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Andropause

Andropause

Was versteht man eigentlich unter Andropause?

Die Andropause, oder auch Klimakterium virile genannt, ist der Name für einen sinkenden Testosteronspiegel bei älter werdenden Männern. Die Kontroverse findet sich hier im Vergleich mit den Wechseljahren bei der Frau wieder: Frauen werden unfruchtbar, während Männer trotz niedrigem Testosteronspiegel noch stets Kinder zeugen können. Die Andropause führt zu physiologischen Veränderungen und wird außer Klimakterium virile auch PADAM/ADAM (Partial Androgem Deficiency of the Aging Male) genannt.

Testosteron

Testosteron ist das Hormon, welches für die Entwicklung der männlichen Geschlechtsmerkmale und die Spermaproduktion verantwortlich ist. Das Testosteronniveau erreicht bei einem Mann im Alter von 20 bis 30 den Höhepunkt und nimmt daraufhin allmählich ab. Etwa 10-30% aller Männer haben bereits im Alter von 40 Jahren einen Testosteronmangel und dieser Prozentsatz nimmt mit den Lebensjahren nur noch weiter zu.

Symptome eines Testosteronmangels

Die ersichtlichsten Symptome eines niedrigeren Testosteronspiegels sind weniger Lust auf Sex (ein niedrigeres Libido), weniger gute Erektionen (vor allem morgens) und weniger Genuss während dem Geschlechtsverkehr. Der Grund hierfür ist, dass diese Faktoren am heftigsten durch einen sinkenden Testosteronspiegel beeinflusst werden. Ein anderes, wichtiges Symptom ist eine Niedergeschlagenheit, die als Folge von geringerer Energie, weniger Konzentration und einem schlechteren Gedächtnis auftritt. Größere Testosteronrückgänge leiden zu der Abnahme von Muskelmasse und zu der Figur, die man häufig bei älteren Männern erkennen kann.

Zurzeit wird ein Testosteronmangel anhand dieser Symptome in Verbindung mit einer Blutuntersuchung diagnostiziert, die den Hormonspiegel misst. Männer mit einem sehr niedrigen Testosteronspiegel oder, die viele Beschwerden haben, können eine Testosteronersatztherapie erwägen.

Diagnose

Die Diagnose „Andropause“ zu stellen ist jedoch nicht so einfach. Es gibt noch viele unbeantwortete Fragen, wie beispielsweise: Was war der „normale“ Testosteronspiegel des Mannes vor der Andropause? Was sind „normale“ Hormonspiegel bei der Blutuntersuchung (Durchschnitt einer Bevölkerungsstichprobe)? Wie viel von dem gemessenen Testosteron erreicht tatsächlich das Gewebe? Und was bedeutet ein geringerer Testosteronspiegel für die bestimmte Person.

Testosterontherapie

Wenn es um die Behandlung geht, gibt es noch einige Bedenken. Welche Testosterontherapie ist beispielsweise am besten für die jeweilige Person geeignet und wie reagiert der Körper des Patienten auf die Behandlung?

Außerdem gibt es noch einige unbeantwortete Fragen über die Sicherheit und die langjährigen Folgen einer Testosterontherapie. Dem Körper hinzugefügtes Testosteron – in Form einer Injektion oder Gel – könnte in einem späteren Stadium zu Prostatakrebs beitragen (durch eine höhere Konzentration des prostataspezifischen Antigens (PSA)) und das Risiko auf einen Herzinfarkt vergrößern (da das Blut dickflüssiger wird).

Leider gibt es keine klinischen Studien, die diese Fragen beantworten. Im Gegenteil, genau wegen diesen möglichen Risiken werden klinische Untersuchungen nicht in Erwägung gezogen. Aufgrund dieser Annahmen hat sich die Regelung für Testosterontherapien zunehmend zugespitzt. So hat die FDA im Mai 2015 entschieden, dass auf allen Testosteronprodukten auf ein erhöhtes Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko hingewiesen werden muss.

Somit ist es unglaublich wichtig, ein intensives Gespräch mit Ihrem Arzt zu suchen. Wenn eine Testosterontherapie nicht die richtige Behandlung ist, gibt es auch andere Arten um den Testosteronspiegel auf eine sichere Weise zu erhöhen. Nehmen Sie beispielsweise Vitamin D und Zink-Präparate ein und machen Sie kurze, intensive Übungen mit einer Dauer von circa 20 Minuten.

© Syed Z Arfeen
Medizinischer Berater
Dezember 2015