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Alkohol und Medikamente

Alkohol und Medikamente

Bei welchen Medikamenten sollte man Alkohol unbedingt vermeiden?

Im Allgemeinen weiß man, dass Alkohol und Medikamente nicht zusammenpassen. Doch Alkohol ist ein gesellschaftlich akzeptiertes Konsumgut: es ist ein Bestandteil des europäischen Soziallebens. Vom gemütlichen Umtrunk unter Kollegen bis hin zum entspannten Abend in den heimischen vier Wänden; ein Großteil der Erwachsenen konsumiert regelmäßig Alkohol.

Alkohol ist ein stimulierendes Mittel, das sich an die Rezeptoren im Körper bindet und die biologischen und chemischen Prozesse (sowie das Verhalten) beeinflusst. Sowohl kurzfristig, als auch langfristig. Dies sollten Sie immer beachten wenn Sie Alkohol trinken und Medikamente einnehmen.

Alkohol und Medikamente – Direkte Wechselwirkungen

Alkohol kann auf die Medikamentenwirkung einen direkten Einfluss haben. Kurzfristig kann der Alkohol die Wirkung eines Medikaments verstärken, wodurch das Risiko einer Vergiftung steigt. Auf lange Sicht gesehen kann der Alkoholkonsum dafür sorgen, dass die Medikamente schlechter wirken, da sie vom Körper schlechter aufgenommen werden.

Medikamentgruppe Verwendung bei Mögliche Folgen
Antihistaminika Allergien/Grippe Schläfrigkeit
Benzodiazepine, zopiclon Ängste Schläfrigkeit, verlangsamte Atmung
Antikonvulsiva Epilepsie Schläfrigkeit, verlangsamte Atmung, eingeschränkte Motorik
NSAR (nicht-steroidale Antirheumatika) Arthritis Magengeschwüre, innere Blutungen, Leberschäden
Amphetamine ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung) Schwindel, erhöhte Herzfrequenz
SSRI (selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer), andere Depression Schläfrigkeit, eingeschränkte Motorik, Leberschäden
Metformin, Gliclazide Diabetes Kopfschmerzen, Übelkeit, niedriger Blutzucker
Verapamil, Thiazid, andere Blutdruck Schwindel, unregelmäßiger Herzschlag
Alpha-Blocker Vergrößerte Prostata Schwindel
Statin Hohe Cholesterinwerte Leberschäden
Azithromycin, Nitrofurantoin, andere Bakterien- und Pilzinfektionen Veränderten Blutdruck, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen
Codein, Oxycodon Schmerzen Schläfrigkeit, verlangsamte Atmung, eingeschränkte Motorik

Alkohol erhöht bei der Einnahme des Blutverdünners Warfarin kurzfristig das Blutungsrisiko, während er langfristig das Thromboserisiko erhöht. Auch bei dem Anti-Epilecticum Fenytoin wird die Wirkung zwar kurzzeitig verstärkt. Langfristig vermindert sich jedoch die Wirkung.

Bei einigen Medikamenten, wie z.B. Metronodazol (Antibiotikum) und Verapamil (Kalziumblocker) verhält es sich jedoch genau anders herum. Das Medikament beeinflusst den Alkoholabbau wodurch die Wirkung des Alkohols zunimmt.

Schläfrigkeit und Schwindel, sollten als Nebenwirkungen von Teilnehmern am Straßenverkehr nicht unterschätzt werden. Nicht nur das Autofahren, sondern auch Fußgänger und Fahrradfahrer können sich mit einer eingeschränkten Einschätzung und Wahrnehmung des Verkehrs in eine gefährliche Lage bringen. Dies kann zudem teure Auswirkung auf Ihren Versicherungsschutz haben.

Alkohol und Medikamente – Indirekte Wechselwirkung

Die häufigste Wechselwirkung zwischen Alkohol und Medikamenten ist die gegenseitige Verstärkung der Wirkung: der Körper muss nämlich beide Stoffe abbauen.

Der Alkohol an sich beeinflusst lediglich die Stimmung und das Verhalten und hat keine ermüdende Wirkung. Er fördert die Austrocknung und Schwindelgefühle, Blutdruckschwankungen und das Herz muss stärker arbeiten. Es reizt die Magenwand und auch die Leber wird stärker beansprucht.

Sobald Sie den Alkohol mit Medikamenten kombinieren die dieselbe Wirkung haben kann dies zu den nachfolgenden Beschwerden führen.

Alkohol und Medikamente – Besondere Wechselwirkungen

Unterschiedliche Antibiotika haben in Kombination mit Alkohol auch unterschiedliche Wechselwirkungen. Die meisten können jedoch gefahrlos mit Alkohol kombiniert werden. Aber Metronidazol z.B. führt zu heftigen Reaktionen. Konsumieren Sie daher über den Zeitraum der Medikamenteneinnahme keinen Alkohol. Zwei andere, sehr beliebte Antibiotika, nämlich Doxycylin und Erythromycin, wirken während des Alkoholkonsums schwächer.

Kombiniert man Paracetamol mit Alkohol kann dies zu einem Leberversagen führen. Antidepressiva in Kombination mit Alkohol können sogar zu Selbstmordgedanken führen. In diesen Fällen sollte man auf den Alkoholkonsum verzichten.

Pflanzliche Heilmittel wie das Johanniskraut, Kava und Lavendel können in Kombination mit Alkohol ebenfalls Wechselwirkungen hervorrufen.

Gefährdete Gruppen 

Frauen und ältere Menschen müssen besonders achtsam sein da sie auf die Wirkung von Alkohol häufig empfindlicher reagieren. Frauen sind nämlich kleiner und haben weniger Körperflüssigkeit, wodurch der Alkohol viele schlechter verdünnt wird. Daher können Frauen sich meist nicht mit dem Alkoholkonsum der Männer messen, da ihre Grenze oft weit unter dem Level liegt, das Männer trinken können ohne verhaltensauffällig zu werden.

Ältere hingegen bauen den Alkohol viel schlechter ab wodurch der Alkohol länger in der Blutbahn bleibt. Sie leiden häufiger unter Gesundheitsproblemen. Häufig nehmen ältere Menschen auch verschiedene Medikamente ein wodurch Sie viel eher unter den Folgen von Nebenwirkungen leiden.

Bei Alkoholsüchtigen können die Wechselwirkungen aber auch dazu führen, dass sie von der Sucht viel eher los kommen. Falls Sie der Ansicht sind, dass Ihnen diese Medikamente helfen, dann sollten Sie dies mit einem Arzt besprechen.

© Syed Z Arfeen
Medizinischer Berater
August 2016