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Chlamydien

Chlamydien: die häufigste Form der sexuell übertragbaren Krankheiten

Was sind Chlamydien eigentlich?

Chlamydien sind eine der häufigsten Formen von sexuell übertragbaren Krankheiten. Dabei handelt es sich um eine bakterielle Geschlechtskrankheit die durch die Chlamydia trachomatis Bakterien hervorgerufen wird. Jedes Jahr erkranken etwa 60.000 vor allem junge Menschen an dieser Krankheit. Frauen im Alter von 20 bis 25 Jahren sind dabei dem größten Risiko ausgesetzt sich mit Chlamydien anzustecken.

Die Bakterien bleiben häufig unbemerkt

Das größte Problem von Chlamydien ist, dass sie häufig unbemerkt bleiben da es in den meisten Fällen zu keinen Beschwerden kommt. So kann die Krankheit auch unbemerkt auf andere übertragen werden.

Prinzipiell kann man eine Chlamydienerkrankung äußerst erfolgreich mit Medikamenten behandeln. Bleiben die Chlamydien jedoch unbehandelt kann das vor allem für Frauen ernsthafte Konsequenzen haben da es im Extremfall sogar zur Unfruchtbarkeit kommen kann. In den Niederlanden betrifft diese schwere Folge jährlich etwa 100 Frauen.

Wie entstehen Chlamydien?

Die Chlamydia Trochomatis Bakterien die für die Clamydieninfektion verantwortlich sind befinden sich in der Vagina, dem Penis oder dem Anus der infizierten Personen. Diese Bakterien können während des sexuellen Kontakts übertragen werden. Die Chlamydien werden nur selten durch den Oralverkehr übertragen.

Bei Frauen kann die Chlamydieninfektion über den Gebärmuttermund in die Eileiter gelangen. Hierdurch entsteht eine Eileiterentzündung, die sich bis in den Unterbauch ausbreiten kann. Durch die Entzündung kann es zu einer Vernarbung und/oder Verklebung der Eileiter kommen, sodass diese sich verschließen können. Dies erhöht das Risiko einer Eileiterschwangerschaft und / oder Unfruchtbarkeit.

Wie bemerken Frauen diese Infektion?

Ca. 70% der Frauen die sich mit Chlamydien  angesteckt haben leiden unter keinerlei Beschwerden. Die anderen 30% erleiden lediglich unspezifische Beschwerden. Sie sind in etwa vergleichbar mit einer Blasenentzündung.

  1. Ein brennendes Gefühl oder Schmerzen beim urinieren;
  2. Schmerzen im Unterbauch;

Zudem werden die nachfolgenden Beschwerden wahrgenommen:

  1. Schmerzen während dem Sex;
  2. Mehr oder andere vaginale Ausscheidungen;
  3. Vaginaler Blutverlust nach dem Sex;
  4. Vaginaler Blutverlust zwischen den beiden Menstruationen;
  5. Entzündungen im Beckenbereich, die mit Fieber einhergehen;
  6. Juckreiz oder Irritationen im Anus, Durchfall und (blutige) Ausscheidungen beim Stuhlgang;
  7. Gelenkbeschwerden;
  8. Bei schwangeren Frauen: eine Frühgeburt des Kindes;
  9. Falls die Chlamydien von der Mutter auf das Kind übertragen werden kann dies beim Kind eine Augen- oder Lungenentzündung hervorrufen.

Wie äußert sich dies beim Mann?

  1. Ein brennendes Gefühl oder Schmerzen beim urinieren;
  2. Schmerzen im Hoden;
  3. Ausscheidungen aus der Harnröhre;
  4. Juckreiz oder Irritationen im Anus, Durchfall und (blutige) Ausscheidungen beim Stuhlgang;
  5. Gelenkbeschwerden.

Bei Männern können die Chlamydien eine Blasenentzündung verursachen.

Wie kann man Chlamydien nachweisen?

Chlamydien können auf 2 Arten festgestellt werden:

  1. Bei einer Frau mittels Abstrich. Dabei wird etwas Ausfluss aus der Vagina entnommen. Sie können das auch ganz einfach mittels eines Wattestäbchens selber machen den Sie anschließend in ein Röhrchen geben. Sie erhalten diesen Chlamydientest von Ihrem Hausarzt. Dieser sogenannte vaginale Abstrich verursacht keinerlei Schmerzen.
  2. Bei dem Mann erfolgt ein Urintest. Dabei ist es wichtig, dass Sie die erste Hälfte des Urins auffangen.

