Blog

Cluster-Kopfschmerzen

Was sind Cluster-Kopfschmerzen?

Cluster-Kopfschmerzen sind eine sehr seltene Form von Kopfschmerzen. Glücklicherweise leidet nur einer von 1000 Menschen an dieser neurologischen Erkrankung (oder auch: Horton Neuralgie). Cluster-Kopfschmerzen sind nämlich die schmerzlichste Form aller Kopfschmerzen,, die es gibt.

„Wecker-Kopfschmerzen“

Die typischen Merkmale von Cluster-Kopfschmerzen sind, dass der Schmerz in kurzen, aber sehr intensiven Anfällen und in zyklischen Abständen oder „Clustern“ auftritt. In der Regel spürt der Patient diese Schmerzen hinter oder rund um ein Auge oder an einer der Schläfen. Weil Menschen von diesen Kopfschmerzen häufig nachts aufgeweckt werden, werden Cluster-Kopfschmerzen auch häufig als „Wecker-Kopfschmerzen“ bezeichnet.

Glücklicherweise können Cluster-Kopfschmerzen behandelt werden. Die Behandlung muss unbedingt durch einen Kopfschmerz-Neurologen erfolgen. Diese richtet sich auf die Linderung der Symptome, das Unterbrechen von aufkommenden Anfällen und/oder die Verhinderung von neuen Anfällen.

Wer hat Cluster-Kopfschmerzen?

Cluster-Kopfschmerzen kommen bei Männern ungefähr fünfmal so häufig vor als bei Frauen. Dies ist ein sehr auffälliger Unterschied zu anderen Formen von Kopfschmerzen, wie z.B. Spannungskopfschmerzen und Migräne. Allerdings leiden seit 1960 stets immer mehr Frauen unter Cluster-Kopfschmerzen. Man vermutet, dass dies an der verändernden Gesellschaft liegt, in der mehr Frauen rauchen und außer Haus arbeiten. Viele Menschen, die Cluster-Kopfschmerzen haben, sind Raucher. Auch bei Menschen, bei denen Cluster-Kopfschmerzen gehäuft in der Familie vorkommen, besteht ein höheres Risiko ebenfalls an dieser Krankheit zu leiden.

Die Cluster-Kopfschmerzen können zu jeder Lebenslage auftreten – häufig kommt der erste Anfall jedoch zwischen dem 20sten und 40sten Lebensjahr auf. Es gibt nur sehr wenige Menschen über 60, die an Cluster-Kopfschmerzen leiden.

Zwei Formen von Cluster-Kopfschmerzen

Es gibt zwei verschiedene Formen von Cluster-Kopfschmerzen:

1. Episodische Cluster-Kopfschmerzen;

2. Chronische Cluster-Kopfschmerzen.

Episodische Cluster-Kopfschmerzen

Episodische Cluster-Kopfschmerzen treten in Perioden auf, die meist zwei bis zwölf Wochen andauern. Eine Cluster-Periode kann jedoch auch bis zu sechs Monate anhalten. In diesen Perioden kommen die Kopfschmerzen täglich auf, halten 15 Minuten bis zu 2 Stunden an und verschwinden daraufhin wieder. Dies kann bis zu achtmal täglich passieren.

Bei vielen Menschen treten die Cluster-Kopfschmerzen in bestimmten Jahreszeiten auf und häufig auch in der Nacht. Vor allem im Frühling und im Herbst haben viele Menschen mit dieser Art von Kopfschmerzen zu kämpfen. Wenn diese Periode vorbei ist, dann sind die Patienten Wochen, Monate oder selbst Jahre von dem Schmerz erlöst.

Chronische Cluster-Kopfschmerzen

Chronische Cluster-Kopfschmerzen kommen nur bei jedem zehnten Patienten vor. In diesem Fall geschieht es häufig, dass die Kopfschmerzen jahrelang praktisch täglich oder fast täglich auftreten und ohne Unterbrechungen anhalten. Nur in Ausnahmefällen gibt es gelegentlich eine „Pause“ von circa zwei Wochen.

Episodische Cluster-Kopfschmerzen können in chronische Cluster-Kopfschmerzen umschlagen, aber auch umgekehrt.

Die Symptome

Obwohl sich die Symptome bei jedem Patienten unterscheiden, gibt es einige deutliche Übereinstimmungen:

  1. Meistens tritt der Schmerz in Anfällen auf;
  2. Der Schmerz ist extrem und schneidend/bohrend;
  3. Meistens tritt der Schmerz an einer Seite des Gesichts auf: hinter/rund um ein Auge oder an den Schläfen;
  4. Die Anfälle kommen plötzlich, häufig in der Nacht;
  5. Während den Anfällen, hat der Patient häufig einen Bewegungsdrang (Unruhe).

Begleiterscheinungen

  1. Rote und/oder tränende Augen;
  2. Schwellung rund um ein Auge / hängendes Augenlid;
  3. Kleine Pupille;
  4. Eine verstopfte Nase und/oder eine laufende Nase;
  5. Schwitzende, blasse Haut im Gesicht.

