann man in die trendigen Saftmixer die ganze Frucht geben oder muss man zunächst die Kerne entfernen? Im Folgenden gehen wir gerne näher auf dieses Thema ein.

Steinfrüchte

Obwohl Obst super gesund ist, haben manche Früchte einen Kern, der giftige Stoffe enthält. Hier handelt es sich vor allem um die sogenannten Steinfrüchte. Die folgenden Früchte gehören unter anderem zu dieser Obstsorte:

  1. Kirschen;
  2. Aprikosen;
  3. Pflaumen;
  4. Pfirsiche;

Außerdem fallen auch Avocados, Mangos und Datteln in diese Kategorie. Die Kerne dieser Früchte enthalten Blausäureglykoside. Dieser natürliche Pflanzengiftstoff wird von unserem Körper in das Gift Zyanid umgewandelt. Zyanid blockiert den Sauerstofftransport in den Zellen, was ernste Beschwerden verursacht und in manchen Fällen sogar zum Tod führen kann. Bevor Sie jetzt aber Ihre ganze Obstschale in den Kompost werfen, möchten wir noch eines klarstellen: Das Gift kommt erst dann frei, wenn die Kerne klein gekaut oder gemahlen werden. Außerdem müssen Sie große Mengen zu sich nehmen, sodass Sie tatsächlich Beschwerden bekommen. Schlucken Sie also einmal versehentlich einen Kirschkern, dann müssen Sie nicht direkt den Notarzt rufen.

Zyanid-Smoothie

Wenn Sie allerdings täglich ein paar Pfirsiche oder Pflaumen mit Kern in Ihrem Standmixer pürieren, sieht das Ganze wieder anders aus. In dem Fall bereiten Sie also täglich einen Zyanid-Smoothie. Aprikosenkerne und Mandelkerne enthalten am meisten Gift. Nehmen Sie dreißig Gramm Aprikosenkerne zu sich, dann hat dies schon böse Folgen. Aber auch das Zerkleinern von ein paar Kirschkernen kann zu einer leichten Zyanid-Vergiftung führen. Symptome, die in diesem Fall auftreten, sind unter anderem Kopfschmerzen, eine schnellere Atmung, Herz-Rhythmus-Störungen, Schwindel und Erbrechen. Kerne von Obstsorten, wie beispielsweise Orangen, Äpfel oder Birnen enthalten auch Blausäureglykoside, allerdings ist die Konzentration so gering, dass ein paar Kerne pro Tag keinen Schaden anrichten. Kerne von anderen Früchten, wie Trauben, Beeren oder Erdbeeren können problemlos gegessen werden.

Kernige Missverständnisse

Es gibt unzählig viele Gerüchte und Geschichten rund um das Thema Obstkerne. So sollen Aprikosenkerne Krebszellen töten und die Krankheit so verhindern können. Leider ist dies nicht der Fall. Untersuchungen haben gezeigt, dass Aprikosenkerne nicht gegen Krebs helfen. Das Gegenteil ist der Fall: Das Essen von Aprikosenkernen bringt einige Gesundheitsrisikos mit sich. Abgesehen vom Risiko einer Zyanid-Vergiftung laufen Sie so nämlich auch Gefahr Schilddrüsenprobleme zu bekommen. Ein ähnliches Missverständnis: Wenn Sie die Kerne eines Apfels (einer Birne, einer Melone oder ähnlichem) schlucken, dann können Sie eine Blinddarmentzündung bekommen. Wir können Sie beruhigen, auch dies ist nicht der Fall. Ein paar versehentlich geschluckte Kerne werden ganz einfach mit dem Stuhl wieder ausgeschieden und bleiben unterwegs nirgends hängen.

Sicher Obst essen

Sehen Sie vor lauter (Obst-)Bäumen den Wald nicht mehr? Wir fassen alles einmal für Sie zusammen. Obst ist sehr gesund. Die harten Kerne von Steinfrüchten und andere Kernfrüchte leider etwas weniger, aber Sie müssen sich keine Sorgen machen, falls Sie ab und zu einmal einen Kern schlucken. Werfen Sie diese Früchte aber bitte nicht mit Kern in Ihren Standmixer und entfernen Sie Kerne und Kerngehäuse, bevor Sie das Obst an Ihre Kinder füttern.

Quellen: Ehow.com, Gesundheitszentrum, incrediblesmoothies.com