Sobald Sie Analsex hatten oder Beschwerden im Anus haben wird Ihr Hausarzt einen Abstrich mit einer Art Wattestäbchen aus dem Anus entnehmen.

Wann sollte man sich auf diese Geschlechtskrankheit testen lassen?

Ca. 3 Wochen nachdem die Ansteckung mit den Chlamydien stattgefunden hat, kann der Test durchgeführt werden. Ab diesem Zeitpunkt können die Chlamydia Trachomais Bakterien nachgewiesen werden. Falls sich jemand bereits in der Vergangenheit mit Chlamydien angesteckt hat können die Bakterien im Körper auch schon zu einem früheren Zeitpunkt nachgewiesen werden.

Ein Kontrolltest

Untersuchungen haben ergeben, dass diese Geschlechtskrankheit bei 9 bis 19% der behandelten Chlamydienpatienten bereits nach einem halben Jahr wieder ausbricht. Nicht selten haben sich die Betroffenen erneut damit angesteckt. In einigen Fällen hat die Behandlung jedoch nicht den gewünschten Erfolg erzielt. Aus diesem Grund ist es ratsam um zur Sicherheit nach der Behandlung einen weiteren Chlamydientest durchzuführen. Schwangere Frauen sollten diesen Test in jedem Fall wiederholen.

Sich auf andere Geschlechtskrankheiten testen lassen

Sobald jemand an Chlamydien erkrankt ist besteht das Risiko das man sich auf mit anderen Geschlechtskrankheiten angesteckt hat. Falls Sie Chlamydien haben ist es daher wichtig sich auf weitere Geschlechtskrankheiten testen zu lassen.

Wie werden Chlamydien behandelt?

Chlamydien werden mit Antibiotika behandelt. Dabei können unterschiedliche Antibiotika verabreicht werden:

  1. Häufig wird Azithromycin verschrieben. Dieses sogenannte Makrolidantibiotikum hemmt das Wachstum verschiedenster Bakterienarten. Es greift die Eiweißproduktion in den Bakterien an, da die Bakterien ohne Eiweiß nicht mehr weiter wachsen können und letztendlich absterben.
  2. Doxyclicin wird ebenfalls häufig verschrieben. Dieses Tertracyclinantibiotikum hemmt die Eiweißproduktion von verschiedenen Bakterien. Hierdurch können sich die Bakterien nicht weiter vermehren und sterben letztendlich ab.
  3. Amoxicilline ist ein weiteres Beispiel. Dieses Penicillinantibiotikum tötet eine Vielzahl von Bakterienarten ab indem es die Eiweißproduktion in den Bakterien blockiert. Hierdurch sterben die Bakterien letztendlich ab.

Ihr Partner sollte sich sicherheitshalber auch testen lassen und gegebenenfalls Antibiotika einnehmen. Das muss so schnell wie möglich erfolgen, da Sie sich ansonsten wieder bei Ihrem Partner anstecken können. Beachten Sie, dass die Bakterien auch noch bis zu einer Woche nach der Behandlung übertragen werden können. Sie sollten daher während dieser Phase keinen (ungeschützten) Geschlechtsverkehr haben.

Wie kann man sich vor Chlamydien schützen?

Sie können sich vor einer Ansteckung schützen indem sie geschützten Geschlechtsverkehr haben. Hierunter verstehen wir:

  1. Die Verwendung eines Kondoms sodass der Penis nicht mir der Vagina oder dem Anus in Berührung kommt;
  2. Die Verwendung eines Kondoms beim Oralverkehr;
  3. Es ist zudem ungefährlich sich gegenseitig zu küssen oder sich mit der Hand zu befriedigen.

Informieren Sie Ihre Sexualpartner mit denen Sie ungeschützten Geschlechtsverkehr hatten darüber, dass Sie an Chlamydien erkrankt sind. Diese müssen sich ebenfalls behandeln lassen um eine weitere Übertragung zu verhindern. Sie können gegebenenfalls auch das Gesundheitsamt informieren.