Frühe Anzeichen

Mehr als die Hälfte aller Patienten erfahren Symptome, die auf einen aufkommenden Anfall hindeuten. Diese frühen Anzeichen treten Stunden bis zu Tage vor dem Anfall auf. Es ist wichtig, diese Signale zu erkennen, damit der Anfall so schnell wie möglich behandelt werden kann. Es geht unter anderem um folgende Anzeichen (Achtung: Auch diese können bei jedem Patienten unterschiedlich sein):

  1. Prickeln im Schlaf oder in der Nase;
  2. Ein betäubtes Gefühl im Gesicht;
  3. Prickeln rund um das Auge;
  4. Nackenschmerzen;
  5. Geistig: ängstlich, irritiert, unruhig, müde.

Ursachen

Die exakte Ursache von Cluster-Kopfschmerzen ist noch nicht bekannt. Es wird jedoch vermutet, dass Abweichungen im Hypothalamus (ein Teil des Gehirns) hierbei eine wichtige Rolle spielen. Studien haben während eines Anfalls eine höhere Aktivität im Hypothalamus gezeigt. Weil sich in diesem Teil des Gehirns unsere biologische Uhr befindet, kann dies erklären, warum die Anfälle bei manchen Menschen immer zum gleichen Zeitpunkt oder häufig in bestimmten Jahreszeiten aufkommen.

Hormonelle Abweichungen

Außerdem scheint es, als ob viele Menschen mit Cluster-Kopfschmerzen, abweichende Level von bestimmten Hormonen haben. Ein Beispiel hier ist Melatonin. Weil Cluster-Kopfschmerzen gehäuft bei Männern und fast niemals vor der Pubertät auftreten, scheint es, dass das männliche Hormon Testosteron eine Rolle spielt. Diese Vermutung wurde weiter verstärkt, als Forscher herausfanden, dass Männer mit Cluster-Kopfschmerzen in der Tat einen abweichenden Testosteronspiegel haben. Der Zusammenhang ist jedoch noch nicht völlig klar und ebenso wenig wissenschaftlich bewiesen.

Rauchen

Es ist auffallend, dass Cluster-Kopfschmerz-Patienten sehr häufig starke Raucher sind oder waren. Ob das Rauchen im Zusammenhang mit dieser Krankheit wirklich eine Rolle spielt, ist jedoch noch nicht bewiesen.

Auslöser

Im Gegensatz zu Spannungskopfschmerzen und Migräne werden Cluster-Kopfschmerzen in der Regel nicht durch Stress, hormonelle Veränderungen oder bestimmte Nahrungsmittel ausgelöst. Allerdings kann Alkoholkonsum während einer Cluster-Periode einen Anfall hervorrufen. Ein weiterer möglicher Auslöser ist Medikamentengebrauch, wie z.B. von Nitroglycerin. Dieses Arzneimittel wird zur Behandlung von Herz- oder Gefäßkrankheiten eingesetzt.

Die Behandlung

Die Behandlung von Cluster-Kopfschmerzen ist in erster Linie auf die Linderung der Symptome ausgelegt. Die Behandlung sollte immer durch und/oder unter Begleitung eines Neurologen geschehen. Es gibt zwei Behandlungsmethoden. Diese werden häufig kombiniert:

  1. Bekämpfung der Anfälle: Mit Hilfe von Medikamenten werden aufkommende Anfälle so schnell wie möglich unterbrochen;
  2. Das Verhindern oder Begrenzen von Cluster-Perioden.

Bekämpfung der Anfälle

  1. Sauerstoff. Das Einatmen von reinem Sauerstoff für 15 Minuten unterbricht bei 70-80% aller Patienten einen Anfall. Der Nachteil dieser Methode ist jedoch, dass 25% der Patienten kurz nach der Verabreichung des Sauerstoffs erneut einen Anfall bekommen;
  2. Sumatriptan. Mit einer Injektion von Sumatriptan verschwinden die Schmerzen innerhalb von 15 Minuten. Sumatriptan ist jedoch nicht für Menschen mit Herz- oder Gefäßkrankheiten geeignet.
  3. Lidocain. Dieses schmerzlindernde und betäubende Lokalanästhetikum hat möglicherweise einen positiven Effekt.

 

Prävention

Präventive Arzneimittel scheinen am effektivsten gegen Cluster-Kopfschmerzen zu wirken. Beispiele dieser Medikamente sind:

  1. Verapamil. Dieses Arzneimittel wird zur Prävention oder Verminderung von episodischen und chronischen Cluster-Kopfschmerz-Anfällen eingesetzt;
  2. Pizotifen. Dieses Arzneimittel wird eingesetzt, um die Stärke und Frequenz der Cluster-Kopfschmerz-Anfälle zu reduzieren;
  3. Akupunktur. Ohr-Akupunktur kann Linderung bieten.